Nicht sehr spektakulär, aber erfolgreich präsentiert sich die Elfenbeinküste beim Fußball-Afrika-Cup 2012.
Die „Elefanten“ sind mit fünf Zu-Null-Siegen ins Finale vorgedrungen, dort wartet am Sonntag (20 Uhr/live Eurosport) in Libreville das Überraschungsteam Sambia als Gegner.
Die Elfenbeinküste greift nach dem zweiten Triumph nach 1992, für die „Gewehrkugeln“ aus Sambia wäre es eine Premiere.
Sambia hat sich in der Rolle des Außenseiters äußerst wohl gefühlt.
„Uns hatte niemand auf dem Radarschirm. Wir wurden nicht ernst genommen, weil niemand unsere Spieler kannte. Dadurch hatten wir keinerlei Druck“, sagte Teamchef Herve Renard, der sein weißes Glückshemd vor dem Endspiel im Hotel-Safe eingesperrt haben soll.
„Diese Mannschaft hat sich über mehrere Jahre eingespielt, sie ist eine Einheit“, erklärte Sambias Verbands-Funktionär George Kasengele.
Und Dario Bonetti, der Vorgänger von Renard, hatte die Truppe in der Qualifikation auf Platz eins geführt.
Dennoch ließ sich Mitfavorit Senegal in der Auftaktpartie von der Kontertaktik Sambias überrumpeln und verlor 1:3, damit war für Sambia der Grundstein für den Aufstieg in die K.o.-Phase gelegt.
Dort wurde zunächst Sudan 3:0 besiegt, im Halbfinale gab es dann ein glückliches 1:0 gegen Ghana zu feiern. Sambia hat im krassen Gegensatz zum Finalgegner keinen Star von internationalem Format in seinen Reihen.
Der mit Abstand namhafteste Akteur ist Emmanuel Mayuku. Der Stürmer des Schweizer Oberhaus-Clubs Young Boys Bern hat im Semifinale das Goldtor erzielt.
Außerhalb der Elfenbeinküste sind die Sympathien wohl recht deutlich zugunsten des Underdogs verteilt.
Denn die märchenhafte Geschichte Sambias hat weltweit für Schlagzeilen gesorgt.
Schließlich wird das Finale in Libreville gespielt, also in jener Stadt, vor deren Küste im April 1993 ein Flugzeug mit 18 Spielern der Nationalmannschaft von Sambia an Bord ins Meer gestürzt ist.
Die Ereignisse von vor 19 Jahren seien für die gesamte Delegation noch sehr präsent, sagt Kalusha Bwalya, der Präsident von Sambias Verband.
Bwalya war damals Kapitän der Nationalmannschaft, befand sich aber nicht an Bord der Unglücksmaschine, weil er von Europa aus nach Dakar reiste.
Am Freitag legten die aktuellen Teamspieler am Strand von Libreville in Erinnerung an die Verstorbenen Blumen nieder.
Geht es nach der Elfenbeinküste, dann soll das i-Tüpfelchen auf diese Geschichte, also der Finalsieg, ausbleiben. Unter Teamchef Francois Zahoui wird nicht mehr so gnadenlos offensiv wie oft in der Vergangenheit, dafür aber erfolgreicher gespielt.
„Unsere Abwehr war im bisherigen Turnierverlauf sehr solid. Wir wollen auch im Finale kein Tor kassieren, und vorne haben wir die Klasse, um den Unterschied auszumachen“, meinte Zahoui.
Den Unterschied ausmachen sollen vor allem die Stars wie Didier Drogba, Gervinho, Salomon Kalou oder Yaya Toure.
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