© 2010 APA/EPA War der teuerste Transfer des Sommers: David Villa wechselte für eine Ablöse von 40 Millionen Euro von Valencia zu FC Barcelona.
Nicht Europas Fußball-Prominenz, sondern Manchester City war dank Millionen aus Arabien der Großeinkäufer am sommerlichen Transfermarkt.
Scheich Mansour bin Zayed al Nahyan aus Abu Dhabi ließ sich nicht bitten und investierte in der Sommerpause erneut in sein Lieblingsspielzeug.
Sechs hochkarätige Einkäufe tätigte der Club, der bereits in den vergangenen zwei Jahren mehrere hundert Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben hatte.
Rund 150 Millionen Euro investierte City in neue Kräfte. Spaniens Weltmeister David Silva (Valencia), Italiens Stürmertalent Mario Balotelli (Inter Mailand) und Englands Teamkicker James Milner (Aston Villa) folgten ebenso dem monetären Ruf aus Manchester wie Yaya Toure (Barcelona).
Kritik für Kaufwut
Die neureichen „Citizens“, die als Fünfte der vergangenen Saison die Qualifikation für die Champions League verpasst hatten, ernteten für ihre Kaufwut auch Kritik. Trainer Roberto Mancini verteidigte aber seinen Arbeitgeber, der seit 2008 der Herrscherfamilie des Golfscheichtums gehört.
„Alle Vereine haben in den vergangenen Jahren viel Geld ausgegeben. Es ist normal, dass man viel Geld ausgeben muss, wenn man einen guten Spieler will. So ist der Markt“, sagte der Italiener vor dem Startschuss in die neue Saison.
Dass die Einkaufspolitik im hochkarätigen und auf allen Positionen mehrfach besetzten Kader allerdings für Unruhe sorgt, muss auch Mancini zur Kenntnis nehmen. Keinen Platz im 25-Mann-Kader fand zum Beispiel der als nicht unbedingt pflegeleicht geltende Waliser Craig Bellamy.
Vier Hoch-Karäter verließen Chelsea
Anders präsentierte sich die Lage bei Englands Titelträgern der vergangenen beiden Jahre. Der regierende Meister Chelsea ließ mit Joe Cole (Liverpool), Michael Ballack (Leverkusen), Deco (Fluminense) und Ricardo Carvalho (Real Madrid) vier Routiniers ziehen.
Zu den „Blues“ stießen der Israeli Yossi Benayoun (Liverpool) und Brasiliens Internationaler Ramires (Benfica Lissabon).
Konkurrent Manchester United bzw. Coach Sir Alex Ferguson vertraut auf sein alterndes Stammpersonal, mit Javier Hernandez kam bereits vor der WM nur eine mexikanische Stürmerhoffnung.
Eine mit Manchester City vergleichsweise Einkaufstour startete auf der Jagd nach dem verlorenen Titel Spaniens Topclub Real Madrid. Die „Königlichen“ holten unter Neo-Coach Jose Mourinho die deutschen Teamspieler Mesut Özil (Bremen) und Sami Khedira (Stuttgart), den Argentinier Angel di Maria (Benfica) und den Portugiesen Carvalho. Die 250 Mio. Euro Ausgaben im Vorjahr blieben trotzdem außer Reichweite.
Real-Legende Raul nach Deutschland
Seinen tränenreichen Abschied aus Madrid gab Legende Raul bekannt, der Stürmer wechselte aus der spanischen Metropole in den Ruhrpott zu Schalke 04.
Erzrivale Barcelona dürfte dies nicht beeindruckt haben. Der Meister aus Katalonien vertraut ebenfalls auf ein eingespieltes Team. Anstelle von Unruheherd Zlatan Ibrahimovic – der Schwede wurde vorerst leihweise an Milan abgegeben – und des französischen Altstars Thierry Henry (RB New York) soll David Villa für Tore sorgen.
Der weltmeisterliche Torjäger kam bereits vor dem WM-Triumph Spaniens um 40 Mio. Euro vom finanzmaroden Valencia CF. Argentiniens Teamkapitän Javier Mascherano (Liverpool) verstärkt künftig für 22 Mio. Euro das blau-rote Mittelfeld.
Inter ungewöhnlich zurückhaltend
Ungewöhnlich zurückhaltend auf dem Transfermarkt gab sich Italiens Champion Inter Mailand. Unter dem neuen Trainer Rafa Benitez holte der Champions-League-Sieger nur ablösefreie Ergänzungsspieler und erwirtschaftete sich mit dem Verkauf von Balotelli ein kräftiges Plus.
Zum Umbau gezwungen war nach einer miserablen Saison hingegen Rekordmeister Juventus Turin.
Die in der Europa League ebenfalls auf Salzburg treffende „Alte Dame“ trennte sich u.a. von Veteran Fabio Cannavaro (Al Ahli), Stürmer David Trezeguet (Alicante) und dem noch im Vorjahr geholten brasilianischen Spielmacher Diego (Wolfsburg). Geholt wurden leihweise Italiens Teamstürmer Fabio Quagliarella und Simone Pepe.
Die zehn teuersten internationalen Fußball-Transfers vor Ende der Sommer-Übertrittszeit am heutigen Dienstagabend im Überblick:
David Villa (ESP) von Valencia zu FC Barcelona um eine kolportierte Ablöse von 40,0 Mio. Euro;
David Silva (ESP) Valencia Manchester City 31,0 Mio. Euro;
Yaya Toure (CIV) FC Barcelona Manchester City 30,0 Mio. Euro;
James Milner (ENG) Aston Villa Manchester City 29,0 * Mio. Euro;
Mario Balotelli (ITA) Inter Mailand Manchester City 28,0 Mio. Euro;
Angel di Maria (ARG) Benfica Lissabon Real Madrid 25,0 Mio. Euro;
Bruno Alves (POR) FC Porto Zenit St. Petersburg 22,0 Mio. Euro;
Yoann Gourcuff (FRA) Girondins Bordeaux Olympique Lyon 22,0 Mio. Euro;
Javier Mascherano (ARG) Liverpool FC Barcelona 22,0 Mio. Euro;
Ramires (BRA) Benfica Lissabon Chelsea 22,0 Mio. Euro.
* = 19,5 Mio. plus den auf 9,5 Mio. geschätzten Stephen Ireland
apa
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