Samstag, 04. Februar 2012
06. September 2010
Rettungskräfte kümmern sich in Misano um Shoya Tomizawa - doch ihre Bemühungen waren vergebens: Der Japaner starb wenige Zeit später im Krankenhaus. © 2010 Rettungskräfte kümmern sich in Misano um Shoya Tomizawa - doch ihre Bemühungen waren vergebens: Der Japaner starb wenige Zeit später im Krankenhaus. Rettungskräfte kümmern sich in Misano um Shoya Tomizawa - doch ihre Bemühungen waren vergebens: Der Japaner starb wenige Zeit später im Krankenhaus. © 2010 APA/AP Rettungskräfte kümmern sich in Misano um Shoya Tomizawa - doch ihre Bemühungen waren vergebens: Der Japaner starb wenige Zeit später im Krankenhaus.
Vermischtes

Der Tod als ständiger Begleiter

Der Tod bleibt ständiger Begleiter im Motorrad-Rennsport. Zwei fatale Unfälle im Rahmen der WM innerhalb von nur einer Woche werfen erneut Fragen nach der Sicherheit für die Piloten auf.

Doch sowohl der am 29. August in Indianapolis ums Leben gekommene Peter Lenz als auch der am Sonntag in Misano verstorbene Shoya Tomizawa wurden Opfer „normaler“ Rennunfälle.

Der erst 13 Jahre alte Amerikaner und der 19-jährige Japaner wurden nach Stürzen von nachfolgenden Fahrern überrollt. An mangelnden Sicherheitsmaßnahmen lag es nicht.

„Unfall war einfach Pech“

„Der Unfall war einfach Pech. Da kann man die Sache drehen und wenden, wie man will“, urteilte die spanische Sportzeitung „As“ am Montag.

Dass der WM-Lauf nicht abgebrochen wurde, sorgte jedoch für einhellige Medien-Kritik. „Niemand hatte den Mut, das Rennen zu stoppen“, empörte sich die italienische Zeitung „Il Giornale“.

Bereits seit Jahrzehnten bemühen sich engagierte Hersteller darum, ihre Lederkombis für Motorrad-Rennfahrer mit immer neuen Sicherheitsfeatures auszustatten.

Ging es anfangs noch eher darum, den ledernen Sportdress bequemer zu gestalten und dem Athleten mehr Bewegungsfreiheit zu geben, wurde schon bald über den Einbau von Protektoren, Schutzpolstern für Wirbelsäule, Schultern, Ellbogen, Knie und andere bedrohte Körperteile diskutiert.

Lederkombis aus Kohlefaser und Kevlar

Mittlerweile haben Materialien wie Kohlefaser und Kevlar Einzug in die Lederkombis gehalten. Auch Airbags, die vor allem Hals und Kopf bei einem Aufprall schützen, gehören zur Ausstattung der Arbeitsbekleidung.

„In die Entwicklung der Airbag-Kombi sind Daten über Motorradunfälle eingegangen, die wir in den vergangenen 15 Jahren gesammelt haben – aber es ist möglich, dass ein derartiger Sturz wie der von Tomizawa nicht dabei war“, sagt Dario Artico, ein Sprecher des italienischen Kombi-Herstellers Dainese.

Namhafte Unfallforscher, Hochschulen und Experten für Sicherheitssysteme aus dem Automobilbau sind ständige Gesprächspartner der Lederschneidereien.

Denn zwischenzeitlich werden Errungenschaften aus dem Vierradbereich wie beispielsweise die für die Formel 1 entwickelte Nackenstütze HANS (Head- and Neck-Support) in die Zweiradwelt übertragen.

Bisher 507 Stürze registriert, die meisten waren glimpflich.

Mit Erfolg: In den bisherigen Trainingsläufen und Rennen der Motorrad-WM 2010 wurden 507 Stürze registriert, die meisten verliefen glimpflich.

Seit 2003, als der Japaner Daijiro Kato in Suzuka seinen schweren Sturzverletzungen erlag, gab es keine solch folgenschweren Unfälle mehr.

„Brust und Unterleib sind kritische Bereiche, wobei die Dainese-Fahrer über einen Brustpanzer verfügen und ihn auch meistens tragen. Für den Unterleib existiert allerdings noch keine Lösung, die für die Piloten auch praktikabel ist“, betont Artico, gibt aber auch zu bedenken: „Natürlich hätten wir gerne den 100-Prozent-Schutz für Motorradrennfahrer. Aber würden sich dann nicht alle Fahrer für unverwundbar halten und wie Supermann aufführen?“

dpa




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