Wie spricht man auf Gadertalerisch die Sätze im Sprachkurs von Daria Valentin aus? Nachstehend finden Sie die Links zu den Audiodateien für die einzelnen Lektionen. Einfach draufklicken und anhören...
LEZIUN 45
Bun dé!
Guten Tag!
Savëise ci che i fajun incö?
Wissen Sie, was wir heute tun?
I jun al mer!
Wir fahren ans Meer!
Ci adorunse pa tan da jì al mer?
Was brauchen wir, um ans Meer zu fahren?
N bichini!
Einen Bikini!
Y na braia da jì a nodè!
Und eine Schwimmhose!
Y pro le bichini y la braia da jì a nodè se tolunse ince i odlà da sorëdl.
Und mit dem Bikini und der Schwimmhose nehmen wir auch eine Sonnenbrille mit!
Adorunse ince crema da sorëdl?
Brauchen wir auch Sonnencreme?
Chëra bëgn, ajache sorëdl é pa sterch.
Ja gewiss, denn die Sonne brennt.
Y l'ambrela da sorëdl pa?
Und den Sonnenschirm?
No no: chëra ciafunse pa bëgn sön spona.
Nein nein: den bekommen wir schon am Strand.
Ince na pezadamans podess buté.
Auch ein Handtuch wäre nützlich.
Y valch da lì.
Und etwas zum Lesen.
Zënza se stufunse ciamò.
Ansonsten langweilen wir uns noch.
Bëgn chël?
Wirklich?
Iö me pënsi bëgn de no.
Ich glaube nicht.
En vacanza ne se stüfon normalmënter nia: an se palsa fora y se relassëia.
Im Urlaub langweilt man sich normalerweise nicht: man erholt und entspannt sich.
LEZIUN 42
Bun domisdé a düc canc!
Guten Nachmittag allerseits!
Do da carantedöes leziuns ves feji pa n pü de domandes incö:
Nach zweiundvierzig Lektionen stelle ich Ihnen heute einige Fragen:
Ves recordëise sciöche an ti dij al Zimmermann por ladin?
Wissen Sie noch, wie der Zimmermann auf Ladinisch heißt?
Y al Weber?
Und der Weber?
Al Schuster ti dîjon “carigà”.
Der Schuster heißt “carigà”.
Por chësc él ince dër na bela manira de dì.
Für diesen gibt es auch eine gute Redewendung.
Ara sona insciö:
Sie lautet folgendermaßen:
Carigà pro tüa formara sta!
Schuster bleib bei deinem Leisten!
Te nosc curs ùnse ince aldì d’atres manires de dì.
In unserem Kurs haben wir auch andere Redewendungen behandelt.
S’un recordëise öna o l’atra?
Können Sie sich noch an irgendeine erinnern?
Poester chëra che baia dl lu?
Vielleicht an jene des Wolfes?
O chëra che cunta dla olp?
Oder jene des Fuchses?
Y pro le lu y la olp unse ince tratè n gröm d’atri tiers.
Und zusammen mit dem Wolf und dem Fuchs haben wir auch etliche andere Tiere behandelt.
Co ti dîjon pa porchël por ladin ala Schnecke?
Wie heißt also die Schnecke auf Ladinisch?
Y al Maikäfer?
Und der Maikäfer?
Ves tómel ciamò ite val’ tier o val’ manira de dì che cunta di tiers?
Fällt Ihnen sonst noch ein Tier oder eine Redewendung ein, in der Tiere vorkommen?
LEZIUN 41
Bun domisdé a düc canc!
Guten Nachmittag allerseits!
Te öna dles ultimes leziuns unse aldì che sot Conturines él l’ander dles laûrs.
In einer der letzten Lektionen haben wir gehört, dass sich am Fuße der Conturines die Bärenhöhle befindet.
Él inće d’atri crëps tla Val Badia?
Gibt es im Gadertal auch andere Berge?
Sambëgn!
Natürlich!
Sö Calfosch s’ërjel sö le gran y le pice Cir.
In Calfosch türmen sich die große und die kleine Cier-Spitze auf.
A Corvara él Sassongher.
In Corvara der Sassongher.
A La Ila ciafunse Gherdenacia cun iadedô Pöz.
In La Ila finden wir die Gherdenacia und dahinter die Puezalm.
Da San Ciascian rovunse tres Col de Locia sön La Varela y sön Conturines.
Von San Ciascian gelangen wir durch Col de Locia auf La Varela und auf Conturines.
Da Badia demez podunse pié ia por jì sön Sas dla Crusc.
Von Badia starten wir, um auf Sas dla Crusc zu gehen.
A La Val ti ciarunse sö a Pares.
In La Val blicken wir gegen Pares.
Da Antermëia piunse ia por jì sön Pütia.
Von Antermëia starten wir in Richtung Pütia.
Da Lungiarü condüj le tru cuntra Juel sön Crëp dles Dodesc.
Von Lungiarü führt der Weg über Juel auf den Crëp dles Dodesc.
Y da Al Plan piunse ia por jì sön Sas dla Porta.
Und von Al Plan starten wir, wenn wir auf Sas dla Porta wollen.
Spo pa: Ves ëise bele arjigné le rucsoch?
Na dann: Haben Sie den Rucksack schon gepackt?
LEZIUN 40
Bun domisdé a düc canc!
Guten Nachmittag allerseits!
L’edema ch’é stada unse odü ciünes che é les formes dl verb “avëi” tl imperfet.
Letzte Woche haben wir die Formen des Verbs “haben” im Imperfekt behandelt.
Incö analisunse le verb “ester” tl imperfet.
Heute befassen wir uns mit dem Verb “sein” im Imperfekt.
Iö ê pa feter na prossa möta, n iade.
Ich war früher ein sehr braves Mädchen.
Tö ês megher da pice.
Als Kind warst du mager.
Ël ê n tistler plüdadî.
Früher war er Tischler.
Ëra ê la fia da Coz.
Sie war die Tochter des Colz-Bauern.
Nos ên braui n iade canche i fajôn bela figöra.
Früher waren wir stolz, als wir eine gute Figur machten.
Os êse püri inier, caos?
Ihr wart krank gestern, nicht wahr?
Ëi ê dala bona löna intratan cëna.
Sie waren während des Abendessens gut gelaunt.
Ëres ê stances do döt le laûr da en sabeda.
Sie waren nach der vielen Arbeit am Samstag erschöpft.
Jepele Frontull ê n musizist da La Pli de Mareo.
Jepele Frontull war ein Musiker aus Enneberg Pfarre.
I odëis che al é dagnora l’azënt zirconflès sön les formes dl imperfet.
Sie sehen, dass die Formen des Imperfekts immer einen Zirkumflex tragen.
Chësc dà dant che le vocal mëss gnì pronunzié lunch.
Dieser gibt an, dass der Vokal lang auszusprechen ist.
Da stlüje jö ciamò na domanda: olâ êse pa inier?
Abschließend noch eine Frage: Wo waren Sie gestern?
LEZIUN 39
Bun dé!
Guten Tag!
Le iade da denant unse fat na spazirada fora por pre.
Das letzte Mal haben wir einen Spaziergang durch die Wiesen gemacht.
Orëise che i junse fora por bosch incö?
Möchten Sie, dass wir heute durch den Wald spazieren?
Mo ilò messunse pa mëte averda: al roda pa la laûrs!
Aber da müssen wir aufpassen: Ein Bär geht um.
Éra da temëi?
Muss man davor Angst haben?
Chël ne sai nia da Ves cuntè: ilò messunse damanè n iagher.
Das kann ich Ihnen nicht sagen: Da müssen wir einen Jäger fragen.
Chël é dagnora informè sön döt ci che sozed te bosch.
Der ist immer bestens informiert, über das, was im Wald passiert.
Tla Val Badia él pa n post dër interessant por ci che reverda les laûrs.
Im Gadertal gibt es einen sehr interessanten Ort, was die Bären anbelangt.
Ne n'ëise mai aldì baian dl ander dles laûrs?
Haben Sie nie von der Bärenhöhle gehört?
Ara é te n ander sot Conturines.
Sie befindet sich in einer Höhle am Fuße der Conturines.
Chilò àn ciafè dl 1987 n gröm de osc de laûrs.
Dort hat man 1987 sehr viele Bärenknochen gefunden.
Chisc é gnüs analisà dala université de Viena.
Diese wurden von der Universität Wien untersucht.
La laûrs é gnüda batiada „ursus ladinicus".
Der Bär wurde „ursus ladinicus" benannt.
Sce i ne savëis nia ci fà n iade ia por l'isté, gnide ma a ti ciarè a chësc ander!
Wenn Sie im Sommer einmal nicht wissen, was unternehmen, gehen Sie doch diese Höhle besichtigen!
La jita é pa feter bela.
Der Ausflug ist wunderschön.
LEZIUN 38
Bun dé!
Guten Tag!
Ci nen dijëise pa sce i nes fajun na bela spazirada fora por pre incö?
Was halten Sie davon, wenn wir heute einen schönen Spaziergang durch die Wiesen machen?
Jun mo a ciarè ci bi ciüfs che i odun!
Schauen wir welche Blumen wir finden!
Sëgn che la nëi é delegada spizorëiel pa de vigni sort!
Da jetzt der Schnee geschmolzen ist, sprießt allerlei.
Dlungia la salata de pre él pa ince les tlês de San Pire che florësc a ghel!
Neben dem Löwenzahn blühen auch die Himmelschlüsseln gelb.
Y les milandores pa?
Und die Krokusse?
No: chëres florësc a blanch, mo por chëres él oramai bele massa tert.
Nein die nicht: die blühen weiß, aber für die ist die Blüte bereits vorbei.
Mo i odun dessigü violes y poester ince tëtacioures.
Aber wir sehen sicherlich Veilchen und vielleicht auch Küchenschellen.
Y la confolia, i cancuns y i cialzà dl cuch pa?
Und die Maiglöckchen, die Enziane und die Frauenschuhe?
Chi vëgn pa bëgn ince: al ô ma ester n pü de paziënza.
Die werden auch schon blühen: es braucht nur etwas Geduld.
O é pa döt cant bele desflorì?
Oder ist schon alles verblüht?
Chël depënn dal post: alüsc crëscel plü debota y alüsc plü bel plan.
Das hängt vom Ort ab: mancherorts wächst alles schneller, mancherorts alles langsamer.
Ciun ves sa pa le plü bel ciüf a os?
Welche Blume gefällt Ihnen am Besten?
Iö à le plü ion le zavalì!
Mir gefällt die Feuerlilie am Besten.
LEZIUN 37
Bun dé!
Guten Tag!
Incö nen vara indô de gramatica.
Heute geht es wieder um Grammatik.
Tla leziun numer trëntessis ânse n gröm de verbs tl imperfet.
In der Lektion sechsunddreißig hatten wir viele Verben im Imperfekt.
Y porchël ti ciarunse incö al verb "avëi" tl imperfet.
Und deshalb behandeln wir heute das Verb "haben" im Imperfekt.
I â gonot mè de ce l'ann passè.
Voriges Jahr hatte ich oft Kopfschmerzen.
Tö âs dagnora la bona löna canche te gnôs a ciasa.
Du warst immer gut gelaunt, als du nach Hause kamst.
Al â n iade na ciasa, mo spo l'àl venüda.
Er besaß einmal ein Haus, aber dann verkaufte er es.
Ara n'â mai scioldi canche ara messâ paié valch.
Sie hatte nie Geld, wenn sie etwas bezahlen musste.
I ân pa feter ligrëza cun chi pici loi canche i ên pici.
Als wir klein waren, hatten wir kleine Hasen sehr gern.
I âse prescia inier, catö?
Ihr hattet es eilig gestern, nicht wahr?
Ai â rajun por la strada: ara ê da fà danü!
Sie hatten Recht mit der Straße: sie musste neu gebaut werden.
Ares â pa de te' bones idees, zacan!
Sie hatten früher so gute Ideen!
L'imperfet vëgn dagnora adorè canche an ô dì fora valch tl passè che döra plü dî o che vëgn dant de plü iadi.
Man verwendet das Imperfekt um eine in der Vergangenheit länger andauernde Handlung oder etwas Wiederkehrendes auszudrücken.
LEZIUN 36
Bun domisdé!
Guten Nachmittag!
Tles ultimes leziuns unse aldì di jüc da mituns, dl cartè y dl chidlé.
In den letzten Lektionen haben wir von den Kinderspielen, vom Kartenspielen und vom Kegeln gehört.
Tla Val Badia conesciôn pa plü dadî ince dër de bi jüc de sozieté!
Im Gadertal kannte man früher auch unterhaltsame Gesellschaftsspiele.
Un de chisc é por ejëmpl le jüch dl'aristla.
So zum Beispiel das Spiel mit dem Holzspan.
Pro chësc jüch se sentâ düc canc te n cërtl.
Bei diesem Spiel setzten sich alle im Kreis.
L'aristla gnô impiada y dada inant da un al ater.
Der Holzspan wurde angezündet und weitergereicht.
Chël che n'ê nia bun de tignì le füch impié messâ fà la penitënza.
Derjenige, bei dem das Feuer erlosch, bekam eine Strafe auf.
Plüdadî fajôn n gröm de jüc canche an jô a vila.
Früher wurde häufig gespielt als man zusammentraf.
Conescëise la manira de dì "jì a vila"?
Kennen Sie die Redewendung "jì a vila" (jemanden besuchen)?
N iade messân jì da na vila al'atra sce an orô s'incuntè.
Einst musste man von Weiler zu Weiler ziehen, wollte man sich treffen.
Y porchël àn metü man de dì "jì a vila" o "fà vila" canche an s'incuntâ a se la cuntè.
Daher hat sich der Ausdruck "jì a vila" oder "fà vila" eingebürgert: man traf und unterhielt sich.
Gnide ma a me ciafè n dé spo fajunse n pü vila!
Besuchen Sie mich doch einmal, dann können wir uns ein wenig unterhalten.
LEZIUN 35
Bun domisdé!
Guten Nachmittag!
Ves recodëise che i Ves à cumpedè sö n valgügn jüc da mituns l'edema ch'é stada?
Können Sie sich noch daran erinnern, dass ich Ihnen letzte Woche einige Kinderspiele aufgezählt habe?
I Ves à cuntè dl fà la pëia y dl fà l'ascogna.
Ich habe vom Fangen- und Versteckspiel berichtet.
Y ince dla iata borba.
Und auch von der blinden Kuh.
Aratëise che i ladins ais jüc che ai s'à inventè instësc?
Sind Sie der Ansicht, dass die Ladiner Spiele besitzen, die sie selber erfunden haben?
Un nen él.
Eines gibt es.
Y chësc é conesciü sura döt Tirol.
Und das ist in ganz Tirol bekannt.
Por todësch ti dîjon "Ladinisch-Watten".
Auf Deutsch heißt es "Ladinisch Watten".
Por ladin ti dijunse fà n batadù ôt sö.
Auf Ladinisch sagt man "fà n batadù ôt sö" (einen offenen Watter spielen).
Savëise da cartè Os?
Können Sie Karten spielen?
A mé me sal pa feter bel!
Mir gefällt es sogar sehr!
I cherti a batadù, a muto o ince ala fëia.
Ich spiele Watten, Blindwatten oder auch Laubbieten.
Mo plü bel me sal ciamò da sbordenè.
Aber am Liebsten schwindle ich.
I sa bëgn: chël ne podésson pordërt nia fà.
Ich weiß: Das dürfte man eigentlich nicht tun.
Mo ci che é proibì é dagnora plü bel co ći che an po fà!
Aber das, was verboten ist, ist immer interessanter als das Erlaubte!
O no?
Oder etwa nicht?
LEZIUN 33
Bun domisdé!
Guten Nachmittag!
Cun chisc bi dis da d'aisciöda ti sal pa feter bel ai mituns da stè defora a fà belaita!
An diesen wunderschönen Frühlingstagen freuen sich die Kindern sehr, im Freien zu spielen!
Ai fej la pëia y l'ascogna.
Sie spielen das Fang- und Versteckspiel.
Datrai feji pa ince la iata borba.
Manchmal spielen sie auch blinde Kuh.
Y pro düc chisc jüc mëssi cumpedè fora.
Und bei all diesen Spielen müssen sie auszählen.
Por ladin él ma dër püces manires da cumpedè fora.
Im Ladinischen gibt es nur wenige Auszählreime.
Öna por ejëmpl va insciö:
Einer zum Beispiel lautet folgendermaßen:
Sgnech, sgnech
pëta fora cater corgn:
un a mé,
un a té,
un ala vacia y al videl!
Schnecke, Schnecke,
streck deine vier Fühler aus:
einen für mich,
einen für dich,
einen für die Kuh und einen fürs Kalb!
Insciö le conëscion tl'alta valada.
So lautet der Spruch im oberen Tal.
Te Mareo sónel n pü atramënter.
In Enneberg ist er leicht abgeändert.
Ilò val insciö: ´
Dort lautet er nämlich so:
Sgnech, sgnech
Pëta fora cater corgn:
Un a mé,
un a té,
un ala vedla da morin
zonza te copi!
Schnecke, Schnecke,
streck deine vier Fühler aus:
einen für mich,
einen für dich,
einen für die alte Müllersfrau
ansonsten töte ich dich!
LEZIUN 31
Salüc a düc canc!
Hallo allerseits!
Incö oressi Ves cuntè de n valgönes manires de dì che i ùn tl ladin.
Heute möchte ich Ihnen einige Redewendungen beibringen, die wir im Ladinischen verwenden.
Conescëise chësc dit: scrì sciöche na iarina?
Kennen Sie den Spruch: Wie eine Henne schreiben?
Chësc ne n’é nia de nü, arati.
Das ist nichts Neues, glaube ich.
Y chësc pa: ester falz sciöche na olp?
Und diese Redewendung: Hinterlistig wie ein Fuchs sein.
O chësc: ester paz sciöche n porcel.
Oder die: Schmutzig wie ein Schwein sein.
Y canche an à na dërta fan vëgnel dit: avëi na fan da lu.
Und wenn man sehr hungrig ist, sagt man: Einen Bärenhunger haben.
Por ladin adorunse le “lu”, olache le todësch à la “laûrs”.
Im Ladinischen haben wir den “Wolf”, wo das Deutsche den “Bären” hat.
Conescëise ince d’atres manires de dì olache al vëgn dant i tiers?
Kennen Sie auch andere Redewendungen, in denen Tiere vorkommen?
Y por stlüje jö ciamò chësc dit: mëte la olp a vardè les iarines.
Und zum Abschluss noch diesen Spruch: Den Bock zum Gärtner machen.
A s’odëi le iade che vëgn!
Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal!
LEZIUN 30
Salüc a düc canc!
Hallo allerseits!
Le iade da denant Ves ài cuntè che an ciafa ince de pici tiers da cumprè a marcé de Badia.
Das letzte Mal habe ich Ihnen erzählt, dass der Markt in Abtei auch Kleintiere zum Kauf anbietet.
I à dit che an ciafa iarines y vicì, loi y porcì dl mer.
Ich habe erzählt, dass es Hühner und Vögel, Kaninchen und Meerschweine gibt.
Ves recordëise ciamò sciöche vigni tier à inom por ladin?
Wissen Sie sich noch wie jedes Tier auf Ladinisch heißt?
Rut Bernardi ves à cuntè dla vacia y dl videl, dl ciaval y dl polorin, dla cioura y dla biscia.
Rut Bernardi hat Ihnen von der Kuh und vom Kalb erzählt, vom Pferd und vom Fohlen, von der Ziege und vom Schaf.
Chisc é i tiers de ciasa.
Das sind die Haustiere.
Te bosch incuntunse le rehl y le cerf, la olp y le lou.
Im Wald begegnen wir dem Reh und dem Hirsch, dem Fuchs und dem Hasen.
Ëise ligrëza cun i tiers?
Gefallen Ihnen Tiere?
Tröpes families à n cian o n iat.
Viele Familien haben einen Hund oder eine Katze.
Al nen é ince de chi che à sorices te ciasa o cinamai na bisca.
Es gibt auch solche, die Mäuse im Haus halten, oder gar Schlangen.
Savëise ci tier che iö à le plü iniert te ciasa?
Wissen Sie, welches Tier ich am unliebsten im Haus habe?
L’aragn!
Die Spinne!
LEZIUN 29
Salüc a düc canc!
Hallo allerseits!
Ves recordëise che i Ves à damanè le iade da denant sce I jëis a marcé de Badia?
Können Sie sich noch daran erinnern, dass ich Sie das letzte Mal gefragt habe, ob Sie nach Abtei zum Markt gehen?
Chësc marcé é le plü gran dla Val Badia. Er ist der größte Markt des Gadertales.
La uniun “Badia fadia” organisëia la gran chidlada.
Der Verein “Badia Fadia” organisiert das Kegeltournier.
I Destödafüch se fistidiëia dla marëna.
Die freiwillige Feuerwehr sorgt für das Mittagessen.
Al vëgn sambëgn ince sonè y balè.
Es wird natürlich auch aufgespielt und getanzt.
Y düc canc roda sö y jö por paîsc a ciarè ci che i crameri à da pité.
Und alle schauen sich den Markt an und betrachten, was die Krämer zu bieten haben.
N iade gnôl chilò ince sciacarè de tiers.
Früher betrieb man hier auch Tierhandel.
Al dedaincö ciàfon ma plü iarines y de pici tiers, sciöche porcì dl mer, loi y vicì.
Heutzutage werden nur mehr Hühner und Kleintiere zum Kauf angeboten, wie Meerschweine, Kaninchen und Vögel.
Mo porchël ciàfon dër de bel guant y n gröm de cialzà.
Dafür aber gibt es eine reiche Auswahl an Kleidung und allerlei Schuhware.
I plü pici à sambëgn ligrëza cun i gais.
Die Kinder freuen sich natürlich über die Spielwaren.
Al é valch por vignun: por pici y gragn!
Etwas gibt es für alle: für Klein und Groß!
Gnide ma a marcé: I ciafëis dessigü valch che Ves scüsa!
Kommen Sie zum Markt: Sie werden bestimmt etwas Passendes finden!
LEZIUN 28
Salüc a düc canc!
Hallo allerseits!
En vëndres fajunse düc canc santù!
Am Freitag halten wir alle Feiertag!
Conescëise la manira de dì “fà santù”?
Kennen Sie die Redewendung “fà santù” [Feiertag halten]?
Le santù é n dé olache an ne laôra nia.
“Santù” ist ein Tag an dem nicht gearbeitet wird.
Le santù é n dé da festa.
“Santù” ist ein Feiertag.
Pasca de Mà é n santù.
Pfingsten ist ein Feiertag.
Gnissant é n santù.
Allerheiligen ist ein Feiertag.
Y ince le pröm de mà é n santù.
Und auch der erste Mai ist ein Feiertag.
Ci fajëise pa de bel en chësc dé?
Was unternehmen Sie Schönes an diesem Tag?
Jëise a marcé de Badia?
Fahren Sie nach Abtei zum Markt?
Te chësc paîsc vëgnel fat na gran festa.
In diesem Dorf wird ein großes Fest veranstaltet.
Al vëgn fat la gran chidlada, sciöche an fajô plüdadî vigni iade che al ê marcé.
Es wird das große Kegeltournier organisiert, so wie es früher bei jedem Markt Brauch war.
Sce I tolëis pert pol ester che I Ves davagnëis na biscia!
Wenn Sie teilnehmen, können Sie ein Schaf gewinnen!
Leziun 27
Bun domisdé a düc canc!
Guten Nachmittag, allerseits!
Ves recordëise che i Ves à cuntè tla pröma leziun che iö sun dla Val Badia?
Können Sie sich noch daran erinnern, dass ich mich in der ersten Lektion als Gadertalerin vorgestellt habe?
Plü avisa sunsi de Badia.
Genauer stamme ich aus Abtei.
Da olâ gnëise pa os?
Woher kommen Sie?
Iö sun de Badia y i laôri a San Martin.
Ich komme aus Abtei und arbeite in St. Martin in Thurn.
Y olâ laurëise pa os?
Und wo arbeiten Sie?
Iö sun de Badia, i laôri a San Martin y i viri a Bornech.
Ich stamme aus Abtei, arbeite in St. Martin und wohne in Bruneck.
Y olâ viëise pa os?
Und wo wohnen Sie?
Iö sun de Badia, i laôri a San Martin, i viri a Bornech y va a Balsan a teater.
Ich stamme aus Abtei, arbeite in St. Martin, wohne in Bruneck und fahre nach Bozen ins Theater.
Y olâ jëise pa os?
Und wohin fahren Sie?
Chësc pinsier podess jì inant zënza fin!
Dieser Gedanke könnte ins Unendliche gehen.
Damì taié ia, caos?
Besser abbrechen, nicht wahr?
A s’odëi le iade che vëgn porchël!
Also dann: auf Wiedersehen und bis zum nächsten Mal!
LEZIUN 26
Bun domisdé!
Guten Nachmittag!
Sciöche vigni edema, insciö messunse ince incö indô fà n pü de gramatica.
So wie jede Woche, müssen wir uns auch heute wieder etwas mit der Grammatik beschäftigen.
Incö ti ciarunse porchël ala formaziun dl plural feminin.
Heute schauen wir uns deshalb die feminine Pluralbildung an.
Tone se mangia na bona liagna.
Anton isst eine schmackhafte Wurst.
Nina cumpra sis de bones liagnes.
Nina kauft sechs schmackhafte Würste.
Maria à na bela ciasa.
Maria besitzt ein schönes Haus.
Raimund fej de beles ciases.
Raimund baut schöne Häuser.
La storia cunta dla olp scicada.
Die Geschichte erzählt vom schlauen Fuchs.
I iagri à pié les olps scicades.
Die Jäger haben die schlauen Füchse gefangen.
Sepl vëgn ite por la val scöra.
Josef fährt durch das dunkle Tal.
Tarejia passa fora por les vals scöres.
Theresa fährt durch die dunklen Täler.
Sce la parora se röia cun le vocal “a” vëgn chësc baratè fora cun “es”. (liagna – liagnes) Sce la parora se röia cun n consonant vëgn le plural formè cun l’ajunta de n “s”, sciöche pro i sostantifs mascolins. (olp – olps)
Wenn das Wort im Auslaut ein “a” hat, wird dieses durch “es” ersetzt. (liagna – liagnes) Wenn das Wort im Auslaut einen Konsonanten hat, wird der reguläre Plural immer mit der Hinzufügung eines “s” gebildet, so wie bei den männlichen Substantiven. (olp – olps)
Pro le feminin ne n’él nia tan de ezeziuns sciöche pro le mascolin.
Beim Feminin gibt es nicht so viele Ausnahmen wie beim Maskulin.
LEZIUN 25
Bona sëra!
Guten Abend!
Ves recordëise che i sun jüda a cumprè ite dan da n valgügn dis?
Erinnern Sie sich noch daran, dass ich vor einigen Tagen einkaufen war?
I à cumprè ite por fà na bona cëna.
Ich habe eingekauft, um ein gutes Abendessen zu zu bereiten.
Mo i podess pa ince fà na bona marëna!
Aber ich könnte auch ein gutes Mittagessen zubereiten!
Da gostè no: ilò adori pan, smalz y marmelada.
Zum Frühstück geht das nicht: da brauche ich Brot, Butter und Marmelade.
N bun cafè y n pü de lat.
Einen guten Kaffee und etwas Milch.
Y chël ne n’ài mine cumprè ne!
Und davon habe ich ja nichts gekauft!
Mo incoma che i m’à desmentié döt chësc patüc, vai pa a me bëre n bun cafè te n bar.
Da ich all dies vergessen habe, gehe ich in eine Bar, um einen guten Kaffee zu trinken.
Gnëise ince Os?
Kommen auch Sie mit?
Sce i jun deboriada él plü bel.
Wenn wir gemeinsam gehen, ist es schöner.
Spo podunse n pü se la cuntè.
Dann können wir uns ein wenig unterhalten.
Chël fajunse pö tan ion, no pa?
Das gefällt uns ja, oder?
Iö me bëri n cafè fosch.
Ich trinke einen Schwarzen.
Ci Ves boiëise pa os?
Was trinken Sie?
Chël me cuntëise pa le iade che vëgn!
Das erzählen Sie mir das nächste Mal!
LEZIUN 24
Bun dé a düc canc.
Guten Tag allerseits.
Le iade da denant ài cumpedè sö n valgügn numeri.
Das letzte Mal habe ich einige Zahlen erwähnt.
Incö ti ciarunse a chi che nes mancia ciamò por ester bogn da cumpedè cina diesc.
Heute ergänzen wir die Fehlenden, damit wir bis zehn zählen können.
Y porchël Ves cunti na te’ picia storia.
Und dazu erzähle ich Ihnen eine kleine Geschichte.
Un, dui, trëi, cater, cinch, sis, set, na te’ mëda cöj runi, na te’ mëda cöj cioce, se taia ia le dëit. Al vëgn le dotur Marionëta y incola indô sö le dëit.
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, eine alte Frau kocht Rüben, eine alte Frau kocht Speck, schneidet sich den Finger weg. Kommt der Doktor Hampelmann und klebt den Finger wieder an.
Ci numeri nes màncel pa ciamò?
Welche Zahlen fehlen uns jetzt noch?
Sambëgn le ot y le nü: chi n’ài nia ciamò nominé.
Natürlich die Acht und die Neun: die habe ich noch nicht erwähnt.
Sëise sëgn bogn da cumpedè dassusc incina diesc?
Sind Sie jetzt im Stande alleine bis zehn zu zählen?
LEZIUN 23
Bun dé a düc canc.
Guten Tag allerseits.
Incö ôi arjigné na bona cëna, mo denant mëssi jì a cumprè ite!
Heute will ich ein gutes Abendessen zubereiten, aber vorher muss ich noch einkaufen gehen!
I ti diji porchël ala boteghira: „Me dëise prëibel trëi chili de soni?”
Ich sage deshalb zur Verkäuferin: „Ich möchte drei Kilo Kartoffeln!”
Me dëise ince cater cioles.
Weiters brauche ich vier Zwiebeln.
Y laprò adori ciamò dui ces de salata.
Und dazu brauche ich noch zwei Salatköpfe.
Cin tomates essi ince ion!
Fünf Tomaten hätte ich auch noch gern!
Spo adori dui goti de brama.
Dann brauche ich zwei Becher Sahne.
Olâ é pa i dlacins?
Wo befindet sich das Speiseeis?
La boteghira me ciara y damana: „Adorëise ciamò valch?”
Die Verkäuferin schaut mich an und fragt: „Brauchen Sie sonst noch etwas?”
„No, i arati de avëi döt cant.”
„Nein, ich denke, das ist alles.”
Sëgn paii ciamò, spo vai a cujiné.
Jetzt zahle ich noch die Rechnung, dann gehe ich kochen.
Al é 13 euro y cincanta zentejims.
Das macht 13 Euro und fünfzig Cent.
Dër bel dilan y al iade che vëgn!
Vielen Dank und bis zum nächsten Mal!
LEZIUN 22
Sëgn che Pasca é passada messunse indô jì inant cun nosc curs.
Da Ostern jetzt vorbei ist, müssen wir mit dem Kurs fortfahren.
Y ajache i orun imparè ladin, messunse indô fà n pü de gramatica.
Und da wir Ladinisch lernen wollen, müssen wir uns wieder der Grammatik widmen.
Incö ti ciarunse porchël ales formes dl plural mascolin.
Heute befassen wir uns deshalb mit der maskulinen Pluralbildung.
Merch cumpra n pan da scialame.
Markus kauft ein Salamibrot.
Pire cumpra trëi pans da cioce.
Peter kauft drei Speckbrote.
Lena ciafa n scofun bröm.
Helene bekommt einen blauen Hausschuh.
Ana ciafa dui scofuns bröms.
Anna bekommt zwei blaue Hausschuhe.
Le taxist à n auto cöce.
Der Taxifahrer besitzt ein rotes Auto.
La uniun à trëi auti cöci.
Der Verein besitzt drei rote Autos.
Le pópe à n pice poferle.
Das Baby hat ein kleines Lätzchen.
I mituns à de pici poferli.
Die Kinder haben kleine Lätzchen.
Sce la parora se röia cun n consonant vëgn le plural regolar dagnora formè cun l’ajunta de n “s”. (pan – pans)
Wenn das Wort im Auslaut einen Konsonanten hat, wird der reguläre Plural immer mit der Hinzufügung eines “s” gebildet. (pan – pans)
Sce la parora se röia cun n vocal vëgn chësc baratè fora cun n “i”. (auto – auti)
Wenn das Wort im Auslaut einen Vokal hat, wird dieser durch ein “i” ersetzt. (auto – auti)
Y les ezeziuns pa?
Und die Ausnahmen?
De chëres nen él - sciöche te vigni ater lingaz - n gromun!
Von diesen gibt es - wie in jeder anderen Sprache auch - zahlreiche!
LEZIUN 21
Al é tosc Pasca!
Es ist bald Ostern!
Les granares de saresc é bele sön si d’urt, le belorì infornësc le crist te stüa y i üs é ince bele intënc.
Die Palmbuschen hängen schon am Gartenzaun, die Olivenzweige schmücken das Kruzifix in der Stube und die Eier sind auch schon gefärbt.
Y le cëst pa?
Und der Korb?
L’ëise bele arjigné?
Haben Sie den schon gefüllt?
Chësta é ince na usanza da Pasca tipica.
Das ist auch ein typischer Osterbrauch.
Vigni patrona arjigna le cëst cun le benedì laìte.
Jede Hausfrau füllt den Korb mit den geweihten Speisen.
Ara mët ite na preza, n tòch de cioce, n pêr de üs intënc, n pü d’ajet y de vigni sort de erbes.
Sie gibt eine Bretzel hinein, ein Stück Speck, ein paar Ostereier, etwas Kren und allerlei Kräuter.
Chësc cëst vëgn portè te dlijia y benedì do mëssa grana.
Dieser Korb wird dann in die Kirche getragen und nach dem Hochamt geweiht.
En Pasca da misdé vëgnel spo mangé le benedì.
Am Ostersonntag werden dann die geweihten Speisen gegessen.
Sëise ince os bele coriusc de odëi ci che al rovarà fora de cëst te Osc taì?
Sind Sie auch schon neugierig, was Ihnen aus dem Korb serviert wird?
LEZIUN 20
Bun domisdé.
Guten Nachmittag.
Incö ves splighi pa la tradiziun di üs da Pasca.
Heute will ich Ihnen den Brauch der Ostereier erklären.
En jöbia santa vëgnel intënt i üs cun de vigni sort de corusc.
Am Gründonnerstag werden die Eier mit allerlei Farben gefärbt.
Datrai vëgn i üs ince scric: al vëgn limé ite de te’ pici raimli o dic.
Manchmal werden die Eier auch beschrieben: Darauf werden kleine Reime oder Sprüche eingeritzt.
I üs vëgn spo tuc da “cufé”, sciöche an dij tl’alta valada, o da “peché”, sciöche al vëgn dit te Mareo.
Die Eier werden dann zum “cufé” (pecken), wie man im oberen Tal sagt, oder zum “peché”, wie man in Enneberg sagt, verwendet.
En lönesc de Pasca va i jogn fora por les ciases a üs.
Am Ostermontag ziehen die jungen Männer von Haus zu Haus, um den Mädchen die Ostereier abzuwerben.
La möta che dà ia le plü üs é la plü chirida.
Das Mädchen, das am meisten Ostereier verschenkt, ist das begehrteste.
Plüdadî gnôl ince trat al scioldo cun i üs intënc.
Früher spielte man mit den Ostereiern auch das Spiel des Münzewerfens.
Chëstes usanzes vëgn portades inant cina en domënia do Pasca.
Diese Bräuche ziehen sich bis zum Sonntag nach Ostern hin.
A chësta domënia ti dîjon Segra dai Üs.
Dieser Sonntag wird “Segra dai Üs” (= “Eierkirchtag”) genannt.
LEZIUN 19
Bun dé.
Guten Tag.
Savëise che i sun bele tl’edema santa?
Wissen Sie, dass wir uns bereits in der Karwoche befinden?
Chisc dis podunse s’arjigné da fà Pasca.
In diesen Tagen können wir uns auf Ostern einstimmen.
Cina en jöbia santa é l’edema plü o manco sciöche dötes les atres.
Bis Gründonnerstag unterscheidet sich die Karwoche kaum von den anderen Wochen.
En jöbia mëtel spo man les funziuns da Pasca.
Am Donnerstag beginnen dann die österlichen Kirchenämter.
Da en jöbia inant à i scolars vacanza.
Ab Donnerstag machen die Schüler schulfrei.
En vëndres él ince i ofizi che sera, por che le personal pois jì ala funziun.
Am Freitag schließen auch die Ämter, damit die Bediensteten der Andacht beiwohnen können.
Y i üs da Pasca pa?
Und die Ostereier?
Chi vëgn intënc en jöbia santa.
Die werden am Gründonnerstag gefärbt.
Savëise ci che les jones fej cun i üs intënc?
Wissen Sie, was die Mädchen mit den gefärbten Eiern machen?
Chël ves cunti pa le iade che vëgn.
Das will ich Ihnen das nächste Mal erzählen.
LEZIUN 18
Bun dé.
Guten Tag.
I s’arvijinun ala Domënia dal Orì.
Wir nähern uns dem Palmsonntag.
Vëgnel ince te Osc paîsc arjigné les granares de minai?
Werden auch in Ihrem Dorf die Palmbuschen gebunden?
Te mi paîsc se la conforta pa feter i mituns da podëi les arjigné ca.
In meinem Dorf freuen sich die Kinder sehr, diese binden zu können.
Les granares é fates cun rames de saresc y n gröm de vëtes da corusc.
Die Palmbuschen werden aus Palmkätzchenästen und vielen farbigen Bändern zubereitet.
En Domënia dal Orì vëgnel ince benedì l’orì.
Am Palmsonntag werden auch die Olivenzweige geweiht.
Y spo vëgnel fat la prozesciun.
Und dann wird die Prozession gehalten.
Do mëssa vëgn les granares tacades pro si d’urt sciöche sëgn de bona fortüna.
Nach der Messe werden die Palmbuschen als segenbringendes Zeichen am Gartenzaun befestigt.
Tles ciases vëgnel infornì le crist cun na rama d’orì.
In den Häusern wird das Kruzifix mit einem Olivenzweig geschmückt.
Ci usanzes conescëise pa Os por chësta sajun?
Welche Bräuche kennen Sie für diese Jahreszeit?
LEZIUN 17
Bun dé.
Guten Tag.
L’edema ch’é stada unse fat na jita y i sun stà a ciafè la familia Kostner.
Letzte Woche haben wir einen Ausflug unternommen und die Familie Kostner besucht.
I ùn incuntè le pere y la uma, le nene y la lâ.
Wir haben den Vater und die Mutter, den Opa und die Oma getroffen.
I ùn ince saludé berba Franzl y mëda Tarina.
Wir haben auch Onkel Franz und Tante Katharina begrüßt.
Co é pa metüda adöm Osta familia?
Wie ist Ihre Familie zusammengesetzt?
Iö à ma un n fre su.
Ich habe nur einen einzigen Bruder.
Mo i à n gröm de jormagn y de jormanes.
Aber ich habe sehr viele Cousins und Cousinen.
Y ince cujins y cujines.
Und auch Nachcousins und Nachcousinen.
Tan de fredesc ëise pa Os?
Wie viele Geschwister haben Sie?
Ëise poester ince na só?
Haben Sie vielleicht auch eine Schwester?
O cinamai n jomelin?
Oder sogar einen Zwillingsbruder?
I sun pa feter coriosa de aldì sciöche Osta parentela ciara fora!
Ich bin sehr neugierig zu hören, wie Ihre Verwandschaft aussieht!
LEZIUN 16
Bun dé.
Guten Tag.
Incö messunse indô se dè jö n püch cun i verbs.
Heute müssen wir uns wieder ein wenig mit den Verben befassen.
Porchël imparunse la coniugaziun dl verb “fà”.
Deshalb lernen wir die Konjugation des Verbs “machen”.
Ara se trata de n verb iregolar.
Es handelt sich dabei um ein unregelmäßiges Verb.
Iö feji na jita.
Ich mache einen Ausflug.
Tö fejes matades.
Du machst Witze.
Ël fej so dovëi de ciasa.
Er macht seine Hausaufgabe.
Ëra fej tröp.
Sie macht viel.
Nos fajun püch.
Wir machen wenig.
Os fajëis na festa.
Ihr macht eine Party.
Ëi fej tröp sport.
Sie machen viel Sport.
Ëres fej n iade.
Sie machen eine Reise.
Y ci fajëise pa Os?
Und was machen Sie?
LEZIUN 15
Bun dé.
Guten Tag.
Incö ves cunti pa valch dl gran poet Angelo Trebo.
Heute will ich Ihnen etwas über den bekannten Dichter Angelo Trebo erzählen.
Angelo Trebo é nasciü dl 1862 a La Pli de Mareo.
Angelo Trebo wurde 1862 in Enneberg Pfarre geboren.
Al orô deventè maester.
Er wollte Lehrer werden.
Mo baldi él bele mort cun 26 agn, dl 1888.
Aber leider verstarb er schon im Jahre 1888, im Alter von 26 Jahren.
Al à scrit le tòch de teater “Le scioz de San Jenn”.
Er hat das Theaterstück “Le scioz de San Jenn” verfasst.
Y ince dër de beles poesies.
Und auch sehr schöne Gedichte.
Öna por ejëmpl é intitolada “La flu”.
Eines zum Beispiel trägt den Titel “La Flu” (Die Knospe).
La pröma strofa dij insciö:
Die erste Strophe lautet folgendermaßen:
O bela flu de ma!
Gonot cherì iu t’à.
Sën ince t’ài ciafé
amez le vërt dal pré.Y can ch’i t’à odü,
atira t’ài coü.
O schöne Maiknospe!
Wie oft habe ich dich gesucht.
Und nun habe ich dich gefunden
mitten in der grünen Wiese.
Und als ich dich erspäht,
habe ich dich sofort gepflückt.
Angelo Trebo à scrit döt cant por mareo.
Angelo Trebo hat nur auf Ennebergisch gedichtet.
Ves sal rî da capì?
Haben Sie Mühe, es zu verstehen?
LEZIUN 14
Bun dé.
Guten Tag.
Le iade da denant ves ài presentè la familia Kostner.
Das letzte Mal habe ich Ihnen die Familie Kostner vorgestellt.
I ves à damanè olache ara vir.
Ich habe Sie gefragt, wo sie wohnt.
Y os ëis respognü che ara vir tla vila de Plaza.
Und Sie haben geantwortet, dass sie im Weiler Plaza wohnt.
Conescëise ince d’atres viles dla Val Badia?
Kennen Sie auch andere Weiler im Gadertal?
Iö conësci la vila da Pransarores.
Ich kenne den Weiler Pransarores.
Chësta vila é sura San Linert.
Dieser Weiler befindet sich oberhalb von St. Leonhard.
O la vila da Ciampëi.
Oder den Weiler Ciampëi.
Savëise olache chësta vila é?
Wissen Sie wo dieser Weiler ist?
Sce i gnëis da Badia jö y i passëis fora por Pidrô, spo odëise sön la tëmpla a man dërta, la bela vila da Ciampëi cun süa picia capela.
Wenn Sie von Abtei talabwärts und bei Pederoa vorbeifahren, dann sehen Sie am Hang rechts oben den schönen Weiler Ciampëi mit seiner kleinen Kapelle.
A Lungiarü ciafëise les viles de Seres y Misci.
In Campill finden Sie die Weiler Seres und Misci.
Ilò podëise jì a ti ciarè ai favas.
Dort können Sie die Harpfen besichtigen.
Y a La Pli él la vila de Biei.
Und in Enneberg Pfarre befindet sich der Weiler Biei.
A Biei él nasciü le gran poet Angelo Trebo.
In Biei wurde der bekannten Dichter Angelo Trebo geboren.
Conescëise Angelo Trebo?
Kennen Sie Angelo Trebo?
De ël ves cunti pa le iade che vëgn.
Über ihn will ich Ihnen das nächste Mal etwas erzählen.
A tosc.
Bis bald.
LEZIUN 13
Bun dé.
Guten Tag.
Ves recordëise che i sëis jüs a ciafè la familia Moroder adöm cun Rut Bernardi?
Erinnern Sie sich noch, dass Sie mit Rut Bernardi der Familie Moroder einen Besuch abgestattet haben?
Iö oress ves presentè la familia Kostner.
Ich möchte Ihnen die Familie Kostner vorstellen.
La familia Kostner vir tla vila de Plaza.
Die Familie Kostner lebt im Weiler Plaza.
Le pere Milio nes inviëia te stüa.
Der Vater Emil lädt uns in die Stube.
La uma Tarejia nes fej n bun tê.
Die Mutter Theresa kocht uns einen guten Tee.
La lâ Lena nes porta la turta.
Oma Helene bringt uns den Kuchen.
Le nene Vijo nes cunta na storia.
Opa Alois erzählt uns eine Geschichte.
Berba Franzl nes mostra le retrat.
Onkel Franz zeigt uns das Foto.
Mëda Tarina nes scinca na papa.
Tante Katharina schenkt uns ein Bonbon.
Y le pice Linert fej matades.
Und der kleine Leonhard macht Witze.
Respogn indortöra por ladin:
Antworte richtig auf Ladinisch:
Olâ vir pa la familia Kostner?
Wo lebt die Familie Kostner?
Ci fej pa le pere Milio?
Was macht Vater Emil?
Che nes cunta pa na storia?
Wer erzählt uns eine Geschichte?
Chësc é döt por incö.
Das ist alles für heute.
A s’odëi le iade che vëgn.
Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal.
LEZIUN 12
Bun dé.
Guten Tag.
Le iade da denant ves ài cuntè che i va a Balsan a cumprè ite.
Das letzte Mal habe ich Ihnen erzählt, dass ich nach Bozen fahre um ein zu kaufen.
Mo ci vai mo a cumprè ite secundo os?
Aber was kaufe ich wohl Ihrer Meinung nach ein?
I va a Balsan a me cumprè na bela gonela.
Ich fahre nach Bozen, um mir einen schönen Rock zu kaufen.
Y pro la gonela me cumpri na plusa.
Und zum Rock kaufe ich mir eine Bluse.
O aratëise che n guant me stais damì?
Oder finden Sie, ein Kleid steht mir besser?
A mi compagn ti cumpri na iesta.
Meinem Freund kaufe ich einen Anzug.
Y a mia uma ti cumpri n sbeter.
Und meiner Mutter kaufe ich einen Pullover.
A mi pere ti cumpri na braia.
Meinem Vater kaufe ich eine Hose.
Mi fre adora dessigü na ciamëja.
Mein Bruder braucht sicherlich ein Hemd.
Y mia compagna poester n pêr de cialzà.
Und meine Freundin wahrscheinlich ein Paar Schuhe.
Mo ince n ciapel podess pa ester bel!
Aber auch ein Hut wäre schön!
Da se vistì adôron pö tan de cosses.
Zum Anziehen braucht man ja so viel!
LEZIUN 11
Bun dé a düc canc.
Guten Tag allerseits.
Incö imparunse les formes dl verb “jì”.
Heute lernen wir die Formen des Verbs “gehen” (fahren).
Iö va a Balsan a cumprè ite.
Ich fahre nach Bozen um ein zu kaufen.
Tö vas a Bornech a teater.
Du fährst nach Bruneck ins Theater.
Ël va a Porsenù a ti ciarè al dom.
Er fährt nach Brixen, um den Dom zu besichtigen.
Ëra va a Sanciana a jì sö por munt.
Sie fährt nach Innichen um zu wandern.
Nos jun a Rorëi a ti ciarè al museum.
Wir fahren nach Rovereto, um das Museum zu besichtigen.
Os jëis a Milan a scora.
Ihr fährt nach Mailand um dort zur Schule zu gehen.
Ëi va a Cianacëi a se bëre n cafè.
Sie fahren nach Canazei um dort einen Kaffee zu trinken.
Ëres va a Maran a conzert.
Sie fahren nach Meran zum Konzert.
Y olâ jëise pa os?
Und wohin fahren Sie?
Sciöche i odëis é la forma dla terza porsona ince chilò indô anfat tl singolar y tl plural. Implü corespogn chësta forma a chëra dla pröma porsona dl singolar.
Wie Sie sehen sind die 3. Person Singular und Plural gleich. Zudem entspricht diese Form jener der ersten Person Singular.
Tl ladin ùnse ma öna na parora por le todësch “gehen” y “fahren”.
Im Ladinischen besitzen wir nur eine Form für “gehen” und “fahren”.
LEZIUN 10
Bun dé. Co éra pa jüda inier da laurè?
Guten Tag. Wie ging es gestern bei der Arbeit?
S’àl salpü bel?
Waren Sie zufrieden?
A mé no.
Ich nicht.
Iö m’à stufé döt le dé!
Ich habe mich den ganzen Tag gelangweilt!
Mo incö vara dessigü damì.
Aber heute geht es sicherlich besser.
Y porchël sunsi contënta.
Und deshalb bin ich zufrieden.
Mia colega de laûr é dër stancia.
Meine Arbeitskollegin ist sehr müde.
Ara laôra demassa.
Sie arbeitet zu viel.
Co ti vara pa al patrun?
Wie geht es dem Chef?
Al s’un sta ert, ajache al à de massa pinsiers.
Er fühlt sich unwohl, weil ihm zu viele Gedanken durch den Kopf schwirren.
Ci cuntarà mo doman le laurant?
Was wird denn morgen der Arbeiter erzählen?
A d’ël ti vara dessigü bun, ajache al sa ci che al à da fà.
Ihm geht es sicherlich gut; er weiß ja was er zu verrichten hat.
Y ci dijëise pa os?
Und was sagen Sie?
Chësc me cuntëise pa le iade che vëgn!
Das erzählen Sie mir das nächste Mal!
LEZIUN 9
Bun dé a düc canc.
Guten Tag allerseits.
Le iade da denant ves ài damanè ci laûr che i fajëis.
Das letzte Mal habe ich Sie gefragt, welchen Beruf Sie ausüben.
Incö ves cunti pa ci che mi compagn Tita fej ia por l’edema.
Heute erzähle ich Ihnen was mein Freund Baptist während der Woche macht.
Le lönesc fêjel le carigà.
Montags arbeitet er als Schuster.
Le mertesc fêjel le sartù.
Dienstags arbeitet er als Schneider.
Le mercui fêjel le bocà.
Mittwochs arbeitet er als Metzger.
La jöbia fêjel le pech.
Donnerstags arbeitet er als Bäcker.
Le vëndres fêjel l’ostì.
Freitags arbeitet er als Wirt.
La sabeda fêjel le tescere.
Samstags arbeitet er als Weber.
Y la domënia fêjel le sciore.
Und sonntags tut er nichts.
Fajëise ince os insciö döta l’edema?
Schaut auch Ihr Wochenablauf so aus?
Nos fajun dagnora le medem.
Wir machen immer das gleiche.
Ma chi che sa da se la dè bona fej dagnora ci che ai ô.
Nur jene, die es sich gut gehen lassen, tun immer das, was sie wollen.
Caos?
Nicht wahr?
LEZIUN 8
Bun dé.
Guten Tag.
Ves recordëise ciamò ci che i ves à damanè le iade da denant?
Erinnern Sie sich noch, was ich Sie das letzte Mal gefragt habe?
I sun coriosa de savëi ci laûr che i fajëis.
Ich möchte wissen, welchen Beruf Sie ausüben.
Iö feji la traduturia tl istitut cultural ladin.
Ich bin Übersetzerin im Ladinischen Kulturinstitut.
Y os pa?
Und Sie?
Fajëise l’artejan?
Sind sie Handwerker?
I adorun pö tan de muradus y de zumpradus canche i frabicun.
Beim Bau eines Hauses brauchen wir ja so viele Maurer und Zimmermänner.
O laurëise tl turism?
Oder arbeiten Sie etwa in der Tourismusbranche?
La cöga é pa feter importanta sce i orun jì invalgó a cëna.
Die Köchin ist sehr wichtig, wenn wir irgendwo essen gehen wollen.
O sëise poester n paur?
Oder sind Sie vielleicht Landwirt?
Zënza paurs ne vëgn pa nüsc pra nia sià y chël é bëgn da desplajëi.
Ohne Landwirte werden unsere Wiesen nicht gemäht und das ist ja sehr schade.
Mo al po pa ince ester che i fajëis la doturia o l’injignier.
Aber es kann auch sein, dass Sie Ärztin oder Ingenieur sind.
Al é pö tan de laûrs y vignun po se chirì fora chël che al fej le plü ion.
Es gibt so viele Berufe und jeder kann sich jenen aussuchen, der ihm am besten gefällt.
No pa?
Oder etwa nicht?
LEZIUN 7
Bun dé.
Guten Tag.
Sintise inće os bele l’aisciöda?
Spüren auch Sie schon den Frühling?
Da chësta sajun éson pa dagnora plütosc stanc, no pa?
In dieser Jahreszeit fühlt man sich immer etwas müde, nicht wahr?
Mo por fortüna vëgnel bele plü cialt y i dis é ince bele plü lunc.
Aber zum Glück wird es schon wärmer und die Tage werden auch schon länger.
Can junse pa spo deboriada a spazier?
Wann machen wir denn einen gemeinsamen Spaziergang?
Incö domisdé?
Heute nachmittag?
Chëra ne va nia.
Das geht nicht.
I mëssi pö laurè!
Ich muss ja arbeiten!
I laôri döt le dé.
Ich arbeite den ganzen Tag.
Danmisdé laôri te scora.
Vormittags arbeite ich in der Schule.
Y domisdé laôri a ciasa.
Und nachmittags arbeite ich zu Hause.
Olâ laurëise pa os?
Wo arbeiten Sie?
Ëise n laûr alaleria o laurëise te n ofize?
Haben Sie eine Arbeitsstelle im Freien oder sind Sie in einem Büro tätig?
Chësc me cuntëise pa le iade che vëgn.
Das erzählen Sie mir das nächste Mal.
Sëgn jun ma indô düc canc a laurè!
Gehen wir doch alle wieder an die Arbeit!
A s’odëi y a tosc!
Auf Wiedersehen und bis bald!
LEZIUN 6
Bun domisdé.
Guten Nachmittag.
Ves ëise bele boiü le cafè incö?
Haben Sie heute schon Kaffee getrunken?
Sce i ne l’ëis nia ćiamò boiü, ves inviëii da ti ćiarè ai inoms di mëisc deperpo che i le boiëis.
Falls Sie ihn noch nicht getrunken haben, lade ich Sie ein, beim Schlürfen sich die Namen der Monate anzuschauen.
Le iade da denant ùnse aldì i inoms dles cater sajuns.
Das letzte Mal haben wir die Namen der vier Jahreszeiten gehabt.
Incö ti ćiarunse ai inoms di dodesc mëisc.
Heute schauen wir uns die Namen der zwölf Monate an.
L’invern é bele tosc passè.
Der Winter ist bald vorbei.
Jenà é rové, forà é rové y i sun bele tl mëis de merz.
Jänner ist vorbei, Februar ist vorbei und wir sind schon im Monat März.
Tosc mëtel man l’aisciöda.
Bald beginnt der Frühling.
N iade che aurì y mà s’un é, podunse de jügn bele s’arjigné da jì al mer.
Sobald April und Mai vorbei sind, können wir uns im Juni schon bereiten, ans Meer zu fahren.
Y ti bi mëisc dl isté, de messè y d’agost, podunse jì sö por munt y stè a sorëdl.
Und während der schönen Sommermonate, im Juli und August, können wir wandern gehen und in der Sonne liegen.
Pornanche i dis vëgn plü cörć, de setëmber y d’otober, podunse stè daite a lì valch de bel.
Sobald die Tage kürzer werden, im September und Oktober, können wir im Haus bleiben und etwas Schönes lesen.
De novëmber, canche döt é bel chît, s’arjignunse ca al advënt.
Im November, wenn Stille einkehrt, stellen wir uns auf den Advent ein.
Y de dezëmber festejunse le Nadè.
Und im Dezember feiern wir Weihnachten.
Chësc é döt por incö.
Das ist alles für heute.
A s’odëi le iade che vëgn!
Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal!
LEZIUN 5
Bun dé a düć canć!
Guten Tag allerseits!
Ëise dormì saurì?
Haben Sie gut geschlafen?
Iö à dormì sciöche n ciüch!
Ich habe wie ein Bär geschlafen.
Y śëgn sunsi arjignada da ves cuntè sciöche an ti dij ales cater sajuns.
Und jetzt bin ich bereit, Ihnen die Namen der vier Jahreszeiten zu erklären.
La pröma sajun é l’aisciöda.
Die erste Jahreszeit ist der Frühling.
Chëra porta i ciüfs da n gröm de corusc.
Der bringt Blumen in allen Farben.
La secunda l’isté.
Die zweite der Sommer.
Chël porta bun ćialt da podëi sié le fëgn.
Der bringt Wärme um das Heu einbringen zu können.
La terza é l’altonn.
Die dritte der Herbst.
Chël porta la üa da fà de bun vin.
Der bringt die Trauben, für den guten Wein.
Y la cuarta é l’invern.
Und die vierte der Winter.
Chël porta la nëi che cür pro düć i pra.
Der bringt den Schnee, der alle Wiesen zudeckt.
Ćiüna sajun ves sa pa la plü bela?
Welche Jahreszeit gefällt Ihnen am besten?
Iö à plü ion l’invern.
Ich mag den Winter am liebsten.
Ajache ilò poi jì cun i schi.
Denn da kann ich Ski-fahren gehen.
Mo inće l’isté é bel.
Aber auch der Sommer ist schön.
Ajache ilò poi jì sö por munt.
Denn da kann ich wandern.
Y inće l’aisciöda é bela.
Und auch der Frühling ist schön.
Ajache ilò poi jì cun la roda.
Denn da kann ich Rad-fahren.
Y da d’altonn poi jì a spazier fora por bosch.
Und im Herbst kann ich im Wald spazieren gehen.
Ne n’é nia vigni sajun bela sciöche ara é?
Ist nicht jede Jahreszeit schön, so wie sie ist?
LEZIUN 4
Bun dé a os düć. – Guten Morgen allerseits
I ùn odü che i sonns dl ladin dla Val Badia n’é nia cis atramënter co chi dl gherdëna.
Wir haben gesehen, dass die Laute des Gadertalischen sich von den grödnerischen nicht besonders unterscheiden.
Incö oressi splighé ćiünes che é les formes di dui verbs “ester” y “avëi”.
Heute möchte ich erklären, wie die Formen der zwei Verben “sein“ und “haben” lauten.
Inće chilò é pa pordërt les desfarënzies plütosc piceres respet ales formes dl gherdëna.
Auch hier sind die Unterschiede gegenüber dem Grödnerischen nur sehr gering.
Iö sun na jona y i à i ćiavëis lunć.
Ich bin ein Mädchen und habe lange Haare.
Tö es n jonn y t’às les iames lunges.
Du bist ein Junge und hast lange Beine.
Ëra é mia uma y à inom Maria.
Sie ist meine Mutter und heißt Maria.
Ël é mi pere y à tan da laûr.
Er ist mein Vater und hat viel zu tun.
Nos sun contënć y i ùn la bona löna.
Wir sind glücklich und haben gute Laune.
Os sëis stanć y i ëis vëia de jì a dormì.
Ihr seid müde und habt Lust, schlafen zu gehen.
Ëi é pici y à de beles manires.
Sie sind klein und haben gute Manieren.
Ëres é corioses y à na dërta prescia.
Sie sind neugierig und haben es eilig.
Inće tl ladin dla Val Badia é indô la 3. porsona tl singolar y tl plural anfat. Dagnora “é” por le verb “ester” y “à” por le verb “avëi”.
Auch im Gadertalischen ist die 3. Person Singular und Plural gleich. Immer “é” für das Verb “ester“ (sein) und “à” für das Verb “avëi” (haben).
Y cun chësc pinsier ves salüdi inće incö indô.
Und mit diesem Hinweis verabschiede ich mich wieder!
A s’odëi le iade che vëgn! - Auf Wiedersehen bis zum nächsten Mal!
LEZIUN 3
Bun dé a düã canã!
Guten Tag allereits.
I s’ëis dessigü bele intenü, che le ladin dla Val Badia é dër dlungia al gherdëna!
Ihr werdet sicherlich gemerkt haben, dass das Gadertalische dem Grödnerischen sehr ähnlich ist!
Y porchël se salüdon inãe plü o manco sciöche por gherdëna!
Und deshalb begrüßt man sich auch mehr oder weniger so wie im Grödnerischen!
Bun dé! - Guten Tag!
Ca vara pa? - Wie geht es?
Ara va bun. - Es geht gut.
Ara me va pa feter bun!
Es geht wirklich sehr gut!
Ma, ara va mefo.
Tja, es geht halt.
Ara ne va pa nia cis bun.
Es geht nicht sehr gut.
Ara va bëgn n pü a pé zot.
Das Ganze hinkt ein wenig.
Y åëgn ves salüdi indô.
Und jetzt verabschiede ich mich wieder.
A s’odëi le iade che vëgn!
Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal!
LEZIUN 2
Bun dé a düã canã! - Guten Morgen allerseits.
Dan da n valgügn mëisc ëise imparè sciöche an lî le gherdëna.
Vor einigen Monaten habt ihr gelernt, wie man das Grödnerische liest.
Co lîon pa pordërt le ladin dla Val Badia?
Wie liest man eigentlich das Gadertalische?
Avisa sciöche le gherdëna, ma cun trëi de te’ pices desfarënzies.
Genau wie das Grödnerische, nur mit drei kleinen Unterschieden.
Tl ladin dla Val Badia vëgnel dant inãe i dui vocai “ö” y “ü”, sciöche por todësch.
Im Gadertalischen kommen auch die zwei Vokale “ö” und “ü” vor, so wie im Deutschen.
Insciö por ejëmpl tla parora öt (leer) o tla parora ü (Ei).
So zum Beispiel im Wort “öt” (leer) oder im Wort “ü” (Ei).
Le vocal “ë” po gnì lit tla pert alta dla Val Badia sciöche n “a” y te Mareo sciöche n “e” davert.
Der Vokal “ë” kann im oberen Gadertal als “a” gelesen werden und in Enneberg als offenes “e”.
Ponsede por ejëmpl ala parora “mësa” (Tisch).
Denkt zum Beispiel an das Wort “mësa” (Tisch).
Düã i atri vocai y i atri consonanã é anfat sciöche tla varianta de Gherdëna.
Alle anderen Vokale und Konsonanten gleichen der grödnerischen Variante.
LEZIUN 1
Curs de Ladin dla Val Badia – Daria Valentin, Istitut Ladin “Micurà de Rü”
Bun dé. - Guten Tag.
Iö sun Daria Valentin y i laôri tl Istitut Cultural Ladin “Micurà de Rü” a San Martin de Tor. - Ich heiße Daria Valentin und ich arbeite im Ladinischen Kulturinstitut “Micurà de Rü” in St. Martin in Thurn.
I sun dla Val Badia y i surantoli le curs de ladin de Rut Bernardi. - Ich komme aus dem Gadertal und übernehme den Ladinischkurs von Rut Bernardi.
Da åëgn inant impararunse le ladin dla Val Badia. - Ab jetzt werden wir das Ladinische des Gadertals lernen.
Mo ãi ladin vëgnel pa baié tla Val Badia? - Aber was für ein Ladinisch spricht man denn im Gadertal?
Tl lingaz baié ùnse tl’alta valada le badiot, tla pert amez le ladin de mesaval y te Mareo le marou. - In der gesprochenen Sprache haben wir im oberen Tal das “badiot”, im mittleren Teil das “ladin de mesaval” und im Ennebergischen das “marou”.
Y se capësc pa n badiot cun n marou? - Und versteht sich ein Obergadertaler mit einem Enneberger?
Sambëgn, le lingaz é pö dagnora le medem! - Natürlich, die Sprache ist ja immer die gleiche!
Tl lingaz scrit indere adora düã canã le ladin de mesaval. - In der Schriftsprache hingegen verwenden alle das “ladin de mesaval”.
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