Werbung - Redaktion - Mittwoch, 23. Mai 2012
20. Februar 2012
Rick Santorum © 2012 APA/AP Rick Santorum
Politik

Umfragen zu US-Vorwahlen: Jetzt liegt Santorum klar vorn

Der erzkonservative US-Präsidentschaftsbewerber Rick Santorum zieht Umfragen zufolge dem bisherigen Favoriten Mitt Romney eindeutig davon.

Einer neusten landesweiten Gallup-Umfrage zufolge wollen 36 Prozent der Republikaner, dass der streng-religiöse Ex-Senator Santorum Barack Obama bei den Präsidentenwahlen im November herausfordert.

Lediglich 28 Prozent unterstützen den Multimillionär und ehemaligen Gouverneur Romney. Damit habe Santorum erstmals einen eindeutigen Vorsprung, der außerhalb statistischer Fehlermargen bei Umfragen liege, meinen Umfragexperten.

Die beiden anderen Bewerber bei den Republikaner-Vorwahlen sind dagegen klar abgeschlagen. Der ehemaligen Parlamentspräsidenten Newt Gingrich käme demnach lediglich auf 13 Prozent der republikanischen Vorwähler, der radikalliberale Ron Paul auf elf Prozent.

Auch ein vom Onlinedienst „Real Clear Politics“ errechneter Mittelwert aus sechs Umfragen sieht Santorum klar vorn. Demnach käme Santorum auf knapp 34, Romney auf 28 Prozent.

Zu Beginn der Vorwahlen im Januar galt Romney lange Zeit als klarer Favorit – Santorum als krasser Außenseiter. Nun scheint das Rennen um die Kandidatur völlig offen. Der 53-jährige Santorum hatte vor zwei Wochen überraschend bei Vorwahlen in den drei Bundesstaaten Colorado, Minnesota und Missouri gewonnen.

Santorum, ein tiefgläubiger Katholik, setzt seine Religiosität gezielt in den Wahlkampf ein. Jüngst warf er Obama vor, er hänge einer „gefälschten Theologie“ an, „keiner Theologie, die auf der Bibel beruht“. Später meinte Santorum, er wolle damit Obama nicht absprechen, dass er ein Christ sei.

Santorum tritt etwa selbst bei Vergewaltigung und Inzest für ein Verbot von Abtreibung ein. Romney – ein Mormone – gilt dagegen als ein eher moderater und pragmatisch ausgerichteter Konservativer.

Santorum und Romney konnten sich bisher in jeweils vier Vorwahlen durchsetzen. Die nächsten Abstimmungen stehen am 28. Februar an, in den Bundesstaaten Arizona und Michigan. Doch eine erste echte Vorentscheidung ist frühestens beim „Super Tuesday“ am 6. März zu erwarten – dann wird auf einen Schlag in zehn Bundesstaaten gewählt. Alles in allem stehen noch über 40 Vorwahlen an. Endgültig wollen die Republikaner erst bei ihrem Parteitag Ende August über die Kandidatur entscheiden.

dpa




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