Donnerstag, 02. September 2010
05. Februar 2010
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Lokal

Andreas-Hofer-Lied als Hymne: Landtag entscheidet im März

Freiheitliche und „Süd-Tiroler Freiheit“ forderten in der Vergangenheit mehrfach, dass „Zu Mantua in Banden“ als offizielle Landeshymne anerkannt wird.

Sven Knoll („Süd-Tiroler Freiheit“), Pius Leitner (Freiheitliche) und Elmar Pichler Rolle (SVP) haben am Donnerstag gemeinsam einen Änderungsantrag vorgelegt, der beide Anträge ersetzt.

Demnach soll der Landtag erklären, dass die Tiroler Landeshymne als Ausdruck der gemeinsamen Geschichte weiterhin bei offiziellen Anlässen und Feierlichkeiten ganz selbstverständlich gespielt und gesungen wird.

Das Anliegen habe den Landtag schon mehrfach beschäftigt, stellte Sven Knoll fest. Wenn es um die Identität gehe, spielten Symbole immer eine große Rolle. Es gebe auch eine ladinische und eine italienische Version, letztere sei in Welschtirol unter der Monarchie und nun auch im Gedenkjahr immer wieder gesungen worden.

Auch viele Gemeinden hätten das Lied inzwischen als Hymne eingeführt. Die „Süd-Tiroler Freiheit“ habe schon öfters diesen Vorstoß unternommen, aber ohne Erfolg. Nun versuche man einen gemeinsamen Weg mit Freiheitlichen und SVP. Der Vorschlag richte sich auf keinen Fall gegen die italienische Bevölkerung.

„Italienische Volksgruppe soll nicht ausgegrenzt werden“

Der Text sei im Lichte der Geschichte zu sehen, wie jede Nationalhymne, meinte Pius Leitner, das müsse man immer berücksichtigen. Die italienische Volksgruppe solle durch diese Hymne nicht ausgegrenzt werden, noch solle ihr die Hymne aufgezwungen werden.

In der Vergangenheit sei zu diesem Thema immer heftig debattiert worden, bemerkte Andreas Pöder (Union für Südtirol). Der vorliegende Antrag sei von der SVP weichgespült worden. Dass man die Hymne weiterhin singe, sei eine Selbstverständlichkeit. Gleichwohl sei es zu unterstützen, wenn sich der Landtag offiziell dazu bekenne.

„Eine Hymne, die Südtirol gerecht wird, braucht Optimismus“

Der Text stehe im Einklang mit dem nationalliberalen Geist von 1850, urteilte Hans Heiss (Grüne), er sei nicht geeignet, die gemeinsamen Werte der Südtiroler Bevölkerung widerzuspiegeln. Ein Passus wie „mit dem verratnen Deutschen Reich“ sei wohl nicht mehr zeitgemäß.

Er sehe das Lied als historisches Zeugnis, aber nicht als seine Hymne, erklärte Heiss. Niemand wolle verbieten, dass das Lied weiterhin abgesungen werde, mit vorliegendem Antrag werde die Hymne nicht offiziell, sondern als illegitimes Kind auf die Welt gesetzt. Eine Hymne, die Südtirol gerecht werde, brauche Optimismus. Er lehne diesen Antrag strikt ab.

Das Lied sei die Hymne des Bundeslandes Tirol, aber nicht der Südtiroler, meinte Elena Artioli (Lega Nord Südtirol). Mit dem Hofer- Lied würden sich nicht nur die Italiener schwer tun. Die eigentliche Hymne von Südtirol sei „Wohl ist die Welt“, damit würden sich die Südtiroler identifizieren. Artioli plädierte dafür, dieses Lied als offizielle Hymne einzuführen. Knoll und Klotz träumten vom vereinten Tirol, aber mit diesem Antrag würden sie das nicht erreichen.

Der Antrag besagt nur, dass sie singen dürfen, wann sie wollen, meinte Donato Seppi (Unitalia), das besage rein gar nichts. So ein Antrag passe eher zur DC – man möge Bizzo in den Saal rufen. Es habe keinen Sinn, über diesen Antrag abzustimmen. Dieser sei sogar eine Beleidigung für den tapferen Andreas Hofer.

Sitzungspräsident Mauro Minniti (Pdl) wies anschließend die Abgeordneten darauf hin, dass die Behandlung dieses Antrags erst in der März-Sitzung fortgesetzt wird.

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