Ein Sohn des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi steht offenbar in Niger unter Hausarrest.
Der Sprecher der Übergangsregierung in Tripolis, Mohammed al-Harizi, sagte dem Fernsehsender al-Arabiya am Sonntag, beide Länder hätten zuvor über den Umgang mit al-Saadi al-Gaddafi gesprochen. Gaddafi Junior sei daraufhin festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht worden.
Ein am Freitag bei al-Arabiya ausgestrahltes Interview mit dem Gaddafi-Sohn hatte für Spannungen zwischen beiden Ländern gesorgt. Al-Saadi al-Gaddafi hatte betont, er wolle nach Libyen heimkehren, wo sich der Aufstand gegen die neue Führung täglich ausweite. Die Übergangsregierung forderte daraufhin seine Auslieferung.
Al-Saadi al-Gaddafi wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er war Anfang Oktober in das libysche Nachbarland Niger geflohen. Die Regierung in Niamey hat es bisher abgelehnt, ihn auszuliefern.
Die libysche Justiz wirft dem Sohn des gestürzten Diktators vor, als Chef des libyschen Fußballverbandes fremdes Eigentum unter Einsatz von Gewalt und Einschüchterung unterschlagen zu haben.
Bis 2003 führte der Sohn eine Eliteeinheit im Kampf gegen Islamisten in Libyen. Dann ging er als Fußballprofi nach Italien, kam kaum zum Einsatz und musste nach Dopingvorwürfen gehen.