Sonntag, 14. März 2010
08. Februar 2010
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Olympische Winterspiele

Peter Fill: "Mir kamen die Tränen"

Im August 2009 verletzte sich Peter Fill in Argentinien während der Vorbereitung auf die Olympiasaison. Lange Zeit sah es so aus, als müsste der Kastelruther auf den Höhepunkt des Skiwinters verzichten. Erst in letzter Sekunde schaffte Fill das Comeback. Wenige Tage vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele spricht der 28-Jährige über die vergangenen Monate.

Im Sommer haben sie sich schwer verletzt. Wie haben Sie diese schwierige Situation erlebt?

Fill: Ich war emotional niedergeschlagen, enttäuscht und betrübt. Nach der letzten Wintersaison habe ich im Sommer hart an mir gearbeitet, um in dieser wichtigen Saison gerüstet zu sein. Dann kam es zu dieser schweren Verletzung. In den ersten Tagen dachte ich, die Saison ist für mich bereits zu Ende, bevor sie überhaupt los geht.

Wann haben Sie begonnen, an einen Olympiastart zu glauben?

Fill: Es ging alles sehr langsam. Mein Körper hatte ja acht Kilo an Muskelmasse verloren und ich habe begonnen, auch andere Sachen zu machen wie z.B. als TV-Kommentator zu arbeiten oder bei der Rally in Monza mitzumachen. Aber dann kam der Zeitpunkt, an dem es schnell aufwärts ging und diesen Moment habe ich genutzt.

Zum Jahresende waren Sie Vorläufer bei der Weltcup-Abfahrt in Bormio, dann im Europacup in Wengen. Wie wichtig waren diese Tests?

Fill: Bormio war sehr wichtig aber auch delikat. Ich hatte große Zweifel bezüglich meiner körperlichen Verfassung. Ich hatte Angst, mir wieder weh zu tun. Als ich im Ziel war, kamen mir die Tränen und ich wusste, dass ich Großes erreicht hatte und dass ich wieder ans Rennfahren denken kann. Bei der EC-Abfahrt in Wengen wollte ich als Vorläufer wissen, wo ich liege. Die Bestzeit gab mir das Vertrauen zurück, dass ich wieder schnell fahren kann - auch wenn es kein Weltcup-Rennen war und ich nur als Vorläufer am Start war.

Ihre Erwartungen vor der Weltcupabfahrt am Lauberhorn?

Fill: Wengen war eine unglaubliche Kraftprobe in vielerlei Hinsicht: schwierig, lang, weite Sprünge und auch mental war dieses erste Rennen nach der langen Pause sehr anstrengend. Bereits bei den Probefahrten war ich sehr schnell, was nach dieser Verletzung positiv überraschend war.

Laut den Trainern wäre mit einer besseren Startnummer ein Platz auf dem Podium möglich gewesen.

Fill: Ich hatte etwas Pech, weil die Sicht nicht mehr gut war, als ich mit Nummer 25 fuhr. Aber ich war sehr zufrieden, dass ich mit einem einzigen Rennen die Qualifikation für die Olympischen Spiele geschafft hatte.

Fahren Sie in Vancouver nur in der Abfahrt?

Fill: Es hängt davon ab, wie ich körperlich drauf bin. Mein Körper hat noch nicht die Topform erreicht. Wenn ich nach der Abfahrt noch ausreichend Kraft habe, werde ich auch im SuperG und in der Kombination am Start stehen. Ich hoffe, dafür reicht es.

Wie trainieren Sie in den letzten Tagen vor dem Großevent?

Fill: Ich versuche hier in Kanada ein Gefühl für den Schnee zu bekommen und die Zeitumstellung gut zu überbrücken, um bei der Abfahrt ausgeruht am Start zu stehen. Es hat keinen Sinn, in den letzten Tagen mit Kraft- und Ausdauertraining mit Gewalt zu versuchen, das Versäumte nachzuholen.

Was erwarten Sie sich in Vancouver?

Fill: Im Gegensatz zur WM habe ich dieses Mal keinen Druck. Niemand erwartet sich von mir nach der Verletzung Großartiges. Ich werde alles geben und diese Olympischen Spiele genießen, die vor einigen Monaten für mich noch außer Reichweite wahren.

Wer sind Ihre Favoriten?

Fill: In der Abfahrt: Walchhofer, Cuche und Osborne-Paradis. Im SuperG: Svindal, Raich und wie immer Cuche.

stol

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