Samstag, 04. Februar 2012
24. Juli 2010
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Politik

„Bei uns in Aosta sind alle Schilder einnamig“

Was in Südtirol ein Problem zu werden droht, ist in Aosta längst gelöst: Die faschistischen Namen wurden abgeschafft, offiziell verwendet werden nur mehr die frankoprovenzalischen Namen, sagt der Aostaner Kammerabgeordnete Roberto Nicco von der Partei Autonomie Liberté Democratie. Das Vorgehen der römischen Regierung in Südtirol sei „absurd“.

In Südtirol sollen 36.000 einnamige Schilder ausgetauscht werden – so will es die römische Regierung..

Nicco: Das ist absurd. Wir in Aosta haben dieses Problem gar nicht. Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg haben wir jene Namen wieder eingeführt, die vor dem Faschismus verwendet wurden – die frankoprovenzalischen. Deshalb haben auch unsere Gemeinden nur einen einzigen frankoprovenzalischen Namen und nicht einen zweiten italienischen.

Ist die Hauptstadt Aosta/Aoste der einzige Ort mit einem offiziell italienischen Namen..

Nicco: Ja, so ist es.

Im Aostaner Gebirge gibt es folglich nur einnamige Wegweiser – jeweils mit dem ursprünglichen, frankoprovenzalischen Namen?

Nicco: Ja, es wird immer nur ein Name auf den Wegweisern angegeben – kein Name wird übersetzt. Einen Namen kann man ja nicht übersetzen.

Hat es in Aosta je ein Sicherheitsproblem im Gebirge gegeben wegen der einnamigen Schilder oder haben sich je Touristen über die Schilder beschwert?

Nicco: Nein, es hat weder Sicherheitsprobleme gegeben noch haben sich Touristen aufgeregt.

Werden aber die so genannten „Beinamen“ oder topographischen Objekte wie Alm, Bach oder Berg auch auf Italienisch angegeben?

Nicco: Solche Begriffe können sehr wohl übersetzt werden, denn es handelt sich dabei ja nicht um Namen, sondern um eine Erklärung, worum es sich beim angegebenen Namen handelt.

Wie sollte Südtirol Ihrer Meinung nach im Schilderstreit jetzt vorgehen?

Nicco: Das ist schwer zu sagen. Siegfried Brugger und Karl Zeller werden im Parlament ihr Möglichstes tun. Ich werde die beiden sicherlich dabei unterstützen.

Wie erklären Sie sich dieses angekündigte harte Durchgreifen der römischen Regierung in Südtirol?

Nicco: Die Haltung der Regierung gegenüber den Spezialautonomien kennen wir. Minister Roberto Calderoli hat diese Position kürzlich in der Tageszeitung „Libero“ klar ausgedrückt: Die autonomen Regionen und Provinzen sollten eigentlich abgeschafft werden. Weil dies aber leider gesetzlich nicht möglich sei, werde die Regierung ihnen halt die finanziellen Ressourcen wegnehmen. Das hat die Regierung dann auch getan – mit der Vereinbarung, die im Haushaltsgesetz eingebaut wurde.

d/hof




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