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Artikel vom 04. August 2012

Kein Urlaub: 30 Millionen Italiener bleiben zu Hause

Die Wirtschaftskrise macht sich bei den Italienern auch im Urlaub bemerkbar: Die Hälfte der Italiener bleibt laut dem italienischen Handwerkerverband Confartigianato heuer zuhause.

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30,6 Millionen Italiener fahren demnach nicht weg, weil sie es sich nicht leisten können.

Die Zahl der Italiener, die aus wirtschaftlichen Gründen auf einen Urlaub fernab der eigenen vier Wände verzichten müssen, ist laut dem Verband in den vergangenen zehn Jahren um 33,1 Prozent gestiegen.

Die Tourismusbranche in Italien – auch in Südtirol – spürt dies derzeit deutlich. Viele Betten bleiben leer.

Im Juni starteten laut dem nationalen Hotelverband Federalberghi 21,5 Prozent weniger Italiener als im Vorjahr in Richtung Urlaub, im Juli waren es 13 Prozent und im August erwartet der Verband einen drastischen Rückgang von 29,5 Prozent.

Im August würden nur mehr 15,4 Millionen italienische Touristen eine Reise antreten, 2011 seien es noch 21,9 Millionen gewesen.

Von der Krise besonders betroffen sind laut Confartigianato ca. 3,6 Millionen Sizilianer, aber auch in den Regionen Apulien und Kalabrien müssten viele auf einen Urlaub verzichten.

In der Lombardei blieben drei Millionen Italiener zuhause, das sind 30 Prozent der Bevölkerung.

Dass viele Italiener auf einen Urlaub verzichten müssen liegt auch an den deutlich gestiegenen Kosten für Autofahrer.

Laut Confartigianato müssen sie im Vergleich zum Jahr 2011 um 12,7 Prozent mehr ausgeben.

stol

Sakrihittn

04.08.2012 20:09

noch mehr Beitragsgelder...genau das ist der richtige Weg. Der Bürger soll also mit seinen Steuergeldern den stagnierenden Tourismus helfen wofür er sowieso schon zahlt(und das nicht zu knapp) na Bravo; also das gleiche System wie für die Banken, wenn es einer Lobby dreckig geht sollen alle herhalten, und das nennt man dann "Freie Marktwirtschaft"

Sakrihittn

04.08.2012 20:03

@villaberger

Ich schliesse mich Bertaniakis an...logisch wäre jeder für mehr Feiertage bzw. Urlaub, damit mehr Geld in den Tourismus fliessen kann.....wenn mein Arbeitgeber mitspielt, dazu auch die Hoteliere ecc. gehören, und höhere Gehälter zahlen um das alles zu ermöglichen! Wenn man kein Geld mehr hat um überhaupt noch den normalen Urlaub zu bezahlen (die Preisse sind schon seit langem Wucher) wie soll man dann bitteschön das Geld für noch mehr Urlaub hernehmen? Ausser man macht in Balkonien Urlaub...

Bertaniakis

04.08.2012 15:49

Lieber Villaberger,

ich als griechischer Wahlbürger würde natürlich noch mehr Feiertage begrüssen, aber nur von mehr Feiertagen wird die Seele - und erst recht der Geldbeutel - nicht gesund.
Wir erleben jetzt eine Verlagerung des Wirtschaftsschwerpunktes nach Asien. Kurz gesagt: in Shanghai spielt die Musi!

In Europa sind es fast nur die Deutschen, die international noch mitzuhalten können. Warum? Tja, die haben kräftig in 'Gehirne' investiert und ihr Geld in Bildung - sprich Wissen- angelegt.
Haben Sie in Italien in den letzten 30 Jahren ein Investment in Unis, Forschung und Entwicklung oder dem Schulwesen gesehen?
Aha. Eben...

Kalimera!

villaberger

04.08.2012 08:34

Monti hat ja öffentlich aufgerufen, dass wir heuer alle auf eine Woche Urlaub verzichten sollen und daher noch mehr arbeiten sollen. Die Zahl der Arbeitslosen in Italien steigt dramatisch an und nicht wenige Betriebe müssen aufgrund sinkender Aufträge leider Kurzarbeit machen.Der ital.Tourismus ist ja sowieso schon total eingebrochen! Die Menschen sind am Rande des Ruins und können deshalb nicht noch mehr arbeiten. Bournout und Arbeitsunfälle häufen sich immer mehr. Es nützt auch nichts, Wachstum um jeden Preis zu wollen, zu schuften was das Zeug hält, wenn eh nichts mehr an den Mann/die Frau zu bringen ist. Das großflächige Wirtschaftsdebakel ist die Folge eines gigantischen Kreislaufes: Gier der Banker, Monopolyspiel der globalen Konzerne, erheblicher Kaufkraftschwund durch Lohn- und Sozialdumping. Nun heimsen wir die Folgen ein.

Da wären doch die Bemühungen der Wiedereinführung der einst abgeschafften Feiertage eine echte Chance! Feiertage und Urlaub braucht es auch deshalb - als Ruhezone ins chaotische Wirrwarr zu bringen. Alle sprechen jetzt im Sog des „globalen Wirtschaftstsunamis“ mit seinen bereits ersten „Ausläufern“ auf lokal-regionaler Ebene von Produktionsreduzierung und Produktionsstopp, Überstundenstrei­chung und Zwangsurlaub, bzw. Kurzarbeit.

Die Wie­dereinführung der einst handstreichartig abgeschafften Feiertage Josefi, Fronleichnam, Christi Himmelfahrt wäre echt eine gute Maßnahme, dieser Krise und Rezession zu begegnen: Menschen hätten mehr Freiraum, Betriebe etwas mehr Luft in Form verminderter Personalkosten und ein Zeitfenster, über ihre künftige Ausrichtung nachzudenken. Und eben auch wie bereits gesagt, krankheitsbedingte Arbeitsausfälle durch Bournout und Stress, mit den dazugehörigen hohen Kosten, nehmen immer größere Ausmaße an. Denken wir einmal darüber nach und geben wir dem Kalender seine ursprüngliche Form zurück! Sonn-u.Feiertage und auch unsere Urlaubstage stellen einen unverzichtbaren Wert unserer Gesellschaft dar, denen wir unbedingt wieder mehr Raum und Pflege geben müssen! Sie verkörpern auch wesentliche immaterielle Werte. (religiöse, historische, gesellschaftliche). Diese sind nicht in EURO messbar. Diese alten Tiroler Feiertage hat uns Italien vor 30 Jahren gestohlen und abgeschafft, es hat der Wirtschaft zu keiner Zeit etwas gebracht!

blizzard

03.08.2012 15:56

Könnten Südtiroler Hoteliers überhaupt ohne Beiträge über die Runden kommen?
Wie schaffen das Hoteliers in anderen Ländern?

kielratte

03.08.2012 14:50

@alpentop: die Kurtaxe hat gar nix damit zu tun, dass sich die Leute den Urlaub nicht mehr leisten können... die Zeiten sind für alle hart und auf deine angekündigte Konkurswelle bin ich mal gespannt...

docholly

03.08.2012 14:00

Was soll die Panikmache, ist ja alles nicht so schlimm.

Siehe: http://www.stol.it/Artikel/Wirtschaft/Tourismus-in-Suedtirol-Dickes-Plus-im-Mai-leichtes-Minus-im-Juni

auch auf dieser Webseite

alpentop

03.08.2012 12:42

Sommersaison 2012 = minus Umsatz von 28 %!
Erwarte für die nächste Zeit eine Konkurswelle und hoffen nicht dabei zu sein!

Danke an Hans Berger für noch mehr Steuern mit Tourismusabgabe und Kurtaxe - das wird dann der Todessstoß für viele werden! Danke auch an unseren Tourismuslandesrat für die komplette Kürzung der Beiträge!

8 Kommentare