Die Gemeinde Coccaglio im Herzen der Lombardei ist wegen ihrer Ausländerpolitik heftig unter Beschuss geraten.
Das 7.000-Seelen-Dorf östlich von Mailand hat eine Kampagne gestartet, um festzustellen, ob die rund 1.500 Migranten, die sich in Coccaglio aufhalten, legal in der Gemeinde leben.
Kontrollen wurden bei den Ausländern durchgeführt, deren Aufenthaltsgenehmigung in den vergangenen Wochen ausgelaufen ist. „Wenn sie ihre Dokumente nicht in Ordnung haben, verlieren sie den Wohnsitz“, sagte der Bürgermeister der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord, Franco Claretti.
„Weiße Weihnacht“ wurde die Kontrollserie genannt, da sie bis zum 25. Dezember abgeschlossen werden soll. „Wir wollen Ordnung garantieren. Weihnachten ist ein Fest der christlichen Tradition und unserer Identität“, meinte der Bürgermeister.
Seit dem 25. Oktober seien 150 Ausländer kontrolliert worden, die Hälfte davon seien illegal. Andere Gemeinden unter Verwaltung der Lega in der Lombardei wollen sich an der Operation „Weiße Weihnacht“ ein Beispiel nehmen.
Die Initiative des Bürgermeisters löste heftigen Protest aus. Es sei skandalös, eine Kampagne gegen Migranten mit Weihnachten in Verbindung zu bringen, kritisierten die lokale Kirche und die Caritas.
Der Gewerkschaftsverband Cisl meinte, die Kampagne erinnere an die Razzien der Faschisten im römischen Ghetto auf der Suche nach jüdischen Staatsbürgern.
Der Chef der Lega Nord, Umberto Bossi, verteidigte Bürgermeister Coccaglio gegen die heftige Kritik. „Kontrollen sind notwendig, natürlich hätte man für diese Kampagne einen anderen Namen finden können“, kommentierte Bossi am Donnerstag.
apa

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