Außenminister, Franco Frattini, ist fest davon überzeugt, dass Italien keine Krise wie in Griechenland drohe.
„Es gibt keine Ansteckungsgefahr für Italien. Wir zählen nicht zu den schwachen Ländern, weil alle Wirtschaftsfaktoren mit Ausnahme der Staatsschuld positiv sind und sogar über dem europäischen Durchschnitt liegen“, sagte Frattini in einem Interview mit dem TV-Sender „Canale 5“ am Freitag.
„Alle EU-Länder müssen absolute Strenge im Haushalt bewahren. Die öffentlichen Finanzen in Ordnung zu halten und auf spekulative Angriffe zu reagieren, sind die richtigen Strategien, um eine Situation wie in Griechenland abzuwenden“, meinte Frattini.
Die EU habe die Pflicht, den gemeinsamen Euro-Raum vor Angriffen zu bewahren. „Der Euro-Raum betrifft uns alle und wir müssen ihn gemeinsam verteidigen“, betonte der Minister.
In Mailand wurde am Freitag ein Bericht der Ratingagentur Moody’s über die Wirtschaftslage in Italien veröffentlicht.
Italien zähle nicht zu den von der Griechenland-Krise gefährdeten Ländern. Auch die globale Finanzkrise habe Italien nicht zu stark belastet, hieß es im Dossier.
Das Wirtschaftsministerium hat inzwischen seine Wachstumsprognosen für dieses und das nächste Jahr nach unten revidiert. Laut dem neuen Bericht legt die Wirtschaftsleistung 2010 nur noch um 1,0 nach den vorhergesagten 1,1 Prozent zu.
Für 2011 nahm das Ministerium seine Prognose kräftig auf 1,5 nach 2,0 Prozent zurück. Im Gegenzug erhöhte die Regierung ihre Prognose für die gesamte Staatsschuld, die heuer auf 118,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigt.
Ende 2009 hatten die Staatsschulden noch 116,9 Prozent erreicht. Für das kommende Jahr erwartet Italien nun einen Schuldenstand von 118,7 Prozent.
Die Vorhersagen zum Budgetdefizit von 5,0 Prozent in diesem und 3,9 Prozent des BIP im nächsten Jahr blieben unverändert. Laut dem Bericht des Wirtschaftsministeriums wird die Arbeitslosigkeit dieses Jahr von 7,8 auf 8,7 Prozent steigen und dann 2012 auf 8,2 Prozent leicht sinken.
Die Steuerlast sollte dieses Jahr 42,8 Prozent betragen, was unter dem Niveau von 2008 liegt. Die Ratingagentur Standard & Poor’s bekräftigte unterdessen ihren Ausblick für Italien als stabil.
apa
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