Die Formel 1 wird unmittelbar vor dem Saisonstart wieder einmal von technischen Diskussionen begleitet. Anstoßpunkt ist der Heckflügel von McLaren-Mercedes, den der Automobil-Weltverband FIA am Donnerstag genehmigt hat.
Die Konkurrenz ortet einen klaren Wettbewerbsvorteil, ein Protest scheint aber zwecklos. Die Situation ist ähnlich wie im Vorjahr beim umstrittenen Diffusor von BrawnGP.
Aerodynamisch bedingt der Schlitz im Heck von McLaren große Änderungen.
Das Heck von Jenson Button und Lewis Hamilton hatte schon bei den Testfahrten Aufmerksamkeit erregt, die FIA ihre Entscheidung auf den Auftakt in Bahrain verschoben. Dort war am Donnerstag an keinem Auto etwas beanstandet worden.
„Vor ein paar Wochen hat es noch ganz anders ausgeschaut“, erklärte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko.
Stopp für Entwicklungsverbot für Motoren
Auch an einer anderen Front wird gekämpft: Renault hat die Regelbehörde gebeten, das seit 2007 gültige Entwicklungsverbot für Motoren aufzuheben, um wieder auf ein Niveau mit Branchenführer Mercedes zu kommen. Die Franzosen haben das Einfrieren der Motorenentwicklung bisher offensichtlich ernster genommen als die Konkurrenz.
Vier Mercedes-betriebene Autos waren am Freitag in Sakhir im Training voran. Auf den vielen Geraden des Kurses zeigt sich der Leistungsnachteil von Renault, der bereits mehr als 20 PS betragen könnte.
Wenn Renaults Ansuchen Erfolg hat, dann könnte bei entsprechender Vorlaufzeit ein verbesserter Motor bis zum Europa-Auftakt Anfang Mai in Barcelona fertig sein.
Das würde auch das Red-Bull-Team um Vize-Weltmeister Sebastian Vettel freuen, das mit Renault-Motoren fährt. Denn das wäre bald genug, um auch in der WM wieder annähernd Chancengleichheit zu schaffen: Vier Rennen sind bis dahin bestritten, 15 noch ausständig.
Fünf von elf Rennen gewonnen
Den Doppel-Diffusor im Vorjahr hatte Red Bull bis zum siebenten Rennen in der Türkei nachgerüstet. Ab diesem Zeitpunkt hat das Team fünf von elf Rennen gewonnen.
Die Motorenentwicklung war 2007 auf dem Stand von Ende 2006 eingefroren worden – vorrangig um den Teams zu helfen, Kosten zu sparen.
Das aerodynamische Nachrüsten wegen des McLaren-Hecks widerspricht diesem Ansatz. Unterstützung erhält Red Bull daher von der Konkurrenz – neben Williams oder Lotus besonders von Motorenpartner Renault.
„Es ist ganz klar, dass der McLaren-Flügel illegal ist“, betonte dessen Technischer Direktor Bob Bell. „Die FIA eröffnet damit ein neuerliches Wettrüsten, das viele Teams sehr viel Geld kosten wird.“ Und das wolle natürlich niemand.
apa
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