Werbung - Redaktion - Mittwoch, 23. Mai 2012
11. Oktober 2010
© 2010 © 2010 shutterstock
Lokal

Umfrage: „95 Prozent der Südtiroler wollen keine Italiener sein“

Anlässlich des 90. Jahrestages der Annexion Südtirols durch Italien am 10. Oktober 1920 hat die „Arbeitsgruppe für Selbstbestimmung“ – zu der u.a. parteiübergreifend mehrere Landtagsabgeordnete und Schützenkommandant Paul Bacher gehören – eine Meinungsumfrage zum Identitätsempfinden der Südtiroler in Auftrag gegeben.

Am Montag wurde die Umfrage, die vom Bozner Apollis-Institut durchgeführt wurde, auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Sie basiert auf 617 Telefoninterviews, die mit Wahlberechtigten mit Wohnsitz in der Provinz Bozen durchgeführt wurden.

„Das Ergebnis könnte eindeutiger nicht sein: 95 Prozent der Südtiroler fühlen sich nicht als Italiener“, hieß es auf der Pressekonferenz.

Damit müsse das Experiment Italien in Südtirol, nach 90 Jahren, als endgültig gescheitert erklärt werden.

Dass 95 Prozent der Südtiroler angeben, sich nicht als Italiener zu fühlen, spiegle eine Entwicklung der Rückbesinnung auf die eigene Tiroler Identität wieder, die in den letzten Jahren immer deutlicher geworden sei.

„Besonders bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass sich die Jugend zu 90 Prozent nicht mit Italien identifiziert und somit absehbar ist, dass die Zukunft Südtirols nicht bei Italien liegen wird“, erklärten die Vertreter der Arbeitsgruppe.
Auch das Ergebnis in den Bezirken spreche eine eindeutige Sprache.

Spitzenreiter sind laut Umfrage das Pustertal mit 97 Prozent, der Vinschgau mit 98 Prozent und das Wipptal mit 100 Prozent der Befragten, die angeben, sich nicht als Italiener zu fühlen.

Das Ergebnis dieser Umfrage strafe somit all jene Lügen, die gebetsmühlenartig behaupteten, dass Themen wie die Selbstbestimmung und die doppelte Staatsbürgerschaft nicht mehr zeitgemäß seien, weil sich die Mehrheit der Südtiroler inzwischen ohnehin schon als Italiener fühle.

„Genau das Gegenteil ist der Fall. In Südtirol fühlt sich praktisch niemand als Italiener, während dessen die Verbundenheit zur Tiroler Identität des Landes auch nach 90 Jahren Teilung ungebrochen ist. Für Italien ist dies eine vernichtende Bilanz, die unweigerlich politische Folgen nach sich ziehen muss. Kein Land lässt sich auf Dauer fremdbestimmen, wenn die dort lebende Bevölkerung nichts mit diesem Staat zu tun haben will. Es gibt somit keinen Grund, der den weiteren Verbleib Südtirols bei Italien noch länger rechtfertigen würde“, hieß es auf der Pressekonferenz.

Angesichts dieses Umfrageergebnisses könne sich die Politik nicht länger vor der Verantwortung drücken, die Zukunftsfrage des Landes anzugehen und durch die Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes eine Zukunft Südtirols ohne Italien anzustreben.

Zur „Arbeitsgruppe für Selbstbestimmung“ gehören Sven Knoll, Sepp Mitterhofer, Sepp Mayr, Roland Lang, Paul Bacher, Oswald Ellecosta, Josef Felder, Eva Klotz, Egon Kühebacher, Pius Leitner, Peter Ploner, Rudl Pichler, Hermann Unterkircher, Luis Vonmetz und Luis Zingerle.

Untersuchungsgegenstand und Stichprobe

Grundgesamtheit der Untersuchung sind Wahlberechtigte mit Wohnsitz in der Provinz Bozen. Die Adressen wurden per Zufallsziehung aus dem amtlichen Telefonverzeichnis ausgewählt.

Insgesamt wurden zwischen dem 30. August und dem 8. September 2010 617 Telefoninterviews mit Zielpersonen realisiert, davon 454 mit Angehörigen der deutschen und ladinischen Sprachgruppe, 163 mit Angehörigen der italienischen Sprachgruppe.




Hier können Sie den Artikel bewerten
 
On-Tour Fotos zum den Archiv