© 2010 APA/AP Die deutschen Spieler jubelten auf dem Platz, deutsche, gewaltbereite Fans randalierten in der Brüsseler Innenstadt.
Die Zahl der festgenommenen Randalierer am Rande des EM-Qualifikationsspiels zwischen Belgien und Deutschland (0:1) ist auf 207 nach unten korrigiert worden.
Nach Feststellung der Personalien seien die gewaltbereiten Fans inzwischen wieder auf freiem Fuß, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Samstag mit.
500 bis 700 sogenannte gewaltbereite Fußball-Anhänger waren nach Belgien gereist, die Polizei hatte sie schon vor dem Stadion abgefangen.
In der Nacht nach dem Spiel habe es laut DFB keine Ausschreitungen mehr gegeben.
„Die Polizei hat hart und konsequent durchgegriffen“, sagte DFB- Generalsekretär Wolfgang Niersbach am Freitagabend nach dem Spiel in Belgien.
Auseinandersetzungen in der Innenstadt
In der Innenstadt von Brüssel sei es zu einigen Auseinandersetzungen zwischen Chaoten und Sicherheitskräften gekommen sein, berichtete Niersbach.
Schon vor den Vorfällen hatte sich der DFB offiziell über die Ticket-Verkaufspraxis der belgischen Gastgeber beklagt. Entgegen der internationalen Gepflogenheiten verkaufte Belgien 6500 Eintrittskarten unkontrolliert direkt an deutsche Fans.
Niersbach hat bei der Europäischen Fußball-Union UEFA bereits Beschwerde eingelegt.
Insgesamt waren rund 9000 deutsche Anhänger im Stadion. Über die offiziellen DFB-Kanäle wie Fanclub und Vereine sind 2500 Tickets abgesetzt worden.
Bis zu zehn Ticktes an einen Zuschauer
Die Belgier gaben im Vorverkauf bis zu zehn Tickets an deutsche Zuschauer ab, üblich sind nur vier Karten pro Person. Nach den Regeln der UEFA stehen den Anhängern der Gastmannschaft zehn Prozent der verkauften Karten zu, in Brüssel wären das rund 4500 Tickets gewesen.
Der DFB hatte laut Niersbach den belgischen Verband bereits Tage vor dem Spiel wegen der kritisierten Verkaufs-Praxis kontaktiert.
In der Brüsseler Innenstadt war schon Stunden vor dem Spiel ein großes Polizeiaufgebot präsent. Dabei wurde die belgische Polizei von 80 deutschen Beamten unterstützt. Zudem hatte der DFB auch eigene Ordner in Brüssel dabei.
Die Bundespolizei hatte schon im Vorfeld der Partie 45 sogenannten „Gewalttätern Sport“, die als gewaltbereit registriert sind, die Ausreise aus Deutschland nach Belgien untersagt.
Rund 300 Bundespolizisten hatten am Spieltag an der deutsch-belgischen Grenze Schwerpunktkontrollen durchgeführt und die Einreise von Randalierern ins Nachbarland verhindert.
dpa
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