„Italiener wollen Arbeitsplatz in der Nähe von Mami“
Das Thema Arbeitsmarktreform beschäftigt weiterhin die Regierung. Nachdem Premier Mario Monti vor wenigen Tagen mit der Behauptung für Aufruhr gesorgt hatte, ein fester Arbeitsplatz sei langweilig, schüttet jetzt Innenministerin Annamaria Cancellieri Öl ins Feuer.
„Wir Italiener wollen einen festen Arbeitsplatz in derselben Stadt von Mami und Papi“, sagte die Innenministerin in einem TV-Interview. Sie verteidigte den Premier wegen seiner umstrittenen Aussagen zum sicheren Arbeitsplatz.
„Die moderne Welt lebt eine große Mobilität, während wir hier noch in der Kultur des fixen Jobs leben. Die Welt ändert sich, wie es in den Schwellenländern der Fall ist. Wir müssen einen Sprung nach vorne machen. Monti wollte keinesfalls respektlos klingen“, meinte sie.
Ihre Kollegin Elsa Fornero drückt auf das Gaspedal, um die Arbeitsmarktreform zügig umzusetzen.
„Wir dürfen keine Zeit verlieren. Die Regierung hat die Pflicht, rasch zu handeln, um die Probleme zu lösen. Der Dialog mit den Sozialpartnern ist voll im Gange. Dies bedeutet nicht, dass schon alles beschlossen wurde, wir wollen den Forderungen der Gewerkschaften zuhören“, so die Arbeitsministerin.
CGIL-Chefin Susanna Camusso meinte, dass Italien eine Auflockerung des Kündigungsschutzes zur Flexibilisierung des Arbeitsmarkts nicht benötige. „Die Regierung wollte mit uns das Problem der unsicheren Jobs in Angriff nehmen. Jetzt kreist die Debatte lediglich um Artikel 18“, protestierte Camusso.