Werbung - Redaktion - Mittwoch, 23. Mai 2012
14. Dezember 2009
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Politik

Genesungswünsche von Sarkozy, Putin und Vatikan

Regierungschef Silvio Berlusconi, der am Sonntagabend bei einem tätlichen Angriff bei einer Parteiveranstaltung in Mailand im Gesicht verletzt wurde, hat in der Mailänder Privatklinik San Raffaele am Montag Genesungswünsche von mehreren Regierungs- und Staatschefs erhalten.

Der russische Premierminister Wladimir Putin und der französische Präsident Nicolas Sarkozy erklärten sich mit dem verletzten Ministerpräsidenten solidarisch. Berlusconi erhielt im Krankenhaus auch den Besuch der Parlamentspräsidenten Gianfranco Fini und Renato Schifani, sowie von Oppositionschef Pierluigi Bersani.

In Rom erhielt Berlusconi Solidaritätserklärungen von allen Parteien. Für Aufsehen sorgte die Oppositionspolitikerin Rosi Bindi, die zwar ihr Bedauern über den Angriff gegen den Premierminister ausdrückte, ihn jedoch aufforderte, sich nicht als „Opfer“ darzustellen.

Bindi: „Selbst schuld“

„Er ist selbst für dieses Klima voller Hass verantwortlich. In Italien ist ein politischer Konflikt im Gange, leider kann es passieren, dass Personen den Kopf verlieren“, meinte Bindi. Ihre Worte lösten hitzige Reaktionen aus. Vertreter der Regierungskoalition reagierten empört auf Bindis Worte.

Gelmini: „Ich dachte, er wäre tot“

Unterrichtsministerin Maria Stella Gelmini, die sich unmittelbar vor dem Angriff unweit von Berlusconi befand, erklärte sich erschüttert. „Ich habe einen harten Schlag gehört. Der Lärm hat mich erschüttert. Ich habe gedacht: Berlusconi ist ermordet worden. Ich habe mich umgedreht und gesehen, dass Berlusconi zu Boden gefallen ist. Der Angreifer schien mir wie im Drogenrausch. Er hatte ein abwesendes Gesicht, er stand da ohne zu reagieren, als ihn die Polizisten ergriffen. Ich dachte, bestimmt ist er nicht alleine. Ich meinte, er wäre mit einer Gruppe von Angreifern zusammen“, berichtete Gelmini im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Montag.

„Ich war von dem Hassklima bei der Parteiveranstaltung beeindruckt. Eine Gruppe von Regierungsgegnern hat ununterbrochen den Premierminister beschimpft. Das kann man nicht akzeptieren. Wir brauchen ein Gesetz, um ein solches Verhalten streng zu bestrafen“, meinte Gelmini.

Vatikun verurteilte Attacke

Der Vatikan und die Italienische Bischofskonferenz (CEI) haben die tätliche Attacke auf Ministerpräsident Silvio Berlusconi scharf verurteilt. Vatikansprecher Pater Federico Lombardi nannte den Angriff laut Kathpress „schwerwiegend und besorgniserregend“.

Der Vorfall zeige das Risiko, dass man „von der Gewalt der Worte zur Gewalt in den Taten“ übergehe. Die Kirchenleitung empfinde gegenüber Berlusconi die „gebührende Solidarität“, sagte Lombardi laut italienischen Medien am Sonntagabend.

Buhrufe für den „Clown“

Der Angriff auf Berlusconi ereignete sich nach einer Parteiveranstaltung in Mailand, auf der Berlusconi der politischen Linken „Hass und Missgunst“ vorgeworfen hatte. Zudem kritisierte er erneut die Richter als „politisiert“.

Zu Beginn der Veranstaltung war Berlusconi von rund einem Dutzend Menschen ausgebuht und ausgepfiffen sowie als „Clown“ beschimpft worden. Der Regierungschef rief ihnen daraufhin mehrfach laut zu, sie sollten sich schämen. Daraufhin kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Demonstranten und jungen Sicherheitskräften der Veranstaltung, die Polizei musste eingreifen.

Inzwischen laufen in Mailand die Ermittlungen über den Angreifer auf Hochtouren. Die Polizei will überprüfen, ob der angeblich psychisch gestörte Massimo T. allein oder unter dem Druck anderer Personen gehandelt hat.

Die Tatsache, dass der Grafiker aus der Mailänder Peripherie auch einen Selbstverteidigungsspray in der Jackentasche hatte, führte die Polizei zum Schluss, dass er den Angriff auf Berlusconi geplant hatte.

apa


Video: Angriff auf Silvio Berlusconi
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