Startseite » Wirtschaft

Artikel vom 07. August 2012

Italiens Wirtschaft schrumpfte auch im 2. Quartal kräftig

Italiens Wirtschaft steckt ungeachtet aller Reformbemühungen weiter tief in der Rezession.

Fabrik, fiat, Rezession, Wirtschaft, Konjunktur
weitersagen drucken

Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte zwischen April und Juni bereits das vierte Quartal in Folge, wie das Statistikamt Istat am Dienstag mitteilte.
Der Rückgang fiel mit 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal stärker aus als erwartet.

Ökonomen hatten nur ein Minus von 0,6 Prozent erwartet. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung mit 0,8 Prozent so stark gesunken wie seit drei Jahren nicht mehr.
Ein Grund für die Schwäche ist die sinkende Nachfrage nach italienischen Waren im In- und Ausland. Die Industrie fuhr ihre Produktion im Frühjahr deshalb um 1,7 Prozent nach unten.

Auch die Verbraucher halten angesichts der Krise ihr Geld zusammen: Der Einzelhandelsverband geht davon aus, dass 2012 die Konsumausgaben pro Kopf so stark fallen werden wie noch nie seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

Im Kampf gegen die Schuldenkrise hat die Regierung von Ministerpräsident Mario Monti Ende 2011 Sparmaßnahmen von mehr als 20 Mrd. Euro durchgesetzt – vor allem Steuererhöhungen.

Italiens Schuldenberg entspricht 123 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Nur in Griechenland ist er noch höher.

Der Staat muss deshalb Zinsen von etwa sechs Prozent für zehnjährige Anleihen bezahlen. Auch italienische Firmen müssen für Kredite ähnlich hohe Zinsen zahlen. Sie halten sich deshalb bei Investitionen zurück.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt der drittgrößten Volkswirtschaft in der Euro-Zone für 2012 einen Konjunktureinbruch um knapp zwei Prozent voraus. Der Industrieverband Confindustria befürchtet sogar ein Minus von 2,4 Prozent.

apa/reuters