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Artikel vom 07. März 2013

1860 München: Präsident Schneider gibt auf

Im zermürbenden Machtkampf mit dem Investor aus Jordanien hat Präsident Dieter Schneider beim TSV 1860 München das Handtuch geworfen.

1860 so gut wie gerettet – Ismaik und „Löwen“ einig

1860-Investor Ismaik - Foto: APA/EPA

Der 65 Jahre alte Unternehmer wird nicht mehr für eine weitere Amtszeit bei dem schon seit Jahren von Führungsquerelen geplagten Fußball-Zweitligisten kandidieren. Diese Entscheidung gab Schneider am Donnerstag vor Medienvertretern in München bekannt.

Der seit zwei Jahren amtierende „Löwen“-Chef vermisste für eine weitere „langfristige Vereinsführung“ ein für ihn „unabdingbares“ Vertrauen aller verantwortlichen Gremien im Verein.

„Das Thema Präsidiumsbesetzung hat inzwischen ein Niveau erreicht, das für das ohnehin angeschlagene Ansehen des Vereins schädlich ist“, erklärte Schneider.

Aus einer vom Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Otto Steiner erneut aufgeschobenen Entscheidung über die künftige Besetzung des Präsidiums hatte der Amtsinhaber abgeleitet, dass das Vertrauen in die amtierende Vereinsführung „nicht in dem Maße vorhanden ist, wie es für eine gedeihliche Zusammenarbeit nötig ist“.

Bis ein neuer Präsident gewählt ist, will Schneider an der Spitze des Traditionsvereins bleiben. Ein Nachfolger werde wahrscheinlich nicht vor Mai gewählt, sagte ein Vereinssprecher. Laut Vereinssatzung bestellt der Aufsichtsrat den Präsidenten, der dann seine zwei Stellvertreter vorschlägt.

Schneider hatte zu Beginn seiner Amtszeit im Februar 2011 einen maßgeblichen Anteil daran, dass der deutsche Meister von 1966 nicht pleiteging.

Ausschlaggebend dafür waren allerdings die inzwischen mehr als 20 Millionen Euro, die Investor Ismaik in den maroden Verein gesteckt hat.

Dafür erhielt der Jordanier im Gegenzug 49 Prozent der Anteile am Verein. Zwischen Ismaik und Schneider gab es nach der gemeinsamen Rettungsaktion immer wieder Differenzen.

Aktuell liegen die „Löwen“ als Tabellensiebter sechs Punkte hinter Platz drei zurück, der zu zwei Relegationsspielen um den Aufstieg in die Bundesliga berechtigt.

dpa