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Artikel vom 21. Dezember 2012

Spekulationen über Verkauf von Alitalia an Air France

Die Zukunft der Fluggesellschaft Alitalia, die seit der Vollprivatisierung vor vier Jahren Verluste von 700 Mio. Euro angesammelt hat, ist ungewiss.

Alitalia

Foto: APA/EPA

Allein im ersten Halbjahr verdoppelten sich die Verluste auf 201 Mio. Euro, die Airline verliert 630.000 Euro pro Tag, berichtete die „Repubblica“ am Freitag.

Dabei hatte sich Alitalia das Ziel gesetzt, bis Ende 2012 die Gewinnschwelle zu überschreiten, die sie seit ihrer Privatisierung Ende 2008 noch nie erreicht hat.

Geschäftsführer Andrea Ragnetti kündigte strenge Ausgaben- und Personalkürzungen an, die seiner Ansicht nach notwendig seien, um die Krise zu überwinden.

Laut einem Sanierungsplan sollen 690 Jobs wegrationalisiert und 30 Mio. Euro eingespart werden.

Dies soll sowohl das Bord- als auch das Bodenpersonal betreffen. Die Gewerkschaften reagierten empört.

Verkauf an Konkurrenz?

Einen Verkauf der Alitalia an dem Partner Air France-KLM wird nicht ausgeschlossen.

Die Franzosen halten bereits eine Beteiligung von 25 Prozent an der Alitalia. Für diesen Anteil hatten die Franzosen 320 Mio. Euro ausgegeben.

Mit 700 Mio. Euro könnten die Franzosen die komplette Alitalia schlucken, das wäre ein Viertel des Preises, den sie noch vor vier Jahren für die italienische Airline angeboten hatten, berichteten Experten.

Eine starke Belastung ist für Alitalia – neben Spritpreisen und Flugsteuer – die Konkurrenz von Billigflieger Ryanair, der im Vorjahr zur stärksten Fluggesellschaft im Land aufgerückt ist.

Auch die Hochgeschwindigkeitszüge machen Alitalia zu schaffen.

Die Staatsbahnen konnten im ersten Halbjahr 2012 ihr Ergebnis auf 182 Mio. Euro verdoppeln, was vor allem dem neuen Superzug „Frecciarossa“ zu verdanken ist.

Dieser flitzt bei einer Geschwindigkeit von über 300 Stundenkilometern auf der Nord-Süd-Achse zwischen Turin und Neapel.

apa