Das Duell der Real-Stars Kaka gegen Cristiano Ronaldo fällt aus, der Einzug ins Achtelfinale ist längst gesichert - doch Brasilien fiebert der Partie gegen den alten Bekannten Portugal seit Monaten entgegen.
Für den Rekordweltmeister geht es am heutigen Freitag (16 Uhr) in Durban um den Gruppensieg - der am Ende ein Eigentor sein könnte.
Denn als nächster Gegner droht Europameister Spanien. „Wenn wir auf den Platz gehen, versuchen wir alle zu gewinnen. Man kann sich bei der WM seine Gegner ohnehin nicht aussuchen“, sagte Brasiliens Kapitän Lucio, der mit 14 WM-Spielen seinen legendären Landsmann Pele schon überholt hat.
Erst viereinhalb Stunden nach dem Abpfiff im Moses-Mabhida-Stadion werden die beiden Rivalen wissen, ob sie in der ersten K.o.-Runde gegen Spanien, Chile oder die Schweiz antreten.
Doch damit will sich der fünffache Weltmeister erst gar nicht befassen. „Spanien hat eine große Mannschaft mit großartigen Spielern. Aber unser Ziel ist der WM-Titel“, sagte Robinho.
Der nächste Schritt soll der Gruppensieg sein, den die einstige portugiesische Kolonie mit einem Erfolg fixieren will. Das Duell der Brasilianer gegen die oft als „Brasilianer Europas“ bezeichneten Portugiesen hat durch Einbürgerungen zusätzliche Brisanz gebracht.
„Wir haben in den letzten Jahren einige Male gegen sie gespielt. Die Rivalität ist gewachsen, zumal mit Deco, Pepe und Liedson drei Brasilianer bei den Portugiesen mitspielen“, erklärte Kaka.
Der Regisseur fehlt nach seiner Gelb-Roten Karte und wird somit seinem Madrider Clubkollegen Cristiano Ronaldo nicht auf dem Rasen begegnen. Als alternative Nummer eins für den 65-Millionen-Mann gilt Kakas Kumpel aus Zeiten beim FC Sao Paulo, Julio Baptista vom AS Roma.
Brasilien und Portugal haben erst einmal bei einer WM gegeneinander gespielt, wobei die südamerikanische „Selecao“ gegen die „Seleccao de Quinas“ eine ihrer bittersten WM-Pleiten erlebte: 1966 in England flog Titelverteidiger Brasilien durch eine 1:3-Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen das Team von Eusebio aus dem Turnier.
Das bisher letzte Duell, ein 6:2-Testspielsieg am 19. November 2008, ging allerdings klar an Brasilien. Für Teamchef Carlos Dunga so etwas wie ein Wendepunkt: Von da an verlor der Rekordweltmeister nur eines der 22 Spiele.
„Das war eine bittere Niederlage für uns, aber jetzt haben wir die Chance, sie zu schlagen. Es ist keine Revanche, sondern ein Duell von zwei großen Mannschaften“, sagte Portugals Spielmacher Tiago, der schon beim 7:0 gegen Nordkorea die Rolle des angeschlagenen Deco übernommen hat und auch gegen Brasilien wieder in der Anfangself erwartet wird.
Tiago gestand, dass Portugal im Achtelfinale nicht unbedingt auf Spanien treffen will, wies aber Rechenspiele zurück. „Jetzt zählt nur, dass wir Brasilien schlagen, und die Gruppe auf Platz eins beenden. Danach werden wir sehen.“
Während Brasilien schon fix weiter ist, könnte Portugal noch ausscheiden. Allerdings wohl nur theoretisch. Denn nach dem Kantersieg gegen Nordkorea hat die Mannschaft von Teamchef Carlos Queiroz nicht nur drei Punkte Vorsprung auf die Elfenbeinküste, sondern auch das um neun Tore bessere Torverhältnis.
Selbstvertrauen sollte auch das Ende der Torflaute von Cristiano Ronaldo bringen. Der Superstar erzielte gegen Nordkorea das 6:0 und sein erstes Länderspieltor seit 16 Monaten.
Der eigentlich als Alleinunterhalter bekannte Ronaldo erwies sich danach als Teamspieler. Er übergab den zuvor erhaltenen Preis als „Spieler des Spiels“ seinem Mitspieler Tiago.
apa/dpa/reuters
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