Samstag, 31. Juli 2010
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10. März 2010
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Wirtschaft

Nachts waschen wird bare Münze

Stromkunden aufgepasst: Ab 1. Juli gibt es auch in Südtirol billigen Nachtstrom mit Preisabschlägen von zehn Prozent. Fleißige „Nachtarbeiter“ sparen sogar noch mehr.

Wer heute seine Waschmaschine nachts anwirft, spart keinen Cent. Obwohl Nachtstrom weniger wert ist als teurer Spitzenstrom geben die Verteiler ihren Preisvorteil nicht an die Konsumenten weiter. Hauptgrund waren die alten Zähler, die Uhrzeit, Tag und Monat des Stromverbrauchs nicht festhielten. Jetzt ist die Umstellung auf fernlesbare Stromzähler fast abgeschlossen – und die Aufsichtsbehörde macht den Verteilern Beine.

Ab 1. Juli wird italienweit für alle Haushalte, die mit einem elektronischen Stromzähler ausgestattet sind, zwischen Tages- und Nachtstrom unterschieden. Tagesstrom ist jener, der von Montag bis Freitag zwischen 8 und 19 Uhr verbraucht wird.

„Der Rest gilt auch an Wochenenden und Feiertagen als Nachtstrom und wird billiger“, sagt Walter Bortondello. Er ist Verkaufsleiter bei den Etschwerken, die 45 Prozent aller Südtiroler Haushalte (118.000 Kunden) versorgen.

Vom 1. Juli 2010 bis 31. Dezember 2011 gilt laut Aufsichtsbehörde ein Übergangstarif mit einem automatischen Preisabschlag von zehn Prozent auf Nachtstrom. „Keiner muss ansuchen“, betont Bortondello.

Wer noch mehr sparen will, kann dies ab Juli ebenfalls tun. Voraussetzung ist allerdings, den geschützten Versorgungsdienst zu verlassen, für den Rom die Strompreise vorschreibt. „Auf dem freien Markt kann jeder Versorger seine eigenen Tarife anbieten“, so Bortondello. „Italienweit schnüren derzeit alle Anbieter ihre Pakete – so auch wir “, sagt Maximilian Rainer, Direktor der landeseigenen SEL AG.

Ein Wechsel auf den freien Markt ist allerdings gut zu überlegen. „Damit der Kunde wirklich davon profitiert, muss er den Großteil seines Stromkonsums in die späten Abend- oder frühen Morgenstunden verlagern“, so Bortondello.

Interessant wird es erst, wenn sich mindestens zwei Drittel im Nachtstrombereich abspielen, meint auch Maximilian Rainer.

Fazit: Wer einen Wechsel auf den freien Markt anstrebt, sollte Gewohnheiten und Stromverbrauch gut kennen. Sonst sei es günstiger, geschützter Kunde zu bleiben und sich mit zehn Prozent Abschlag zufrieden zu geben, so die Experten.

Wer wissen will, wo er derzeit steht, sollte seine Stromrechnung genauer unter die Lupe nehmen. „Dort wird der Konsum schon jetzt nach Zeitzonen angegeben“, so Bortondello.

Nichts ist so schwer abzulegen wie alte Gewohnheiten. Es lohnt sich aber. Ein Großteil des Medienkonsums spielt sich am Abend ab. „Und wer seine Waschmaschine nicht zu Mittag anwirft, wo auch Herdplatte und Backrohr laufen, kommt zudem mit einem kleinen Kilowatt-Anschluss leichter aus“, wirft Landesrat Michl Laimer ein.

d/bv

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