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Artikel vom 20. September 2012
Nachdem die Liga mitteilte, dass im Zuge des festgefahrenen Tarifstreits alle Vorbereitungsspiele bis zum 30. September gestrichen wurden, ist der geplante NHL-Saisonstart am 11. Oktober in weite Ferne gerückt.
Da sich die Teambesitzer mit der Spielergewerkschaft NHLPA bislang nicht auf einen neuen Tarifvertrag verständigen konnten, sind mehr als 700 Profis seit dem 16. September von ihren Vereinen ausgesperrt. Es ist der dritte sogenannte Lockout der Liga nach 1994 und 2004.
Der deutsche Nationalspieler Christian Ehrhoff von den Buffalo Sabres trainiert bereits seit Dienstag bei den Krefeld Pinguinen und wird am Freitag im DEL-Duell „ganz nervös“ – wie er selbst sagt – gegen die Hamburg Freezers auflaufen.
Wahrscheinlich werden weitere deutsche Nationalspieler die gehaltslose Zeit der Aussperrungen nutzen, um wieder in der Heimat zu spielen.
So hat Dennis Seidenberg von den Boston Bruins schon angekündigt, nach elf Jahren wieder für die Adler Mannheim auflaufen zu wollen. „Wenn ich in der DEL spielen würde, wäre Mannheim meine erste Adresse“, betonte auch Stürmer Marcel Goc von den Florida Panthers. Der Ex-Mannheimer Jochen Hecht ist ebenfalls im Gespräch. Der Stürmer war auch während der ausgefallenen NHL-Saison 2004/2005 für die Adler aktiv.
Tschechien, Russland und der Schweiz bevorzugt
Den größten Zulauf in Europa verzeichnen bislang die Top-Vereine in Tschechien, Russland und der Schweiz. Der russische Superstar Alexander Owetschkin (Washington Capitals) will für Dynamo Moskau Tore schießen. Kaum in seiner Heimat eingetroffen, meldete sich der Top-Stürmer im Arbeitskampf lautstark zu Wort.
In einer Telefonschalte mit der „Washington Post“ und der „Washington Times“ drohte er, er wisse nicht, wie viele Spieler aus Russland in die NHL zurückkehren würden, falls die NHL die Gehälter drastisch kürze.
„Wir haben alle gültige Verträge, warum also tasten sie nun unsere Verträge und Gehälter an? Wenn alles so bleibt wie momentan, dauert der Lockout die ganze Saison. Die Gehälter zu kürzen ist eine richtig dumme Idee!“, beklagte der russische Multimillionär.
Gleich drei Top-Stars hat Dynamos Konkurrent in der Kontinental Hockey League (KHL), Metallist Magnitogorsk, angelockt.
Der russische Meister sicherte sich die Dienste von Pittburghs Jewgeni Malkin, dem wertvollsten Spieler der vorigen NHL-Saison.
Zudem spielen Sergej Gontschar (Ottawa Senators) und Nikolai Kulemin (Toronto Maple Leafs) für den Club aus der russischen Bergarbeiterstadt. Der zweimalige russische Weltmeister Ilja Kowaltschuk (New Jersey) entschied sich für ein Engagement bei SKA St. Petersburg.
Für Furore in Tschechien sorgt Oldie Jaromir Jagr, der schon am Freitag für den HC Kladno unweit von Prag auf Torejagd gehen möchte.
Der 40-Jährige gehört zu den zehn tschechischen Spielern, die nun in heimischen Gefilden nach einem Ersatz-Gehalt suchen.
Die finanzkräftigen Schweizer Vereine haben sich bereits die Dienste von neun NHL-Profis gesichert. In Rick Nash und Joe Thornton spielen voraussichtlich im Heimspiel am Samstag gegen die Rapperswil-Jona Lakers zwei Kanadier für Rekordmeister HC Davos, mit dem sie 2005 schon den Meistertitel gewonnen hatten.
Auch Teams aus Finnland, Schweden, der Ukraine, Weißrussland, der Slowakei und Lettland haben NHL-Cracks für unbestimmte Zeit verpflichtet.
dpa