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Artikel vom Freitag, 1. Januar 2010

Der HC Bozen holt Helle zurück

Mit einem neuen Trainer startet der HC Interspar Bozen ins neue Jahr.

Der Rekordmeister hat sich von Jamie Bartman getrennt und Jari Helle zurückgeholt. Der 46-jährigen Finne gewann mit dem HCB in den beiden letzten Saisonen zwei Meistertitel, einen Italienpokal und einen Supercup und belegte im Vorjahr im Continental Cup den dritten Platz, punktegleich mit Sieger HC Martin und Rouen.

In der heurigen Meisterschaft stand Helle in der Serie A2 bei Kaltern hinter der Bande.

„Helle wird am Sonntag in Kaltern zum letzten Mal die Überetscher coachen. Ab Montag trainiert er in Bozen und wir hoffen, dass er wieder an die Erfolge der beiden letzten Jahre anschließen kann“, erklärt HCB-Präsident Dieter Knoll.

„Wir müssen uns bei Kaltern, besonders bei Präsident Norbert Pichler bedanken, dass man uns entgegen gekommen ist und Helle frei gegeben hat.“

Knoll würdigte aber auch die Arbeit von Jamie Bartmann: „Er hat gute Arbeit geleistet, war aber leider nicht erfolgreich. Nachdem wir in der Meisterschaft auf den fünften Platz zurückgefallen sind, und 15 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Pustertal haben, mussten wir handeln. Wir haben heuer bereits die beiden ersten Saisonziele verfehlt: Das Supercup-Finale gegen Ritten haben wir verloren, den Einzug in die Continental-Cup-Finalrunde haben wir verpasst“, bedauert Knoll.

Bartmann hat den HCB in 31 Punktespiele gecoacht. Seine Bilanz: 19 Siege und zwölf Niederlagen.

Jari Helle

Jari Helle wurde am 10. August 1962 in Tampere in Finnland geboren. Sein Vater Seppo, der selbst Spieler und Trainer war, brachte ihn bereits als Kind zum Eishockey.

Jari Helle war während seiner Jugendzeit einer der talentiertesten Nachwuchsspieler seines Landes und gewann 1979 mit der U18-Nationalmannschaft Finnlands EM-Silber.

Eine hartnäckige Rückenverletzung zwang ihn allerdings sehr früh, seine Karriere zu beenden: Mit 22 Jahren musste er die Schlittschuhe nach zwei Operationen an den Nagel hängen.

1988 begann Helle seine Trainerkarriere und war zehn Jahre lang bei verschiedenen finnischen Klubs.

Zwischen 1989 und 1990 war Helle, der 1992 das finnische Spitzentrainerdiplom erhalten hat, überdies als Europa-Scout der Pittsburgh Penguins tätig.

1998 kam er nach Südtirol. Bis 2001 trainierte er Kaltern, wo er im dritten Jahr Serie B-Meister wurde. Im Sommer 2001 wechselte er zu Sterzing in die Serie A, wo er allerdings nach nur wenigen Wochen entlassen wurde.

Einen Monat später heuerte er beim HC Eppan an und gewann auch mit den „Piraten“ die Serie B-Meisterschaft. Danach weilte Helle für zwei Jahre in Lappland, ehe er in der Saison 2004/05 nach Kaltern zurückkehrte.

Im Jänner 2006 verpflichtete ihn der HC Eppan, dann arbeitete er als Trainer bei seinem neuen Heimstadtklub Kotka. Auch hier gewann er die Meisterschaft und brachte Kotka von der dritten in die zweite finnische Liga.

Im März 2008 kam Helle vor den Play-off-Spielen als „Feuerwehrmann“ zum HC Bozen. Er trat die Nachfolge von Doug McKay an und machte die Weiß-Roten nach acht erfolglosen Jahren wieder zum alleinigen Rekordmeister.

Im Vorjahr wiederholte Helle dieses Kunststück und gewann neben dem Meistertitel auch den Supercup und Italienpokal.

In 13 Monaten, von März 2008 bis April 2009 betreute Helle den HCB in 73 Punktespielen. Dabei gelangen ihm 56 Siege, bei nur 17 Niederlagen.