Frattini hält Gaddafis Milliardenforderung an EU legitim
Außenminister Franco Frattini hält die Forderung des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, der von der EU jährlich fünf Milliarden Euro für den Kampf gegen die illegale Einwanderer aus Afrika verlangt hat, für legitim.
„Afrika ist eine demografische Bombe. Die Maghreb-Länder müssen im Auftrag Europas den Polizisten spielen. Gelder zur Entwicklung der afrikanischen Sahara-Länder sind notwendig, fünf Milliarden Euro sind sogar wenig“, meinte Frattini im Interview mit der Turiner Tageszeitung „La Stampa“ am Donnerstag.
Kein anderes Land habe so gute Beziehungen zu Gaddafi wie Italien. „Gaddafi ist ein arabischer Politiker von Rang, er ist Präsident der Afrikanischen Union.
In Afrika behauptet er, dass Italien das einzige Land ist, das die Kolonialzahl bewältigt hat. Das öffnet in Afrika viele Tore“, erklärte der Außenminister, der am Donnerstag an dem euro-mediterranen Gipfeltreffen in Tripolis teilnimmt.
Frattini verteidigte Gaddafi auch vor Kritik wegen seines Appells, Europa solle sich zum Islam bekehren. Gaddafi meinte, der Islam müsse europäischer werden, er habe nicht von einer Islamisierung Europas gesprochen, versicherte Frattini.
Niemand dürfe vor provokativen und folkloristischen Äußerungen des libyschen Staatschefs zurückschrecken, meinte Frattini.