Werbung - Redaktion - Mittwoch, 23. Mai 2012
07. Februar 2012
Sergej Lawrow und Baschar al-Assad (L) © 2012 APA/EPA Sergej Lawrow und Baschar al-Assad (L)
Politik

Lawrow stärkt Assad – Botschafter verlassen Syrien

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat bei einem Besuch in Syrien Verständnis für das Vorgehen von Präsident Baschar al-Assad im Konflikt mit der Opposition geäußert.

Bei dem Treffen am Dienstag habe Assad seine Bereitschaft zur Beendigung der Gewalt im Land bekräftigt, meldeten russische Agenturen aus Damaskus.

Italien, Frankreich, Spanien, Großbritannien und Dänemark riefen nach Angaben aus Diplomatenkreisen ihre Botschafter aus Damaskus zurück.

Die deutsche Botschaft arbeitet schon seit einiger Zeit nur noch mit Minimalbesetzung.

Die US-Regierung hatte ihre Botschaft am Montag auf unbestimmte Zeit geschlossen und alle US-Bürger zur Ausreise aufgefordert.

"Assad will Referendum über neue Verfassung "

„Jeder Führer in jedem Land sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein“, sagte Lawrow während eines Treffens mit Assad.

„Sie sind sich Ihrer (Verantwortung) bewusst“, ergänzte Lawrow nach Angaben der Agentur Interfax. Moskau bekräftigt damit seine international umstrittene Haltung im Syrien-Konflikt.

Die UN-Vetomächte Russland und China waren nach ihrer Blockade einer westlichen Resolution gegen Syrien im Weltsicherheitsrat am Wochenende international in die Kritik geraten.

Syrien ist nach russischen Angaben bereit, eine neue Mission der Arabischen Liga mit deutlich mehr Beobachtern in das Land zu lassen.

Das sagte Lawrow nach dem Treffen mit Assad. Außerdem wolle Assad weiterhin ein Referendum über eine neue Verfassung zulassen.

Ende Januar hatte die Arabische Liga den Einsatz ihrer Beobachter wegen der Eskalation der Gewalt bis auf weiteres gestoppt.

Die Beobachtermission könne zu einer ernsthaften Stabilisierung der Lage führen, meinte Lawrow.

"Russland inzwischen Teil des Problems"

Zudem will Russland seine separaten Gespräche mit Vertretern der syrischen Opposition fortsetzen und sei zur Zusammenarbeit mit den Beobachtern der Arabischen Liga bereit.

„Es ist klar, dass die Anstrengungen zur Beendigung der Gewalt von einem Dialog mit allen politischen Kräften begleitet werden sollen“, sagte Lawrow.

Aus Kreisen der syrischen Exil-Opposition hieß es dagegen, „Russland ist leider inzwischen Teil des Problems und kann daher nicht mehr Teil einer Lösung sein.“

dpa


Video: Russischer Außenminister in Damaskus - Wieder viele Tote in Syrien
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