Sigmar Gabriel auf PD-Kundgebung gegen Berlusconi in Rom
SPD-Chef Sigmar Gabriel setzt angesichts der italienischen Regierungskrise um den stark geschwächten Silvio Berlusconi auf einen Neuanfang in Rom. „Italien ist mehr wert als die Regierung, die es repräsentiert“, sagte Gabriel am Samstag in Rom vor Journalisten.
„Hier gibt es fleißige Menschen, die es nicht verdient haben, von einer Regierung vertreten zu werden, die international jeden Kredit verspielt hat.“
Das Land sei wegen der Schuldenkrise auf dem jüngsten G20-Gipfel in Anwesenheit seines Regierungschefs unter ein internationales Überwachungskuratel gestellt worden.
Der SPD-Chef wollte am Nachmittag auf einer Kundgebung des „Partito Democratico“ sprechen. Berlusconi demütige das Land, sagte er. Er hoffe, dass Italien wieder eine glaubwürdige und respektable Stimme in Europa und in der Welt bekomme.
In Rom geht es schon seit Wochen darum, ob der angeschlagene Chef der Mitte-Rechts-Regierung seinen Platz räumt und den Weg für Neuwahlen oder eine Übergangsregierung freimacht. Obwohl er inzwischen keine absolute Mehrheit im Parlament mehr hat, sträubt sich Berlusconi, von sich aus zurückzutreten.
Gabriel sagte, die konservativen Regierungen, Deutschland und Frankreich voran, seien nicht in der Lage gewesen, mit dieser Krise umzugehen. Der Kapitalismus müsse jetzt europaweit gebändigt werden.
Der sozialistische französische Präsidentschaftskandidat François Hollande, der ebenfalls auf der Kundgebung auf der Piazza San Giovanni gegen Berlusconi sprechen wollte, sagte kurzfristig ab. Die Demonstration der von Pierluigi Bersani geführten Partei steht unter dem Motto „Wiederaufbau – im Namen des italienischen Volkes.“