Werbung - Redaktion - Mittwoch, 23. Mai 2012
18. Januar 2010
Landeshauptmann Luis Durnwalder - Quelle: D © 2010 Landeshauptmann Luis Durnwalder - Quelle: D Landeshauptmann Luis Durnwalder - Quelle: D © 2010 STOL Landeshauptmann Luis Durnwalder - Quelle: D
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„Wir Südtiroler haben kein Schamgefühl mehr“ - TED

Die Forderungen der SVP und der Opposition in Sachen doppelter Staatsbürgerschaft sind von Landeshauptmann Luis Durnwalder heute scharf kritisiert worden. Harte Worte gab es für die Politik und für die Südtiroler im Allgemeinen.

„Es wäre besser gewesen, wenn wir vorher mit Wien darüber gesprochen hätten. Dann hätte man gesehen, ob die doppelte Staatsbürgerschaft möglich ist oder nicht“, so Durnwalder auf der Pressekonferenz nach der Sitzung der Landesregierung.

„Wir wollen immer das Beste vom Besten“

Scharfe Kritik übte er an den Südtirolern selbst: "Wir sind so weit, dass wir immer nur die Vorteile wollen", so Durnwalder.

„Wir Südtiroler haben oft kein Schamgefühl mehr. Wir wollen immer das Beste vom Besten, ohne zu fragen, ob uns das überhaupt zusteht. Zu den Vorteilen sagen wir Ja, Nachteile wollen wir keine“, schimpfte Durnwalder.
Politisch gesehen seien viele Dinge im Vorfeld zu klären, u. a. das Wahlrecht oder auch der Militärdienst, der in Österreich noch zu leisten sei. „Wenn man schon zu Österreich will, müssen auch die Österreicher vorher gefragt werden, ob sie damit überhaupt einverstanden sind“, so Durnwalder.

„Würde die doppelte Staatsbürgerschaft sofort beantragen“

Die SVP werde in den kommenden drei Wochen mit den Spitzen des österreichischen Staates und der österreichischen Regierung nochmals eingehender über das Thema sprechen, kündigte der Landeshauptmann an.
Durnwalder selbst hegt wenig Hoffnung, dass den Südtirolern die doppelte Staatsbürgerschaft zugestanden wird. „Sollte sie dennoch Realität werden, dann würde ich sie sofort beantragen.“

„Widerstand“ erwartet er vor allem von Österreich. „Italien kann gegen die doppelte Staatsbürgerschaft nichts haben. Die Italiener in Istrien haben sie ja auch erhalten“, meinte er abschließend.

Pröll: "Keine Mehrheit"

Der österreichische Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) hatte am Wochenende gegenüber österreichischen Medien betont, dass es im Wiener Parlament "keine Mehrheit" für die Südtiroler Forderung nach einer doppelten Staatsbürgerschaft geben werde.

Zuvor hatte Hermann Gahr, Vorsitzender des Südtirol-Ausschusses im österreichischen Nationalrat, gemeint, dass dies "eine Lawine auch in anderen Ländern lostreten würde".

Andreas Khol bezeichnete seinerseits die Forderung als "nicht durchsetzbar". Es sei eine "Illusion zu glauben, dass eine solche fundamentale Verfassungsänderung eine Mehrheit im österreichischen Parlament fände."

STOL-TED-Frage

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rb/joi




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