Rettungsanker DFB-Pokal - Werder Bremen und 1899 Hoffenheim träumen vom Finalort Berlin und wollen mit einem Pokalsieg eine bislang verkorkste Saison retten.
Am Dienstag (20.30 Uhr/ARD) kommt es im ersten Pokal-Viertelfinale zum „Duell der Enttäuschten“.
Beide hoch-ambitionierten Fußball-Teams laufen in der Liga ihren Ansprüchen hinterher und liegen derzeit deutlich auf Distanz zu den Europapokal-Plätzen, doch mit einem Cup-Coup wäre das internationale Geschäft noch zu erreichen.
„Berlin ist klasse. Es wäre eine tolle Vorstellung, mit Hoffenheim das Finale zu erreichen“, bekannte am Montag Gäste-Coach Ralf Rangnick, der bereits als Cheftrainer von Schalke 2005 im Finale (1:2 gegen Bayern München) gestanden hat.
In der vergangenen Saison machten die Bremer mit ihrem sechsten Pokaltriumph vor, wie man eine sonst enttäuschende Saison - Werder wurde in der Liga nur Zehnter - retten kann.
„In der letzten Saison waren wir in zwei Endspielen, und wenn es nach uns geht, wollen wir da am liebsten wieder hin“, sagte Bremens Abwehrspieler Clemens Fritz.
Werder hätte im Falle einer Niederlage immerhin noch die Möglichkeit, sich durch den Gewinn der Europa League wieder für den Europapokal zu qualifizieren.
Auch hier scheiterten die Bremer im vorigen Jahr erst im Finale an Schachtjor Donezk. Die einstigen „Himmelsstürmer“ aus Hoffenheim, bislang zweimal in einem Pokal- Viertelfinale ausgeschieden (2004/2008), haben diese Chance nicht.
Für Rangnick käme ein Halbfinal-Einzug im dritten Anlauf jedoch einer „Sensation“ gleich. „Wir waren bei der Auslosung schon Außenseiter, jetzt sind wir krasser Außenseiter“, sagte der Coach angesichts der Personalsituation.
In Bremen müssen neben einigen Langzeitverletzten auch Andreas Beck (Innenbandriss) und Stürmer Chinedu Obasi (Sprunggelenksverletzung) passen. Zudem ist Abwehrchef Josip Simunic (Wadenzerrung) fraglich.
Doch auch Werder plagen Sorgen. Die Bremer bangen ausgerechnet um Erfolgsgarant und Top-Torjäger Claudio Pizarro. Der Peruaner, mit seinem achten Saisontreffer in der Liga am Freitag Matchwinner gegen Hertha BSC, leidet an Nackenproblemen.
Immerhin holten sich beide Teams am Wochenende nach ihren Abstürzen in der Liga neues Selbstvertrauen. Gerade rechtzeitig zum Pokalfight beendeten Bremen und Hoffenheim mit 2:1-Siegen gegen Abstiegskandidaten die Negativserien von je sieben sieglosen Spielen.
„Es kommen jetzt wichtige Wochen mit dem Pokal und der Europa League. So ein Sieg gibt uns den nötigen Schwung dafür“, sagte Bremens Marko Marin nach dem Erfolg über Hertha.
Hoffenheims Sieg gegen Hannover ließ Kapitän Sejad Salihovic bereits vom Pokal-Halbfinale träumen ließ. „Wir fahren nach Bremen, um zu gewinnen“, tönte der Bosnier.
Die übrigen Viertelfinalspiele steigen erst am Mittwoch. Rekord- Titelträger Bayern München empfängt den Zweitligisten Greuther Fürth, der Zweitliga-Dritte FC Augsburg spielt gegen den 1. FC Köln (beide 19.00), und Schalke 04 muss beim Pokalschreck VfL Osnabrück antreten (20.30/ZDF).
Der Spitzenreiter der 3. Liga eliminierte im laufenden Wettbewerb schon die Erstligisten Hamburger SV und Borussia Dortmund.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Werder Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen - Niemeyer, Frings - Marin, Özil, Hunt - Pizarro (Almeida)
1899 Hoffenheim: Hildebrand - Ibertsberger, Vorsah, Compper, Eichner - Carlos Eduardo, Luis Gustavo, Salihovic - Vukcevic, Ibisevic, Maicosuel
Schiedsrichter: Sippel (München)

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