Weil laut Anklage bei einer 41-jährigen Patientin in Folge einer Schilddrüsenoperation die Stimmbänder ihren Dienst versagt haben sollen, wurde nun der zuständige Arzt verurteilt.
Der aus Deutschland stammende Arzt wurde am Freitag an der Außenstelle Brixen des Landesgerichtes wurde von Richter Oswald Leitner zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt.
Staatsanwalt Markus Kammerer hatte zwei Jahre Haft gefordert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Der der fahrlässigen Körperverletzung verdächtigte Arzt – Rainer Xaver Karl Apfelbacher (52) aus Waiden – war nicht zur Verhandlung erschienen. Er ist auch nicht mehr in Südtirol tätig.
Apfelbacher habe im Spätherbst 2007 am Sterzinger Krankenhaus einen Schilddrüseneingriff durchgeführt. Laut Anklage habe er ohne die nötige Routine zu besitzen und unter Missachtung der Fachregeln der Patientin eine beidseitige Stimmbandverletzung zugefügt und auch die Nebenschilddrüsen entfernt.
In der Folge habe die Patientin, die sich mit Rechtsanwalt Patrick Delueg als Nebenklägerin eingelassen hat, die Stimme verloren.
Der Richter sprach der Geschädigten 150.000 Euro mit sofortiger Auszahlung zu, die genaue Schadenersatzsumme wird ein Zivilgericht festlegen.
Die Sanitätseinheit war ursprünglich als zivilrechtlich haftende Partei gerufen worden, beteiligte sich aber letztendlich nicht am Verfahren. Schadenersatz wurde nicht geleistet.