Artikel vom 27. Juli 2012
Die galoppierenden Kosten fraßen die Einnahmen auf. Zwar wächst das Soziale Netzwerk, aber nicht so rasant, wie sich das mancher Anteilseigner wünscht.
Zudem sorgte Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg mit einem fehlenden Ausblick für Verunsicherung. Die Aktie fiel auf einen neuen Tiefstand.
Unterm Strich verlor Facebook im zweiten Quartal 157 Millionen Dollar (128 Mio Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
Auch der Spiele-Partner Zynga hatte am Vortag einen Verlust vermeldet und damit böse Vorahnungen geweckt. Im Vorjahreszeitraum hatte Facebook noch 240 Millionen Dollar verdient.
„Es gibt viele Herausforderungen, aber wir gehen sie an“, sagte Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Analysten.
Sein Auftritt war keineswegs sicher, hatte er sich doch nach dem gefloppten Börsengang im Mai rar gemacht. Aber es half nichts: Die ohnehin gebeutelte Aktie brach nachbörslich um zehn Prozent ein und baute ihre Verluste im frühen Handel am Freitag noch deutlich aus.
Zwischenzeitlich lag das Papier um 17 Prozent im Minus bei 22,28 Dollar und erreichte damit ein neues Allzeittief. Neuaktionäre hatten beim Börsengang 38 Dollar je Anteilsschein gezahlt. Milliarden an Wert sind seitdem verpufft.
Immerhin hielt der Zustrom bei den Mitgliedern an: Ende Juni hatte Facebook 955 Millionen monatliche Nutzer nach 901 Millionen Ende März.
Vor einem Jahr waren es erst 739 Millionen. Manche Analysten störten sich allerdings daran, dass die Zahl der täglichen und damit besonders wertvollen Nutzer zuletzt im geringeren Maße auf 552 Millionen zulegte.
Die wichtigen Werbeeinnahmen stiegen um 28 Prozent auf 992 Millionen Dollar. Insgesamt kam Facebook auf einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar und damit 32 Prozent mehr als vor einem Jahr.
„Wir sind gut aufgestellt beim Buhlen um Werbegelder“, sagte die fürs Tagesgeschäft zuständige Managerin Sheryl Sandberg. Genau daran hatte es zuletzt aber Zweifel gegeben.
dpa