Zwischen Italien und Indien ist ein diplomatischer Streit ausgebrochen, weil am Sonntag zwei Soldaten des italienischen Kriegsschiffes „San Marco“ von den indischen Justizbehörden festgenommen wurden.
Die beiden Militärs, Massimiliano Latorre und Salvatore Girone, befanden sich als Gewehrschützen an Bord des italienischen Tankers „Enrica Lexie“, um dem Schiff im Golf von Aden Schutz vor Piratenangriffen zu sichern.
Während der Fahrt sollen die Gewehrschützen zwei Fischer unweit des Tankers in ihrem Boot versehentlich für Piraten gehalten und auf sie geschossen haben. Dabei wurden die zwei Inder Ajesh Binki (25) und Jalastein (45) getötet.
Indischen Medien zufolge wurden die beiden italienischen Soldaten in Kochi im indischen Staat Kerala festgenommen, während aus dem Außenministerium in Rom verlautete, dass sie bloß auf Fragen ermittelnder Staatsanwälte geantwortet hätten.
Rom verlangt die Obduktion der beiden Fischer, da seiner Ansicht nach die Soldaten bloß in die Luft geschossen hätten. Die lokale Polizei ermittelt gegen die beiden Soldaten wegen Mordes.
Das Außenministerium in Rom verlangte die sofortige Freilassung der Italiener. Außerdem sei Indien nicht zuständig, weil sich der Zwischenfall in internationalen Gewässern abgespielt habe. Demnach müsse er nach den Gesetzen jenes Landes geregelt werden, dem das Schiff gehöre, also Italien.
Auch stünden die Soldaten unter internationaler Immunität, da sie sich aufgrund einer der UN-Resolutionen zur Bekämpfung der Piraterie auf dem Tanker waren.
Das Außenministerium in Rom entsandte eine Delegation nach Kochi. Premier Mario Monti kümmere sich persönlich um den Fall, hieß es.