Werbung - Redaktion - Donnerstag, 24. Mai 2012
07. März 2010
Torschütze Hans-Rudi Brugger - Max Pattis © 2010 Torschütze Hans-Rudi Brugger - Max Pattis Torschütze Hans-Rudi Brugger - Max Pattis © 2010 Torschütze Hans-Rudi Brugger - Max Pattis
Fußball

Mäßige Leistung, tolles Tor: FC Südtirol gewinnt gegen Carpenedolo

Am 26. Spieltag der Lega Pro, 2. Division konnte der FC Südtirol im heimischen Bozner Drususstadion trotz mäßiger Leistung einen 1:0-Sieg gegen AS Carpenedolo einfahren. Schütze des goldenen Tores war Kapitän Hans-Rudi Brugger mit einem sehenswerten Weitschuss kurz vor der Pause. Durch den Sieg kann der FCS den Abstand zu den direkten Konkurrenten Spezia und Alghero halten. Beide Gegner haben ebenfalls gewonnen.

Die negativen Vorzeichen: Der FC Südtirol hatte die letzten drei Spiele gegen das permanent abstiegsbedrohte Team aus der Provinz Brescia verloren und musste den rotgesperrten Anker der Verteidigung, Hannes Kiem, vorgeben.

Das positive Vorzeichen: Vor dem Spiel hatte es eine Werbeaktion für den neuen FC-Südtirol-Energy-Riegel gegeben. So gesehen durfte man also von einer Energieleistung des FC Südtirol ausgehen.

Und das Spiel begann dann auch recht flott. Schon nach wenigen Sekunden hatte Hannes Fink nach Flanke von Alessandro Campo das Führungstor, Rossini konnte jedoch im letzten Moment zum Eckball klären.

Fünf Minuten später kam Manuel Scavone nach Bacher-Freistoß völlig frei zum Kopfball. Scavone war aber wohl selbst etwas überrascht von dieser Möglichkeit, denn der Kopfstoß geriet zu schwach und zu unplatziert.

In der 10. Minute hatten dann auch die Gäste aus dem lomardischen 12.000-Einwohnerstädtchen durch Stürmer Lorenzini ihre erste Gelegenheit, doch der 36jährige war erst zu zögerlich, dann zu egoistisch. Anstatt abzugeben kullerte sein Drehschuss unter Bedrängnis ungefährlich auf Zomers Kasten zu.

Danach verflachte das Spiel aber merklich, beide Mannschaften lieferten sich ab nun in der Zone um den Mittelkreis einen ruppigen Kampf um den Ball, um selbigen wenige Augenblicke später wieder an den Gegner zu verlieren. Die Wirkung des Riegels schien verflogen.

Viele Fouls und ein inkonsequent pfeifender Schiedsrichter trugen das Ihrige dazu bei, dass man schon um eine Szene in Torraumnähe froh sein musste.

So geschehen in der 24. Minute, als Scavone und Matteo Marchi für einmal das Tempo anzogen und Scavone aus 20 Metern zum Abschluss kam. Der Ball flog aber weit über das Tor. Es hätte aber eine Art Blaupause für den FC Südtirol sein können: Die Geschwindigkeit anziehen, und es nicht mit Alleingängen bis zum Ballverlust probieren.

Stattdessen gab es weiterhin seltsam lebloses Gekicke zu sehen, dem Esprit und Leidenschaft fehlten.

Immerhin hatte Campo in der 32. Minute eine gute Idee, als er einen schönen Lochpass hinaus auf Hans-Rudi Brugger spielte. Bruggers schöne Flanke fand zwar keinen Abnehmer, doch beim Abpraller hatte erneut Scavone das 1:0 auf dem Fuß. Doch der Spielmacher traf den Ball nicht voll, sodass er weit links am Tor vorbeiflog.

Es deutete schließlich alles auf ein torloses Ende der Halbzeit hin, ehe Kapitän Brugger sich nach einer verunglückten Flanke von Marco Martin aus 25 Metern ein Herz fasste und mit einem sensationellen Weitschuss Tormann La Macchia zum 1:0 überwinden konnte (45.). Der Energieanfall des Kapitäns als einziger Höhepunkt einer bescheidenen ersten Halbzeit.

Auf der Gegenseite wollte es Lorenzini Brugger gleichmachen, doch seine ebenfalls schöne Bogenlampe wurde von Zomer festgehalten, sodass es mit einer insgesamt verdienten, aber keineswegs berauschenden 1:0-Führung in die Halbzeit ging.

Zweimal Rot, aber kein Tor mehr

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig an der spielerischen Leistung beider Mannschaft, wohl aber an der Einstellung. Es wurde noch härter und die Fouls häufiger. Dass die Partie wegen eines am Boden liegenden Spielers unterbrochen werden musste, war nun eher die Regel denn die Ausnahme.

In der 50. Minute folgte passend zum Spiel die erste rote Karte. Beim Hinausgestellten handelte es sich um Vigneschi, der schon zu Beginn des Spiels die gelbe Karte gesehen und wenige Minuten später mit einem weiteren unmotivierten Einsteigen eine rekordverdächtig schnelle gelb-rote Karte riskiert hatte. Beim Tritt gegen Filippo Bigeschi hatte der Schiedsrichter allerdings kein Einsehen mehr.

Zwei Minuten später bildete sich nach einem Foul von Bigeschi am Mittelkreis ein Rudel von gut 15 Spielern auf engstem Raum, mit Gäste-Tormann La Macchia mittendrin. Glück für den FC Südtirol, dass Trainer Alfredo Sebastiani just in dem Moment Thomas Albanese für Bigeschi ins Spiel brachte und somit die durchaus mögliche Hinausstellung des bereits gelbverwarnte Bigeschi verhindern konnte.

Nach fast 58 Spielminuten trat Fink gegen Alessio Germanis Oberschenkel. Und diesmal gab es für einen Südtiroler die rote Karte. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung.

Nach der Wiederherstellung der numerischen Ausgeglichenheit hätte man glauben können, dass es nun mehr Platz zum Spielen gab. Aber bis auf wenige einzelne Aktionen änderte sich am Spielverhalten beider Teams wenig.

In der 62. Minute lief Marchi allein auf La Macchia zu, sein zu zentraler Schuss wurde vom Tormann mit einer Faustabwehr entschärft. La Macchia hielt somit die Chance auf einen Punktgewinn der Gäste am Leben. Nun waren die Stürmer dran.

Nach 73 Minuten schoss Pietro Lorenzini relativ unbedrängt am Tor vorbei, zwei Minuten später hob Zeoli nach einem netten Freistoßtrick den Ball alleinstehend vor Zomer über das Tor.

Bei einem weiteren Freistoß versuchte es Germani auf die traditionelle Art, doch sein direkter Schuss landete meterweit über dem Tor und erntete nur höhnischen Applaus vom Südtiroler Anhang.

Die letzte Chance auf den Ausgleich hatte Lorenzini in der 94. Minute mit einem Kopfball nach einem Eckball. Zomer konnte jedoch auf der Linie parieren.

Die Tabellen gibt es hier.

tp




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