Werbung - Redaktion - Mittwoch, 23. Mai 2012
21. August 2011
Quelle: Johannes Fritz/DPA © 2011 Quelle: Johannes Fritz/DPA
Panorama

Waldrappe mit „Fluglehrern“ in der Toskana gestartet

Erstmals sind am Samstag von Salzburg aus 16 junge Waldrappen – geführt von menschlichen Ziehmüttern in Leichtflugzeugen – in Richtung ihres Winterquartiers Laguna di Orbetello in der Toskana gestartet.

Ende der 1990er Jahre begannen Forscher, die seit Jahrhunderten fast ausgestorbenen Waldrappe im Almtal in Oberösterreich wieder anzusiedeln, mit dem Ziel, ihnen alte Zugvogelrouten neu beizubringen.

2004 brachen die ersten Tiere zu ihrer großen Reise auf, nun sind erstmals Vögel auch in Salzburg, und zwar in Anif, zu ihrem 1.300 Kilometer langen Flug gestartet.

„Es war eine lange Vorbereitungszeit, und jetzt hoffen wir alle auf einen positiven Verlauf der Migration“, so Stefanie Heese, eine der beiden Ziehmütter. Die mehr als drei Monate alten Jungvögel haben ein intensives Flugtraining hinter sich.

Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner, der Anifer Bürgermeister Hans Krüger und Vizebürgermeister Josef Grasmann verabschiedeten sich persönlich von den Vögeln und dem Team. Sie übergaben Projektleiter Johannes Fritz eine Waldrapp-Snack-Bar.

Der Vogelzug wird drei bis vier Wochen dauern. Und wie bei einer natürlichen Migration wird der Großteil der Zeit aus Pausentagen besteht. An diesen Ruhetagen können es sich dann die 16 Waldrappe an der Snack-Bar mit Mehlwürmern gut gehen lassen.

Im vergangenen Jahr benötigten die Vögel aus Oberösterreich nur sieben Tage reine Flugzeit. „Die Flugdistanzen im vergangenen Jahr waren enorm. Die mittlere Tagesstrecke lag bei rund 180 Kilometern, die maximale Flugdistanz bei 275 Kilometer“, so Fritz.

Nach dem Abflug von Anif ist die Schar am Samstag in 4:42 Stunden 237 Kilometer bis in die Nähe von St. Pölten geflogen. Nach zwei Pausentagen soll es am Dienstag bereits über die Grenze nach Slowenien gehen.

In Oberösterreich gab es erst vor rund drei Wochen Grund zum Jubeln: Erstmals seit 400 Jahren hat es ein Waldrapp geschafft, selbstständig aus dem Winterquartier in der Toskana zurück über den Alpenhauptkamm zu fliegen.

Er kam zwar zur Brut um fast vier Monate zu spät, das Weibchen war aber ohnedies noch nicht geschlechtsreif.

apa




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