Die öffentliche Debatte rund um Artikel 18, der den Kündigungsschutz regelt, wird in Italien weiter heftig geführt.
Am Dienstag hat Emma Marcegaglia, Chefin des Industriellenverbandes, mit einer umstrittenen Aussage für Proteste gesorgt.
Es sei zwar richtig, über Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer zu sprechen, das gelte aber nicht für Nichtstuer, erklärte Marcegaglia.
„Wir wollen Artikel 18 nicht abschaffen, aber es muss möglich sein Personen zu entlassen, die ihre Arbeit nicht gut machen“, betonte die 47-Jährige. Der Industriellenverband wünsche sich Gewerkschaften, die nicht Drückeberger, Diebe und jene schütze, die schlecht arbeiten.
Die Gewerkschaft Cgil hat darauf umgehend reagiert und scharf protestiert.
"Diese Aussagen gehen zu weit. Man kann über verschiedene Ideen und Thesen sprechen und auch sehr kontrovers diskutieren, aber Marcegaglia lügt und beleidigt die Gewerkschaften und stellt ihre Funktion in Frage. Sie muss ihre Aussagen dementieren", forderte Cgil-Spitzenfunktionär Fulvio Fammoni am Dienstag.
"Marcegaglia sollte klarstellen, von welcher Gewerkschaft sie spricht", erklärte Cisl-Generalsekretär Raffaele Bonanni. Seine Gewerkschaft habe sich sowohl bei nicht korrektem Verhalten von Unternehmern als auch von manchen Gewerkschaftern verantwortungsbewusst gezeigt.