Werbung - Redaktion - Mittwoch, 23. Mai 2012
10. Februar 2012
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Politik

Syrien: Das Martyrium von Hama wiederholt sich in Homs

Der syrische Präsident Baschar al-Assad geht mit schweren Waffen gegen die Rebellen in der Großstadt Homs vor.

Die mit mehr als 650.000 Einwohnern drittgrößte Stadt Syriens erleidet heute das Schicksal von Hama vor 30 Jahren.

Damals hatte Assads Vorgänger und Vater Hafis al-Assad wochenlang den Widerstand in der Stadt mit 300.000 Einwohnern zusammenschießen lassen. Die Weltöffentlichkeit bekam damals zunächst kaum etwas davon mit.

Bisher wurden in Homs nach Angaben syrischer Oppositioneller mehr als 2850 Menschen getötet – Tendenz schnell steigend.

Wie viele Tote es 1982 in Hama gab, ist unklar. Syrische Exilpolitiker um den ehemaligen Staatspräsidenten Amin al-Hafin sprachen 1983 von 35.000 bis 38.000 Toten.

Die heutigen Schätzungen bewegen sich zumeist zwischen 10.000 und 30.000 Toten.

Hama war eine Hochburg der sunnitischen Muslimbruderschaft, die in Syrien verboten war. Die Opposition umfasste aber auch panarabische Nationalisten.

Assads laizistische Baath-Partei sah die Muslimbrüder, die die Einheit von Religion und Staat forderten, als Bedrohung an und unterdrückte sie blutig.

Die Islamisten versuchten ihrerseits, Assads Regime mit Terroranschlägen zu destabilisieren.

Im Februar 1982 brachen in Hama schwere Unruhen aus. Assads Truppen riegelten mehrere Stadtviertel ab und gingen mit schweren Waffen gegen die Islamisten vor, die ihrerseits alle Syrer zum Aufstand aufriefen.

Mehr als zwei Wochen lang wurde die Stadt im Nordwesten Syriens bombardiert und beschossen, auch die Altstadt. Es kam zu Massakern.

Am Ende war der Widerstand gebrochen. Oppositionelle wurden eingekerkert, die Muslimbewegung war praktisch zerschlagen.

Jetzt scheint sich die Geschichte in Homs zu wiederholen. Seit Beginn des Aufstandes gegen Assad wurde die Stadt 160 Kilometer nördlich von Damaskus zum Ziel massiver Angriffe der syrischen Armee.

Anders als in Hama steht das Blutbad in der alten Seidenstadt Homs allerdings im Fokus der Weltöffentlichkeit. Auch die – wie damals ideologisch uneinheitliche – Opposition findet im Ausland viel mehr Widerhall.

Die Geschichte von Homs nahe der Grenze zum Libanon reicht bis ins Jahr 2300 vor Christus zurück.

Die nahe gelegene mittelalterliche Kreuzritterburg „Krak des Chevaliers“ zählt zum Weltkulturerbe der Unesco.

dpa




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