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Artikel vom 20. Juli 2012
Allein in der Hauptstadt Madrid nahmen nach Angaben der Zeitung „El País“ mindestens 100.000 Menschen an der Demonstration teil.
In der Nacht zum Freitag hat die Polizei in Madrid Gummigeschoße gegen Teilnehmer eines Massenprotests eingesetzt.
Zudem trieb sie am Abend am zentralen Platz Puerta del Sol kleinere Gruppen von Demonstranten mit Schlagstöcken auseinander, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Angaben über Verletzte oder Festnahmen lagen zunächst nicht vor.
Die großen Gewerkschaftsverbände CCOO und UGT hatten zu den Demonstrationen aufgerufen. Sie lehnen das von der Regierung beschlossene Sparpaket im Umfang von 65 Milliarden Euro entschieden ab.
Mit den Protesten in insgesamt mehr als 80 spanischen Städten wollten die Gewerkschaften die Mobilisierungsfähigkeit der Spanier prüfen.
Die Gewerkschaften haben damit gedroht, zu einem neuen Generalstreik im September aufzurufen.
Die regierende Volkspartei von Ministerpräsident Mariano Rajoy, die im Parlament die absolute Mehrheit stellt, hatte am Donnerstag das umstrittene Sparpaket gebilligt.
Die Opposition votierte geschlossen dagegen. Die Sparmaßnahmen enthalten unter anderem eine drastische Anhebung der Mehrwertsteuer und die Abschaffung des Weihnachtgeldes für die Staatsangestellten.
Die Einschnitte sind bei breiten Teilen der spanischen Gesellschaft auf großen Widerstand gestoßen. An den Protesten am Donnerstagabend nahmen auch Polizisten, Militärs, Richter und Staatsanwälte teil.
Spanien befindet sich in einer Rezession, mehr als 5,6 Millionen Menschen sind arbeitslos. Eine der am heftigsten kritisierten Sparmaßnahmen der Regierung sieht eine Kürzung des Arbeitslosengeldes vor.
dpa