Donnerstag, 02. September 2010
10. Juni 2010
Der „Große Verdienstorden“ des Landes Südtirol © 2010 Der „Große Verdienstorden“ des Landes Südtirol
Lokal

Land vergibt „Großen Verdienstorden“ an zehn Freunde Südtirols

Giulio Andreotti hat ihn bereits, Alois Mock ebenso und Hans-Jochen Vogel auch. Die Rede ist vom „Großen Verdienstorden“, den das Land Südtirol vergibt.

Heuer am 5. September wird er zum zweiten Mal vergeben – an Persönlichkeiten wie Romano Prodi, Franz Fischler, Alois Partl oder Josef Pühringer.

Es wird wieder ein Stelldichein großer Namen aus Politik und Kultur werden, der 64. Jahrestag der Unterzeichnung des Pariser Vertrages am 5. September.

An diesem Tag vergibt Südtirol zum zweiten Mal den „Großen Verdienstorden“ an verdiente Persönlichkeiten von außerhalb Südtirols, die sich für Südtirol verdient gemacht haben, erklärt Landeshauptmann Luis Durnwalder.

Auf seinen Vorschlag hin hat die Landesregierung die Liste der zu Ehrenden am 5. September genehmigt, zehn Persönlichkeiten haben bereits von der Ehrung erfahren und ihr Kommen auf Schloss Tirol in Aussicht gestellt.

Zu den Geehrten im Jahr 2010 zählt Romano Prodi (70).

Er war von 1996 bis 1998 und von 2006 bis 2008 italienischer Ministerpräsident. Von September 1999 bis November 2004 war Prodi Präsident der Europäischen Kommission.

Sowohl als Ministerpräsident als auch in seiner Funktion als EU-Kommissionspräsident war der Mitte-Links-Politiker Südtirol gegenüber sehr wohlgesonnen.

Ebenso mit dem „Großen Verdienstorden“ ausgezeichnet wird Franz Fischler (63) aus Absam in Nordtirol. Der ÖVP-Politiker war von 1989 bis 1994 Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, ab 1990 auch Mitglied des Nationalrats.

1995, nach Österreichs Beitritt zur Europäischen Union, wechselte er als EU-Kommissar für Landwirtschaft, Entwicklung des ländlichen Raumes und Fischerei bis Oktober 2004 nach Brüssel.

Alois Partl (81) war von 1987 bis 1993 Landeshauptmann des Bundeslandes Tirol. Zuvor war er mehrere Jahre lang Landesrat.
Josef Pühringer (60) ist seit 1979 ÖVP-Abgeordneter im Oberösterreichischem Landtag, seit 1995 Landeshauptmann und auch ÖVP-Landesparteiobmann.

Professor Franz Matscher (81) war unter anderem Leiter des Südtirol-Referates im Österreichischen Außenministerium – und als solcher mit der Südtirolfrage befasst.

Er war Mitglied der UN-Delegation, als die Südtirolfrage vor der UNO behandelt wurde –, zudem war er Generalkonsul in Mailand sowie Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Auch der aus St. Ulrich stammende Komponist und Produzent Giorgio Moroder (70) wird den „Großen Verdienstorden“ erhalten, ebenso wie der ehemalige Alpini-General Ivan Felice Resce, der in seiner neuen Funktion im Verteidigungsministerium den Übergang der Militärareale ans Land mitverhandelte.

Ebenfalls ab 5. September 2010 Träger des „Großen Verdienstordens“ wird Hans Heinrich von Srbik, Vorsitzender der Messerschmitt-Stiftung, sein, die den Erhalt deutscher Kulturgüter im heutigen und ehemaligen deutschsprachigen Raum zum Ziel hat und unter anderem in Südtirol die Sanierung von Schloss Karneid, der Burg Hocheppan oder von Schloss Ehrenburg mitfinanziert hat.

Auch Thomas Gruber (67), seit 2002 (und noch bis Februar 2011) Intendant des Bayrischen Rundfunkes (BR) wird den Verdienstorden in Gold erhalten, ebenso die ehemalige Österreichische Bundesministerin für Unterricht (1987-1990) sowie EU-Abgeordnete (1995-1999) Hilde Hawlicek (68).

Landeshauptmann Luis Durnwalder schließt nicht aus, dass „noch zwei weitere Persönlichkeiten“ dazukommen könnten. Die Zahl der Träger der Orden soll aber begrenzt bleiben.

wib

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