Im Jahr 2010 wurden an den Südtiroler Friedensgerichten 7.930 Verfahren eröffnet, 11,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Am Landesgericht und an dessen Außenabteilungen wurden insgesamt 16.552 Verfahren (-7,7 Prozent) eröffnet, teilt das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) mit.
Die Zivilgerichtsbarkeit Südtirols, d.h. des Oberlandesgerichtssprengels von Bozen, besteht aus zehn Friedensgerichten, einem Landesgericht, einem Jugendgericht und einem Oberlandesgericht.
Das Landesgericht verfügt zudem über vier Außenabteilungen (Brixen, Bruneck, Meran, Schlanders).
Im Jahr 2010 wurden laut ASTAT bei den Gerichten in Südtirol 26.152 Zivilverfahren eröffnet. Die Anzahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 Prozent gesunken.
In Südtirol mehr Verfahren als in Trient
Im Jahr 2009 - über aktuellere Daten verfügt das ASTAT nicht - gab es in Südtirol 9,1 Verfahren je 1.000 Einwohner.
Dieser Wert liegt weit unter jenem von Italien (22,9), aber gleichzeitig über jenem der Nachbarprovinz Trient (7,1).
Friedensgerichte
Im Laufe des Jahres 2010 sind an den Friedensgerichten 7.930 Verfahren eröffnet worden, 11,4 Prozent weniger als 2009.
Dieser Rückgang geht vor allem auf das Bozner Friedensgericht zurück, das mehr als die Hälfte (51,2 Prozent) der Verfahren abwickelt. Die Zahl der neuen Verfahren ist von 4.739 auf 4.063 gesunken.
Auch das Meraner Friedensgericht verzeichnet mit einem Rückgang 12,5 Prozent deutlich weniger eröffnete Verfahren.
In Brixen (+1,4 Prozent) und Bruneck (-1,9 Prozent) veränderten sich die Werte hingegen kaum.
Am Landesgericht Bozen und an an Außenstellen wurden im Jahr 2010 genau 16.552 Zivilverfahren eröffnet, was einem Rückgang um 7,7 Prozent im Vergleich zu 2009 entspricht.
Eröffnete Konkursverfahren
2011 wurden in Südtirol 59 Konkursverfahren eröffnet, was dem Wert des Vorjahres (60 eröffnete Konkursverfahren) entspricht.
Von den Konkursverfahren waren 1,4 je 1.000 Unternehmen betroffen; ein Wert, der sich gegenüber dem Durchschnitt von 2008 bis 2010 (1,6) verbessert hat.
Das Baugewerbe, das immer noch am stärksten von den Konkursverfahren betroffen ist, verzeichnet einen Rückgang von 23 auf 19 Konkurseröffnungen. 2011 hat sich die Anzahl der Verfahren im Gastgewerbe verdoppelt.
Effektproteste in Südtirol
Die Anzahl der Effektenproteste in Südtirol sinkt: Im Jahr 2010 verzeichnete man in Südtirol, wie im Trentino, 3,6 Proteste je 1.000 Einwohner. Das sind deutlich weniger als auf gesamtstaatlicher Ebene (24,0 Effektenproteste).
Der Gesamtbetrag dieser Proteste nimmt ebenso klar ab (von 15,3 auf 9,4 Euro je Einwohner). Auf gesamtstaatlicher Ebene gibt es ebenfalls einen Rückgang von 78,3 auf 66,5 Euro je Einwohner.
Die gesamtstaatliche Situation verzeichnet jedoch keinen einheitlichen Trend, sondern bleibt, abgesehen vom Wert von 2010, konstant bei Werten um 67 Euro je Einwohner.
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