Insgesamt immerhin drei Top-Ten-Spieler haben sich am Mittwoch, dem dritten Tag der mit 22,668 Millionen Dollar dotierten US Open in New York, verabschieden müssen.
Am schlimmsten für die heimischen Fans war das spätabendliche Ausscheiden von Andy Roddick. Der als Nummer 9 gesetzte US-Amerikaner konnte den Erwartungen einmal mehr nicht gerecht werden, er unterlag in der zweiten Runde dem ungesetzten, aber immer unberechenbaren Serben Janko Tipsarevic mit 6:3,5:7,3:6,6:7(4).
Bereits zuvor war in einem der restlichen Erstrundenmatches der als Nummer 7 gesetzte Sensations-Finalist von Wimbledon, Tomas Berdych, gescheitert. Der Tscheche musste sich dem Franzosen Michael Llodra in drei Sätzen beugen.
Asarenka plötzlich zusammengebrochen
Die erste große Verliererin des Tages war die Nummer 10 der Damen, Victoria Asarenka. Die Weißrussin musste gegen Gisela Dulko bei 1:5 im ersten Satz aufgeben, nachdem sie plötzlich zusammengebrochen war.
Zunächst hatte man angenommen, sie sei das erste Opfer der schlimmsten Hitzewelle, die die New Yorker seit Jahrzehnten erlebt haben. Später stellte sich heraus, dass Asarenka schon zuvor im Training unglücklich gestürzt war, und ihr Kollaps offenbar eine Kombination aus mehreren Umständen war.
Im Spital wurde eine leichte Gehirnerschütterung konstatiert.
Roddick konstatierte erst später, dass der Sieg des mit hohem Risiko spielenden Tipsarevic verdient war. Das Arthur-Ashe-Stadion voll mit rund 20.000 enttäuschten Fans hatte er in Windeseile verlassen, immerhin warf er im Hinausgehen noch Rackets ins Publikum.
„Der Bursche hat den Sieg verdient“
„Ich werde viel besser als in Wimbledon schlafen, weil ich damals den Sieg verschenkt habe. Heute habe ich das Gefühl, der Bursche hat den Sieg verdient. Das kann man besser verkraften, macht aber trotzdem keinen Spaß“, sagte Roddick nach seiner Gefühlslage befragt.
In Wimbledon hatte er vor zwei Jahren in vier Sätzen ebenfalls in Runde zwei gegen Tipsarevic verloren.
Tipsarevic hatte zuvor mit nicht weniger als 66 Winnern in einem Viersatz-Match überzeugt. Der Serbe ist für seine „ups and downs“ bekannt, und möchte sich und den Fans beweisen, dass er konstanter sein kann.
„Um jemand zu werden, an den sich die Tennis-Welt auch noch in vielen Jahren erinnern kann, muss ich mein Level länger als zweieinhalb Stunden auf einem Court halten können“, meinte der Serbe mit dem einprägsamen Brillen-Look.
Einer der diesem Ziel schon sehr nahe ist, ist Andy Murray. Der als Nummer 4 gesetzte Schotte ließ dem Slowaken Lukas Lacko im Erstrundenmatch nur sieben Games. Er entkam der brütenden Hitze mit einem Sieg in weniger als zwei Stunden.
„In der Hitze härter zuzuschauen als zu spielen“
„Es war viel schwerer, als das Resultat aussagt“, sagte Murray. „In meiner Box hat jeder gesagt, es wäre in der Hitze härter zuzuschauen als zu spielen, da bin ich mir nicht so sicher. Es waren brutale Bedingungen.“
Kurze Arbeitstage hatten auch in der zweiten Runde Titelverteidigerin Kim Clijsters und die ebenfalls schon zweifache US-Open-Siegerin Venus Williams.
Clijsters stand gegen die australische Qualifikantin Sally Peers beim 6:2,6:1 weniger als eine Stunde auf dem Platz. Williams hatte gegen Rebecca Marino (CAN) nur im ersten Satz (7:6,6:3) etwas Mühe.
Auch French-Open-Siegerin Francesca Schiavone (ITA) und die ihr im Paris-Finale unterlegene Samantha Stosur (AUS), die Nummern 6 und 5 des Turniers, spazierten ebenfalls in Runde drei.
apa
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