Samstag, 04. Februar 2012
29. August 2010
Gaddafi heute in Rom mit Außenminister Franco Frattini © 2010 Gaddafi heute in Rom mit Außenminister Franco Frattini © 2010 200 junge Damen warten auf Gaddafi © 2010 200 junge Damen warten auf Gaddafi Gaddafi heute in Rom mit Außenminister Franco Frattini © 2010 APA/EPA Gaddafi heute in Rom mit Außenminister Franco Frattini © 2010 APA/EPA 200 junge Damen warten auf Gaddafi © 2010 APA/AP 200 junge Damen warten auf Gaddafi
Politik

Gaddafi sorgt in Rom für Wirbel - Video

Der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi sorgt auch bei seinem vierten Besuch in Rom in gut einem Jahr wieder für Aufregung.

Sein Aufruf, „Europa sollte sich zum Islam bekehren“, stieß am Montag in römischen Politikerkreisen auf heftige Kritik.

Mit diesen Worten hatte er sich am Vorabend vor über 200 extra für ihn rekrutierten jungen Damen kurz nach seiner Ankunft in Rom geäußert.

„Wenn ich in Tripolis die libysche Bevölkerung dazu aufrufen würde, zum Christentum überzutreten, würde ich wahrscheinlich nicht heil nach Hause kommen“, kritisierte Rocco Buttiglione von der christdemokratischen Partei UDC die Äußerungen Gaddafis.

Mitglieder der Opposition sprachen von einer „peinlichen Show“.

Regierungschef Silvio Berlusconi und enge Freund Gaddafis hielt sich hingegen mit öffentlichen Stellungnahmen zurück. „Kein Wirbel um Folklore“ sei die Parole, was den Gast aus Libyen angeht, zitierte die Tageszeitung „La Repubblica“ am Montag aus Regierungskreisen.

Doch der Wirbel scheint bei einem Besuch Gaddafis unvermeidlich. Der für seine Exzentrik bekannte Machthaber aus Tripolis reiste diesmal samt 30 Berberpferden in Rom an.

Wie immer kam er zu spät. Wie immer brachte er sein eigenes Beduinenzelt mit, das er diesmal im Garten der luxuriösen Residenz seines Botschafters aufschlagen ließ.

Der Besuch des „Colonnello“ - wie Gaddafi in Italien auch genannt wird - rief auch Hilfsorganisationen auf den Plan.

Amnesty International forderte Berlusconi auf, bei dem Treffen mit Gaddafi die Menschenrechtsverletzungen in Libyen anzusprechen.

Gaddafi wollte in Rom mit seinem Freund Berlusconi den zweiten Jahrestag eines Freundschaftsabkommens beider Länder feiern.

Geplant war der gemeinsame Besuch einer Foto-Ausstellung in der Libyschen Akademie sowie ein Abendessen mit laut Medienberichten 800 geladenen Gästen in der Kaserne „Salvo D’Aquisto“ - wegen des Fastenmonats Ramadan erst nach Sonnenuntergang.

Rom hat sich zu Milliarden-Zahlungen in den nächsten 20 Jahren als Ausgleich für Schäden aus der Kolonialzeit verpflichtet - wobei das Geld so investiert wird, dass auch italienische Firmen profitieren.

dpa


Video: Gaddafi in Rom: Vortrag vor Models
Loading the player ...




Hier können Sie den Artikel bewerten
 
On-Tour Fotos zum den Archiv