Sonntag, 12. Februar 2012
04. September 2010
Unterrichtsministerin Maria Stella Gelmini © 2010 Unterrichtsministerin Maria Stella Gelmini Unterrichtsministerin Maria Stella Gelmini © 2010 LaPresse Unterrichtsministerin Maria Stella Gelmini
Politik

Bischöfe kritisieren Unterrichtsministerin

Die italienischen Bischöfe klopfen Unterrichtsministerin Maria Stella Gelmini auf die Finger.

Gelmini, die den in mehreren italienischen Städten zunehmenden Protest der Lehrer mit befristeten Verträgen als politisch motiviert bezeichnet hatte, beweise keinerlei Sensibilität für die kritische Situation vieler Beschäftigten im Schulwesen, kritisierte das Sprachrohr der Bischofskonferenz CEI, „L´Avvenire“.

„Im beginnenden Schuljahr sollte man ausschließlich die Interessen der Jugendlichen berücksichtigen. Niemand darf auf ihre Kosten Karriere machen. Das gilt sowohl für die Ministerin als auch für jeden Erwachsenen, der eine Funktion im Schulwesen inne hat“, hieß es im Kommentar.

Gelmini habe ihren „umstrittenen Reformwillen“ sowohl im Universitäts- als auch im Schulwesen durchgeboxt.

Sie führe „ein politisches und persönliches Match“, auf das die Regierung Berlusconi stark setze und über das sich die Bischöfe noch nicht äußern wollen.

„Trotz der Bemühungen scheint das Schuljahr diesmal wieder einmal konfus zu beginnen. Hoffentlich siegt der gute Wille, damit Kindern und Jugendlichen die bestmögliche Qualität im Unterricht garantiert wird“, hieß es im Kommentar.

„Das Schulsystem schlecht zu behandeln, ist heute das größte Verbrechen, das man in Italien begehen kann“, fügte das Blatt hinzu.

Die Opposition bezeichnete die Kürzungen im Schulbereich als „verantwortungslos“. „Die Regierung spielt mit der Zukunft des Landes. Alle fortgeschrittenen Länder würden in Kultur und Bildung als Anti-Krise-Maßnahmen investieren. Italien zählt dagegen zu den EU-Ländern, die am wenigsten für Bildung ausgeben“, protestierte die oppositionelle PD.

Im Zuge der Reform der Regierung Berlusconi werden im beginnenden Schuljahr 10.000 Lehrerstellen gestrichen, warnten die Gewerkschaften.

d




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