Die Ratingagentur Moody’s hat Italien mit einer schlechteren Bonitätsnote gedroht.
Es werde eine Herabstufung der Note AA2 für die Staatsanleihen des Eurolandes geprüft, gab Moody's am Freitag bekannt. Die trüben Wirtschaftsaussichten und mittelfristig steigende Zinsen dürften den Abbau der Staatsschulden erschweren.
Moody's verwies auf die vergleichsweise niedrige Produktivität in Italien und bescheinigte dem Land einen starren Arbeitsmarkt. Die Wirtschaftskraft sei in der Krise um fast sieben Prozent gefallen, und Italien habe davon nur einen Teil wieder aufgeholt, schrieb die selbst durch die US-Börsenaufsicht in die Kritik geratene Ratingagentur in einer Mitteilung.
Die Agentur verwies zudem auf schwindende Unterstützung der Wähler. So verlor die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi kürzlich ein Referendum über die Atomkraft und die Privatisierung der Wasserversorgung. Die Abstimmung gilt als schwere politische Niederlage.
Erst im Mai hatte die Agentur Standard & Poor's den Ausblick für Italien auf „negativ“ gesenkt. S&P bewertet langfristige italienische Staatsanleihen bereits mit A+ und damit zwei Stufen schlechter als Moody's, aber immer noch als prinzipiell sichere Anlage.
Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Eine Schuldenkrise Italiens wäre daher für die Eurozone kaum zu bewältigen.
Eine schlechtere Bonitätsnote bedeutet für Staaten in der Regel, dass sich die Aufnahme von Krediten verteuert.
Das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland wird von S&P derzeit mit CCC bewertet und ist damit das Land mit dem weltweit schlechtesten Kreditrating.