Die Steuer- und Abgabenlast beträgt in Italien 44 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dieser Wert liegt fast fünf Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt. Es bedarf weiterer Reformen, wie Handelskammerpräsident Michl Ebner unterstreicht: „Die Steuerbelastung in Italien ist weiterhin ungleich verteilt und besonders nachteilhaft für alle Beschäftigten, sowohl Unselbständige als auch Selbständige. Es braucht einschneidender Maßnahmen, um das Land wieder wettbewerbsfähig zu machen und für mehr Gerechtigkeit zu sorgen.“Italien verlangt zu viel!Die aktuellsten Vergleichsdaten für 2012 zeigen, dass Italien im Bereich der Besteuerung von Arbeitnehmern Spitzenreiter in Europa ist. Der implizite Steuersatz auf Arbeit beträgt 42,8 Prozent, während der EU-Durchschnitt bei 36,1 Prozent liegt. Dasselbe beim impliziten Steuersatz auf Kapital- und Unternehmenseinkünften: Dieser erreicht in Italien 26,5 Prozent, das ist der höchste Wert in der EU.Gegenstimmen werden lauterIn den letzten Jahren haben nationale und internationale Institutionen die italienische Regierung verstärkt dazu aufgerufen, das Steuersystem zu reformieren. Dabei sollten Arbeiter und Unternehmen entlastet und dafür Konsumausgaben und Vermögen stärker besteuert werden.Entsprechende Empfehlungen kamen unter anderem von der „Banca d’Italia“, vom Rechnungshof, der „OECD“, dem internationalen Währungsfonds und der EU-Kommission, so das WIFO.Aussicht auf BesserungEinige Gesetzesänderungen der letzten Jahre geben Aussicht auf Hoffnung, meint die Handelskammer. Zum Beispiel die „IRAP-Abzüge“ zu Gunsten der Beschäftigung und der „IRPEF-Bonus“ für die Angestellten mit geringem Einkommen.stol