Der Sprecher von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, Paolo Bonaiuti, hat am Montagnachmittag versichert, dass der verletzte Premierminister noch einige Tage ruhen müsse.
„Berlusconi bekommt jetzt die Auswirkungen der Verletzungen zu spüren, vor allem der Nasenfraktur. Der Premierminister ist aber ein Löwe, er ist ein großartiger Kämpfer und wird auch diesen plötzlichen Angriff in seiner Heimatstadt Mailand überwinden“, sagte Bonaiuti in einem Radiointerview am Montag.
Nasenbeinbruch und zwei gebrochene Zähne
Berlusconi erlitt einen Nasenbeinbruch und Verletzungen an der Unterlippe, die genäht werden mussten. Außerdem brachen zwei Zähne ab.
Berlusconi habe wegen der Verletzungen einen halben Liter Blut verloren, berichteten die Ärzte am Montag. Er werde mit Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt. Zudem klage der Ministerpräsident über Kopfschmerzen.
Das nächste ärztliche Bulletin über den Zustand des Premierministers wird am Dienstagvormittag veröffentlicht.
Der Berlusconi-Sprecher äußerte die Hoffnung, dass nach diesem Angriff wieder größere Harmonie in der italienischen Politik eintreten werde. „Die Spiralen des Hasses und der Gewalt können sehr gefährlich sein, wenn man sie in Bewegung bringt. Man muss sich in der Politik stets als Gegner, aber nicht als Feinde betrachten“, erklärte Bonaiuti.
Alfano: „Angelegenheit nicht herunterspielen“
Justizminister Angelino Alfano warnte davor, dass man den tätigen Angriff auf den Premierminister nicht als Geste eines Verwirrten herunterspielen dürfe.
„Die Angelegenheit ist viel komplizierter. Ich bin besorgt. Zu oft in diesen Monaten haben Politiker der Opposition die Idee vertreten, dass es bei der Auseinandersetzung gegen Berlusconi um einen Kampf zwischen Gut und Böse geht“, erklärte Alfano. Der römische Bürgermeister Gianni Alemanno schlug eine große Solidaritätskundgebung für Berlusconi im Jänner in Rom vor.
Maroni: Angreifer-Fanclubs „eine Schande“
Innenminister Roberto Maroni erklärte, die Regierung könne der Polizei mehr Mittel zur Verfügung stellen, um die Sicherheit von Politikern zu garantieren, die sich an öffentlichen Veranstaltungen beteiligten. Gerade im Internet hätten sich auch mehrere Fan-Clubs des Angreifers, Massimo T., zusammengeschlossen.
„Das ist eine Schande. Wenige Minuten nach dem Angriff haben sich über 300 Gruppen gebildet, die die Tat feierten. Verherrlichung der Gewalt ist in Italien ein Verbrechen. Wir sind besorgt, weil das Internet viele Menschen, vor allem Jugendliche, beeinflussen kann“, erklärte Maroni.
Genesungswünsche erhielt Berlusconi unter anderem von Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy, Russlands Premierminister Wladimir Putin, der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und US-Außenministerin Hillary Clinton. Senatspräsident Renato Schifani und der Vorsitzende der Abgeordnetenkammer Gianfranco Fini statteten ihm einen Besuch ab. Berlusconis Tochter Marina verbrachte auch mehrere Stunden mit dem Vater.
apa
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