© 2010 APA/EPA Soll in der italienischen Offensive Akzente setzen: Stürmer Antonio Cassano.
Nach dem WM-Debakel und der 0:1-Pleite bei Cesare Prandellis Nationaltrainer-Debüt gegen die Elfenbeinküste hofft Italien in der EM-Qualifikation auf ein Ende der Talfahrt.
Im Auftaktspiel gegen Estland soll am Freitagabend endlich der erste Länderspielsieg in 2010 gelingen. In Tallinn wird eine völlig neue „Squadra Azzurra“ auflaufen.
In der Offensive setzt der neue Coach vor allem auf den von seinem Vorgänger Marcello Lippi verschmähten Stürmer Antonio Cassano. Als sogenannter „Fantasista“ soll der kreative Angreifer dem zuletzt so harmlosen Offensivspiel der „Azzurri“ neue Impulse verleihen.
Der lange als „Enfant terrible“ verschriene Süditaliener ist zum größten Hoffnungsträger im Team des viermaligen Weltmeisters aufgestiegen.
Cassano mit Nummer 10
Im Trainingslager bekam der gerade von einer Rückenverletzung genesene Cassano vor der Abreise nach Estland sogar das Trikot mit der Rückennummer 10 zugeteilt.
Dies gilt als große Ehre, aber auch als Bürde. Die Tifosi klammern sich an den neuen Star, weil viele Routiniers fehlen oder abgetreten sind: Weltklassetorwart Gianluigi Buffon kuriert noch seinen Bandscheibenvorfall aus und viele der charismatischen Weltmeister von 2006 wie Fabio Cannavaro und Gennaro Gattuso sind zurückgetreten.
Von der großen WM-Mannschaft aus Deutschland sind in dieser EM- Quali nur noch Romas Daniele De Rossi und Regisseur Andrea Pirlo übrig. In Tallinn vertritt Milan-Star Pirlo auch Buffon als Kapitän. Als Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff soll der Regisseur im Mittelfeld wieder die Fäden ziehen.
Vertretungs-Kapitän Pirol zuversichtlich
Pirlo ist zuversichtlich, dass die Azzurri unter ihrem neuen Coach endlich die Wende schaffen: „Prandelli war bislang mit allen Teams erfolgreich. So wird das auch mit der Nationalelf sein“, prophezeite der Mailänder.
Die Zielsetzung für Tallinn ist klar: „Wir müssen gewinnen“, sagte Pirlo, dem Coach Prandelli wieder den Riccardo Montolivo an die Seite stellt. Der Mittelfeldspieler von Fiorentina war einer der wenigen Lichtblicke der Italiener bei der WM.
Pirlo weiß, dass nur mit einem erfolgreichen Start in die EM- Qualifikation wieder Ruhe und Selbstvertrauen in die verunsicherte Nationalelf einkehren wird.
„Jetzt müssen zwei Siege her“, gab Pirlo die Marschrichtung vor. Nach dem Auswärtsspiel in Estland folgt am Dienstag in Florenz die Partie gegen die Färöer-Inseln.
dpa
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