Um 3,7 Prozent mehr Hotelbetten als noch vor zehn Jahren gibt es in Südtirol, gleichzeitig ist die Zahl der Nächtigungen um 18,7 Prozent gestiegen.
„Damit sind wir ein Ausnahmefall", so Tourismuslandesrat Hans Berger, der heute (30. Juli) mit der SMG-Spitze Status quo und Entwicklung des Tourismus beleuchtet hat.
„Und wir müssen darauf hinarbeiten, dass diese Entwicklung sich fortsetzt", so Berger.
Während also die Anzahl der Tourismusbetriebe von 10.000 im Jahr 2000 auf 10.200 im Jahr 2009 gestiegen ist und bei den Hotelbetten ein Anstieg von 211.000 auf 219.000 festgestellt werden konnte, haben die Nächtigungen im selben Zeitraum um ganze 18,7 Prozent zugelegt.
Vollauslastungsdauer 149 anstatt 129 Tage
„Das beweist, dass die Betten-Auslastung deutlich gestiegen ist", so der Landesrat, der von einer Vollauslastungsdauer von 149 anstatt der 129 Tage im Jahr 2000 spricht.
„Diese Daten sind natürlich höchst erfreulich, trotzdem dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass ein vergleichbarer Anstieg der Wertschöpfung nur möglich ist, wenn der Preis stimmt", erklärt Berger und forderte: „Alle Hoteliers und Gastwirte müssen sich darüber im Klaren sein, dass Leistung seinen Preis haben muss."
Trotz der rund 5,6 Millionen Gäste jährlich dürfe sich Südtirol nicht zu einem Massentourismus-Land entwickeln.
„Südtirol-Urlaub wie der Einkauf beim Maßschneider“
„Wenn man einen Vergleich zur Bekleidung heranzieht, dann sind Urlaube in Mega-Hotels wie ein Kauf von der Stange, während der Südtirol-Urlaub wie der Einkauf beim Maßschneider sein soll", so Berger, der als große Trends der kommenden Jahre Gesundheit, Natur, Kontakt mit der Landwirtschaft und den Aktivurlaub nennt.
„Vor allem in Bezug auf letzteren müssen wir vorsichtig sein, nicht zum Verbotsland zu werden: Die freie Bewegung muss in Südtirol auch weiterhin winters wie sommers möglich sein", erklärte der Landesrat heute.
In Sachen Herkunftsländer der Südtirol-Touristen hat Berger auf den enormen Zuwachs italienischer Gäste in den letzten Jahren verwiesen.
„Allein seit 2006 konnte ein Plus von 600.000 Nächtigungen italienischer Urlauber verzeichnet werden", so Berger. Durch dieses Plus sei der Rückgang deutscher Urlauber mehr als ausgeglichen worden.
„Hoffentlich, kein böses Omen“
Im Mai und Juni wurde nun aber ein italienischer Nächtigungsrückgang von 3,5 Prozent registriert. „Wir können nur hoffen, dass dies kein böses Omen ist oder eine erste Auswirkung der Krise", so der Landesrat.
Damit der Tourismus weiter auf der Erfolgsschiene bleibe, setze man weiter auf eine intensive Bewerbung, auf neuen wie auf traditionellen Herkunftsmärkten.
In diesem Zusammenhang müssten auch Synergien zwischen den Tourismusverbänden gesucht und genutzt werden, „und zwar über die bisherigen geographischen Abgrenzungen hinweg", so Berger, der ergänzt: „Auch müssen wir uns auf ein neues Urlaubsverhalten einstellen: auf kurzfristige Buchungen und kürzere Aufenthalte."
Festhalten an der Authentizität
Als weitere Erfolgsrezepte nannte SMG-Präsident Reinhold Marsoner heute das Festhalten an der Authentizität, die Flexibilität der Familienbetriebe, den Respekt vor der Landschaft, „auch der gebauten", und eine bessere Vernetzung von Landwirtschaft und Tourismus.
SMG-Direktor Christoph Engl stellte dagegen die Erreichbarkeit Südtirols in den Mittelpunkt: die physische genauso wie die digitale.
So hätten - trotz der zunehmenden Bedeutung der digitalen Buchung - rund 1000 Gastbetriebe in Südtirol immer noch keine E-Mail-Adresse.

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