Am Wochenende ist der alpine Ski-Weltcup 2009/10 mit dem Teambewerb in Garmisch-Partenkirchen zu Ende gegangenen. Südtirol Online hat den Saisonabschluss zum Anlass genommen, um die Flops des vergangenen Winters zu analysieren.
Manuela Mölgg: Die Olympischen Winterspiele verliefen enttäuschend für die Ennebergerin: Im Slalom wurde sie Elfte, 17. im Riesentorlauf. Im Weltcup lief es zwar besser – so holte die 26-Jährige mit dem zweiten Rang im Riesentorlauf von Lienz einen Podestplatz und im Laufe des Winters weitere sechs Top Ten-Platzierungen in Slalom und Riesentorlauf – dennoch fährt sie noch immer ihrem ersten Weltcupsieg hinterher.
Denise Karbon: Die Kastelrutherin startete mit einem dritten Platz im Riesentorlauf von Sölden in die Saison – doch dann blieben die Spitzenergebnisse weitgehend aus. Zwar gelangen ihr noch drei weitere Top Ten-Platzierungen im Riesenslalom, doch Olympia ging mit den Rängen 18 (Slalom) und 23 (Riesentorlauf) daneben. Allerdings hatte auch die 29-Jährige – wie ihr Cousin Peter Fill – mit einer Verletzung zu kämpfen: Im Dezember war sie wegen einer Meniskusoperation drei Wochen ausgefallen.
Manfred Mölgg: Obwohl der Enneberger heuer zwei Mal aufs Podium fuhr (Dritter in der Super-Kombi von Val d’Isere und Zweiter im Zagreb-Slalom), als 14. bester Südtiroler im Gesamtweltcup wurde und mehr als 58.000 Euro Preisgeld holte – wirklich zufriedenstellend verlief die Saison für den 27-Jährigen nicht: Zu oft schaffte Mölgg es nicht, zwei gleichmäßige Läufe ins Ziel zu bringen. Deshalb blickte er auch gleich nach seinem letzten Weltcupeinsatz für heuer in seine sportliche Zukunft. „Ich möchte mit den Trainern besprechen, wie es weiter geht. Ich möchte etwas ändern und hoffe, dass sie mich dabei unterstützen.“
Christof Innerhofer: Für den Gaiser war der abgelaufenen Weltcup-Winter kein erfolgreicher: Gerade einmal zwei Top-Ten-Plätze hat er zu Buche stehen (Zehnter in der Super-Kombi von Wengen, Neunter im SuperG von Kvitfjell). Auch bei seinen Olympia-Einsätzen konnte er nicht aufs Podest fahren: im SuperG wurde er Sechster, in der Super-Kombi Achter. Andererseits zeigte der 25-Jährige erstaunliche Nehmerqualitäten und enormen Einsatz: Er plagte sich den ganzen Winter mit einem Leistenbruch herum, den er nach der Saison operieren lassen wird.
Mario Matt: Der Olympia-Winter war für Mario Matt ein komplettes Streichresultat. Der Tiroler kam nur zweimal in die Weltcup-Ränge: Rang acht in Zagreb, Platz zehn in Kitzbühel. Das war im starken ÖSV-Slalom-Team deutlich zu wenig, der zweifache Slalom-Weltmeister musste Olympia daheim vor dem Fernseher verfolgen.
Michael Walchhofer: „Mr. Downhill“ Michael Walchhofer fuhr in dieser Saison an all seinen großen Zielen vorbei. Der Salzburger blieb ohne Olympia-Medaille und Weltcup-Abfahrtssieg. Stark war Walchhofer lediglich im Super-G, die kleine Kristallkugel schnappte ihm aber im letzten Moment Erik Guay (CAN) weg. Das schreit nach Wiedergutmachung, und die will Walchhofer im kommenden Winter, die Fortsetzung seiner Karriere ist so gut wie fix.
Deutsche Herren: Im krassen Gegensatz zu den Damen befinden sich die deutschen Herren ein Jahr vor der Heim-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen im Niemandsland. Mit einer Ausnahme, und die heißt Felix Neureuther. Bezeichnend für die Misere im Speed-Bereich ist die Tatsache, dass Strodl und Keppler beim Weltcup-Finale nur als Vorläufer an den Start gehen durften.
Verletzungen: Auch diese Saison war von zahlreichen Verletzungen geprägt. Die prominentesten Langzeit-Verletzten im Olympia-Winter waren Nicole Hosp (Kreuzbandriss), Rainer Schönfelder (Meniskuseinriss), Lara Gut (Hüftluxation), John Kucera (Schien- und Wadenbeinbruch) und Jean-Baptiste Grange (Kreuzbandriss).