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28. Mai 2010
EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor © 2010 EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor © 2010 LaPresse EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor
Wirtschaft

EU-Kommission befürwortet spätere Rente – keine Empfehlung

Die EU-Kommission befürwortet Pläne der Mitgliedsstaaten, die Menschen später in Rente zu schicken.

Ein konkretes Alter für den Renteneintritt empfiehlt Brüssel aber nicht, da die Länder selbstständig über ihre nationalen Rentensysteme entscheiden.

„Wir alle leben länger und wir alle müssen deshalb länger arbeiten“, sagte die Sprecherin von EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor am Freitag in Brüssel. „Die EU-Kommission wird dazu aber weder einen Vorschlag noch eine Empfehlung machen.“ Dies falle nicht in ihre Kompetenz.

Die EU-Kommission erarbeitet derzeit ein sogenanntes Grünbuch zur Rentenpolitik, das am 23. Juni präsentiert wird.

Ein „Grünbuch“ ist ein Fragenkatalog, in dem die Kommission Optionen zur Lösung eines Problems vorstellt. Dann können sich dazu Regierungen, Verbände und Verbraucher äußern.

Die „Financial Times Deutschland“ hatte zuvor berichtet, dass die EU-Kommission den Mitgliedsstaaten empfiehlt, die Menschen später in die Rente zu schicken.

Ohne ein höheres Rentenalter drohe eine schmerzhafte Kombination aus geringeren Zahlungen und höheren Beiträgen, zitiert die Zeitung aus dem Entwurf für das Renten-„Grünbuch“ der Kommission, der der Zeitung (Freitag) vorliegt.

Nach den Berechnungen der EU-Kommission liegt das reale Renteneintrittsalter derzeit im Durchschnitt der Union nur knapp über 60 Jahre, berichtet die Zeitung. Damit gehen die Europäer deutlich früher in Rente als der Durchschnitt aller Mitglieder der Industrieländerorganisation OECD.

Dieser Schnitt liegt bei Männern bei 63,5 und bei Frauen bei 62,3 Jahre.

Damit kommen in der EU schon heute auf jeden Rentner nur drei aktiv Beschäftigte, 2030 würde das Verhältnis bei unverändertem Renteneintrittsalter auf zwei Aktive pro Rentner sinken und 2060 hätten die Rentner die Mehrheit – drei Aktive müssten für vier Pensionäre sorgen.

Eine längere Lebensarbeitszeit und eine höhere Beteiligung am Erwerbsleben könnte diesen Effekt abmildern, heißt es demnach in dem Papier.

Bereits 2005 hatten die EU-Staaten sich vorgenommen, das reale Rentenalter auf 65 zu steigern. Die EU will in ihrer Strategie 2020 außerdem das Ziel festlegen, dass 75 Prozent der 18- bis 65-Jährigen am Erwerbsleben teilnehmen.

Die Kommission schätzt, dass die Europäer im Jahr 2060 etwa sieben Jahre länger leben als heute. Demnach müsste das Renteneintrittsalter um vier Jahre und acht Monate verschoben werden von den heute angestrebten 65 auf knapp 70 Jahre.

Den dringendsten Reformbedarf sieht die EU-Kommission laut Zeitungsbericht derzeit in Frankreich: Dort gehen Männer mit durchschnittlich 58,7 Jahren in Rente, dem niedrigsten Wert in der EU und OECD.

dpa




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