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Artikel vom 31. August 2011

„Verliebtsein und Liebe…über das Schönste im Leben“

Im Frühling 2008 wurde die Singlebörse „Bestofsingles.net" von den beiden Innsbruckern Werner Baumann und Christoph Larch ins Leben gerufen. Südtirol Online ist mit „Bestofsingles.net" eine Kooperation eingegangen. Hier einen Text von Werner Baumann zum Thema „Verliebtsein und Liebe …über das Schönste im Leben".

„Verliebtsein und Liebe…über das Schönste im Leben“
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„'Ich bin so verliebt, es geht mir so gut und das Leben ist so wunderschön…!', sagte ein Freund letztens zu mir…zwei Wochen später war er total zerstört…?

Aber wie kann 'das sein' und warum kann das so oft und so schnell nicht 'mehr sein' …dieses Verliebtsein?

Normalerweise sollten wir meinen, dass aus dem Verliebtsein Liebe entsteht. Es sollte nur eine Frage der Zeit sein…? Tatsächlich ist es aber sogar eher selten der Fall, dass aus dem Verliebtsein wirkliche Liebe entsteht. Viele Menschen bezeichnen mit Veliebtsein und Liebe etwas ganz Ähnliches oder sogar Gleiches. Die Unterschiede sind meiner Meinung nach aber sehr groß.

Ich kann mich innerhalb weniger Sekunden in eine Frau verlieben. Ich sehe etwas für mich verzauberndes Schönes, und dieses Schöne verleitet mich zum Träumen. Aber ich kenne die Person doch eigentlich noch gar nicht?

Ist also das Verliebtsein möglicherweise ein Gefühl, das man in sich erzeugt auf Basis von Konstrukten, die man auf Grund des scheinbar Bekannten in dieser Person in sich anstellt?

Und erzeuge ich nicht im Zustand des Verliebtseins von diesem oft nur sehr kleinen wirklich bekannten Teil der Person ein Bild davon, wie der Rest der Person sein könnte, bzw. wie ich ihn gerne hätte?

Ich idealisiere also die Person im Zustand des Verliebtseins? Ich liebe also im Zustand des Verliebtseins die Person in meiner Gedankenwelt, in meiner Phantasie? Ergibt sich also das Verliebtsein daraus, dass man bestimmte Teile einer Person nicht kennt und vielleicht sogar eher in das Unbekannte verliebt ist als in das Bekannte? Ich bin verliebt in das Bild, das ich in mich konstruiere und durch das ich idealisiere?

Verliebtsein - ein Zustand des Träumens, Erwartens und Phantasierens!

Wie kann man es sonst erklären, dass dem Zustand des Verliebtseins so oft tiefe Enttäuschung oder sogar Hass folgt, wenn man dann - vielleicht auch nur einmal - von dieser Person enttäuscht wurde? Kann dann eigentlich diese Person etwas dafür? Oder müsste ich nicht eigentlich von mir selbst, durch meine Projektion und Idealisierung enttäuscht sein?

Verliebtsein hat auf jeden Fall etwas mit Unsicherheit zu tun und kommt daher auf jeden Fall vor dem Zustand der Liebe. Dieser Zustand kann sehr große Kräfte entwickeln, pathologisch spricht man bei Verliebten sogar davon, dass sie 'krank' seien.

Auf jeden Fall kann diese Krankheit wunderschön sein. Sie kann aber auch enorme Schmerzen bereiten, wenn die Person plötzlich weit weg ist. Oder wenn man sich in jemanden verliebt und dieses Gefühl nur einseitig zu sein scheint, und ich nicht weiß, was der andere wirklich für mich fühlt!

Sind es die gleichen Gefühle, die er für mich empfindet wie ich für sie (ihn)? Werde ich dieses Verliebtsein je mit diesem Partner richtig ausleben können? Schlaflose Nächte sind die Folge! Trotzdem tut mir jeder leid, der diese Gefühle, positive wie negative, nicht einmal durchleben musste! Wenn ein Mann wirklich verliebt ist, kann er alle seine Werte über 'Bord' werfen.

Aus einem reifen Mann kann ein verspieltes Kind werden. Aus einem vor Selbstvertrauen strotzenden Macho plötzlich ein sensibler Unsicherer. In einem gefühlslosen Draufgänger kann Zärtlichkeit und Sinn für Romantik entstehen. Die Macht ist so groß und wir Männer sind dieser Macht vielleicht noch mehr ausgesetzt als die Frauen.

Aber, wie kann sich nun aus dem Verliebtsein Liebe entwickeln? Und ist dem Empfinden von Liebe unbedingt der Zustand des Verliebtseins voraus? Man hört Unterschiedliches, manche meinen, ohne verliebt zu sein kann keine wahre Liebe entstehen. Andere meinen, wahre Liebe kann sich über Jahre hin entwickeln.

Auf jeden Fall unterscheidet die Liebe vom Verliebtsein die Tatsache, dass man eine Person voll und ganz kennen gelernt haben muss. Und hierbei haben wir schon ein erstes Problem!

Wann kann ich sagen, dass ich eine Person voll und ganz kennen gelernt habe? Es wird immer wieder neue Situationen geben, in denen sich neue Seiten einer Person zeigen können, hundert Prozent einer Person werde ich nie kennen.

Und Untersuchungen zeigen, dass Partner nach ein paar Wochen nur noch durchschnittlich zehn Minuten pro Tag gemeinsam kommunizieren. Also muss der Zustand der Liebe auch einen gewissen Unsicherheitsfaktor miteinschließen, den ich gewillt sein muss zu akzeptieren und der kein Grund sein darf für das Entstehen von Unsicherheit oder Nichtvertrauen!

Liebe bezieht sich im Gegensatz zum Verliebtsein auf die Seite des Menschen, die ich kenne. Ich brauche nicht mehr das Gefühl des geheimnisvollen Unbekannten, von dem ich noch mehr entdecken und immer wieder überrascht werden möchte.

Liebe ist ein Zustand, in dem ich mit dem, was ich von einer Person kenne, voll und ganz zufrieden bin. Ich fühle mich bei und mit der Person absolut wohl. Ich fühle mich verstanden und sicher. Liebe zielt darauf ab, dass sich das Glücksgefühl der beiden Personen optimal verstärkt, im Fachjargon heißt bezeichnet man dies als Biophilie zweier Personen.

Beide Personen fühlen sich absolut wohl in der Beziehung. Es gibt nichts, das man dem Partner vorenthalten möchte oder müsste, das Zusammensein steigert das Wohlbefinden und führt zum Empfinden von Glück und zu großen Kräften.

Hinter einem/einer erfolgreichen ausgeglichenen Mann/ausgeglichenen Frau steht ein Partner, der ihm/ihr das Gefühl der Liebe vermittelt.“

Werner Baumann - „Bestofsingles.net"